Beratersuche starten
Berater suchen
Servicetelefon
06321 96 39 96 9

Viagra: Kosten von der Steuer absetzen

Sie können die Rechnung für Viagra oder ein anderes Potenzmittel von der Steuer absetzen, wenn Ihr Arzt Ihnen das Medikament verschrieben hat.

Mit anderen teilen
Viagra: Kosten von der Steuer absetzen

Viagra ist wahrscheinlich das bekannteste Medikament gegen Erektionsstörungen weltweit. In Deutschland sind die blauen Pillen verschreibungspflichtig: Sie bekommen sie nur in der Apotheke und zwar gegen ein Rezept vom Arzt. Bis vor kurzem lag der Preis noch bei sagenhaften 60 Euro pro Packung mit 100 mg Wirkstoff. 

Aber inzwischen ist das Patent des Viagra-Entwicklers und Pharma-Unternehmens Pfizer abgelaufen. Jetzt darf auch die Konkurrenz Potenzmittel mit dem Wirkstoff Sildenafil anbieten. Das drückt den Preis: Nur etwa 20 Euro pro Packung kostet der Spaß inzwischen. Eine Frage bleibt: Viagra - kann ich das von der Steuer absetzen? Unser Video gibt Ihnen in Sekundenschnelle einen Überblick:

Sie brauchen ausführlichere Informationen? Lesen Sie weiter für die Details.

Krankenkasse zahlt nicht immer für Viagra

Auch wenn die blauen Pillen jetzt viel billiger zu haben sind: Nicht jede gesetzliche Krankenkasse zahlt die Kosten dafür ganz oder auch nur teilweise. Und zwar egal, ob der Arzt Viagra verschrieben hat oder nicht. Anders sieht die Sache bei Privatversicherten aus: In der Regel zahlt die private Krankenversicherung alle Medikamente. Außer, man hat einen Tarif abgeschlossen, wonach die Kosten für Viagra nicht übernommen werden.

Finanzamt will Rezept vom Arzt

Vor dem Fiskus sind alle Männer gleich, ob Kassen- oder Privatpatient. Deshalb gilt: Haben Sie Viagra aus eigener Tasche bezahlt, können Sie die Rechnung dafür von der Steuer absetzen. Die einzige Bedingung ist, dass Sie ein Rezept vom Arzt haben. Zählen Sie am Ende des Jahres alle Rechnungen zusammen und tragen Sie die Summe in der Steuererklärung ein. Wichtig dabei ist, dass Sie sowohl die Quittungen für die Pillen als auch die ärztlichen Verschreibungen dafür sammeln. So können Sie belegen, dass Sie erstens den angegebenen Betrag tatsächlich beim Apotheker gelassen und zweitens für jede Rechnung auch ein Rezept haben. Nur für den Fall, dass Ihr zuständiger Finanzbeamter Ihre Angaben nachprüfen will.

Übrigens:

Das Geld, das Sie beim Apotheker für Viagra ausgeben, zählt zu den Krankheitskosten. Und Krankheitskosten kann man von der Steuer absetzen. Was alles dazu gehört, erfahren Sie in unserem Artikel Krankheitskosten von der Steuer absetzen. Wichtig dabei: Sie können nicht jeden Cent Ihrer Krankheitskosten absetzen, sondern nur die Ausgaben, die über Ihrer "persönlichen Eigenbelastung" liegen. Wie hoch dieser Grenzbetrag für Sie ausfällt und alle weiteren Details zum Thema lesen Sie in unserem Artikel Was sind außergewöhnliche Belastungen?

1,8 Milliarden blaue Pillen gingen bis heute über den Tisch

Entwickelt wurde Viagra vom amerikanischen Pharma-Riesen Pfizer. Eigentlich wollte Pfizer ein Mittel gegen Bluthochdruck auf den Markt bringen. Wissenschaftliche Tests zeigten aber, dass der in Viagra enthaltene Inhaltsstoff Sildenafil den Blutdruck nicht absenkt. Die Enttäuschung war groß – bis ein Nebeneffekt entdeckt wurde: die erektionssteigernde Wirkung. Vor Viagra wurden die Ursachen von Erektionsstörungen in der Psyche gesucht und, wenn überhaupt, psychotherapeutisch behandelt.

Heute weiß man, dass Gefäßverengungen im besten Stück des Mannes für Erektionsprobleme verantwortlich sein können. Diese Verengungen lassen sich medikamentös – eben mithilfe von Sildenafil – erweitern. Bis heute haben über 37 Millionen Männer rund 1,8 Milliarden der potenzsteigernden Tabletten genommen. Mit einem Umsatz von zwei Milliarden Dollar allein 2012 gehört das Präparat derzeit noch zu den erlösstärksten Medikamenten von Pfizer.

Mit anderen teilen