Instandhaltungsrücklage als Werbungskosten absetzen
16.10.2026
Im Wohneigentumsgesetz ist klar geregelt: Mitglieder einer Wohnungseigentümergemeinschaft sind verpflichtet, eine Erhaltungsrücklage (früher: Instandhaltungsrücklage) zu bilden. Das Geld dient der Instandhaltung und Instandsetzung des gemeinschaftlichen Eigentums.
Vermieter können Beiträge als Werbungskosten absetzen
Wird die Eigentumswohnung vermietet, können die Beiträge in die Erhaltungsrücklage von der Steuer abgesetzt werden. Erst wenn Geld für Erhaltungsmaßnahmen wie zum Beispiel eine Reparatur ausgegeben wird, zählen die Beiträge zu den Werbungskosten. Das hat der Bundesfinanzhof zuletzt mit Urteil vom 14.01.2025, IX R 19/24, bestätigt.
ÜBRIGENS:
Welche Reparatur- oder Renovierungskosten Vermieter/innen von der Steuer absetzen können, lesen Sie in unserem Artikel Renovierungskosten für vermietete Immobilien absetzen.
Erhaltungsaufwand muss gegeben sein
Die Richterinnen und Richter begründeten die Entscheidung wie folgt: Erst wenn die Verwaltung tatsächlich Rechnungen mit der Erhaltungsrücklage begleicht, wird klar, für was das Geld verwendet wurde. Floss das Geld in einen Erhaltungsaufwand – also zum Beispiel eine Reparatur – können die Beiträge in die Erhaltungsrücklage als Werbungskosten bei den Einkünften aus Vermietung eingetragen werden.
ÜBRIGENS:
Ist die Erhaltungsrücklage leer, kann die Wohnungseigentümergemeinschaft eine Sonderumlage beschließen. Auch hier gilt: Wer als Vermieter/in eine Sonderumlage zahlt, darf die Beiträge als Werbungskosten abziehen, aber erst in dem Jahr, in dem die für die Sonderumlage veranschlagten und vereinnahmten gemeinschaftlichen Beiträge für die geplante Maßnahme ausgegeben wurden.