Beratersuche starten
Berater suchen
06321 96 39 96 9

Verluste aus Termingeschäften: Das ändert sich

Neue Regeln für die Anrechenbarkeit von Verlusten aus Termingeschäften bringen für Anleger Nachteile mit Blick auf die Steuer. Wir erklären, was dahintersteckt.

Mit anderen teilen
Verluste aus Termingeschäften: Das ändert sich

Ende 2019 hat die Bundesregierung Änderungen für die Besteuerung von Termingeschäften beschlossen. Teile des Gesetzes sind bereits seit 1. Januar 2020 in Kraft, vollständig gelten die neuen Regeln ab 1. Januar 2021. Das trifft nicht nur viele Finanzdienstleister, sondern teilweise auch private Anleger: Sie können Verluste aus zum Beispiel wertlos verfallenen Aktien – sogenannte Totalverluste – in ihrer Steuererklärung unter Umständen nur noch beschränkt verrechnen.

Zur Erklärung: Ein Totalverlust ist dann gegeben, wenn Sie das gesamte Kapital verloren haben, das Sie für den Kauf eines Wertpapiers ausgeben haben. Eben weil dieses Wertpapier, auch Derivat genannt, wertlos geworden ist – zum Beispiel, wenn das Unternehmen, von dem Sie das Wertpapier erworben haben, plötzlich pleite ist.

Übrigens

Termingeschäfte sind zum Beispiel mit Devisen, Fonds oder auch Waren möglich, in Form von Aktien, Aktienoptionen oder Optionsanleihen.

Trotz Verlusts aus Termingeschäften Steuern zahlen

Zu den besagten Änderungen: Seit Anfang 2020 ist die Verrechnung von Verlusten mit Gewinnen auch aus anderen Termingeschäften nur noch bis zu einem Betrag von höchstens 10.000 Euro im Jahr möglich. Und ab 2021 dürfen solche Verluste zwar weiterhin bis zu einer Höhe von 10.000 Euro steuerlich verrechnet werden – dann aber nur noch mit Gewinnen aus gleichartigen Termingeschäften, die im selben Jahr entstanden sind. Zwar können nicht verrechnete Verluste auf das Folgejahr übertragen werden – aber auch dann ist die Verrechnung wiederum auf höchstens 10.000 Euro begrenzt.

Die neuen Regeln sind sehr umstritten und werden sowohl von Finanzdienstleistern als auch von Anlegern stark kritisiert. Denn letztlich bedeuten sie, dass Gewinne aus Termingeschäften künftig voll versteuert werden müssen, während im Gegenzug Verluste nur noch in begrenztem Maße angerechnet werden. Als privater Anleger kann es Ihnen somit passieren, dass Sie nach der Gegenüberstellung von Verlusten und Gewinnen aus Termingeschäften zwar insgesamt einen Verlust erlitten haben, Sie die Gewinne aber trotzdem voll versteuern müssen.

Beispiel: Mehr Gewinn als Verlust aus Termingeschäften

Sie haben durch Termingeschäfte innerhalb eines Jahres einen Gewinn von 50.000 Euro gemacht, mit anderen Termingeschäften aber einen Verlust von 30.000 Euro. Bislang konnten Sie den Verlust komplett mit dem Gewinn verrechnen – somit hätten Sie in unserem Beispiel lediglich 20.000 Euro versteuern müssen:

50.000 Euro Gewinn – 30.000 Euro Verlust = 20.000 Euro, die versteuert werden

Da Sie nach den neuen Regeln aber nur noch den Höchstbetrag von 10.000 Euro aus Verlusten verrechnen könnten, müssten Sie künftig 40.000 Euro versteuern:

50.000 Euro Gewinn – 10.000 Euro Verlust = 40.000 Euro, die versteuert werden

Beispiel: Mehr Verlust als Gewinn aus Termingeschäften

Haben Sie in einem Jahr mehr Verlust als Gewinn aus Termingeschäften erzielt, wird es für Sie sogar noch unangenehmer. Bleiben wir bei unseren Zahlen von oben, drehen sie aber um: Sie haben mit dem Handel aus Termingeschäften 30.000 Euro Gewinn gemacht, aber mit anderen Termingeschäften 50.000 Euro Verlust. Bislang hätte der Verlust den Gewinn aufgezehrt, und so hätten Sie nichts versteuern müssen. Mit der Neuregelung dürften Sie nur noch höchstens 10.000 Euro Verlust verrechnen – somit müssten Sie 20.000 Euro von Ihrem Gewinn versteuern:

30.000 Euro Gewinn – 10.000 Euro Verlust = 20.000 Euro, die versteuert werden

Sie zahlen somit Steuern für den Gewinn, obwohl Sie insgesamt nicht erfolgreich waren, ein negatives Ergebnis erzielt und Verlust gemacht haben.

Übrigens

Ebenfalls interessant mit Blick auf Verluste aus Kapitalanlagen ist unser Artikel Verlustverrechnung: So sparen Sie Steuern.

Mit anderen teilen