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Das können Sie sparen, wenn Sie heiraten

Wenn Sie verheiratet sind, haben Sie viele Vorteile und können bei der Wahl Ihrer Steuerklasse, bei Versicherungen und beim Rentenanspruch sparen.

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Das können Sie sparen, wenn Sie heiraten

Wenn Sie vor 2006 geheiratet haben, kamen Sie vielleicht in den Genuss der Heiratsbeihilfe. Das heißt: Ihr Arbeitgeber durfte Ihnen zur Hochzeit Geld oder Geschenke im Wert von bis zu 315 Euro überreichen und Sie mussten dafür keine Steuern zahlen. Seit Januar 2006 existiert diese Regel leider nicht mehr.  Es gibt aber immer noch ein paar Steuervorteile, die bis heute gelten und die einem die Heirat zusätzlich versüßen:

1. Einkommensteuer sparen

Ein Vorteil für Verheiratete gegenüber Unverheirateten: Sie haben die Wahl zwischen drei Steuerklassen-Kombinationen, nämlich entweder IV und IV, IV und IV mit Faktor oder III und V. Wann sich welche Kombination lohnt, hängt davon ab, wie viel beide Ehepartner jeweils verdienen:

  • Erhalten beide in etwa das gleiche Gehalt, eignet sich Kombination IV und IV mit oder ohne Faktor.
  • Verdient einer der beiden viel und der andere wenig bzw. gar nichts, lohnt sich die Kombination III und V.

Berechnen Sie selbst, welche Steuerklassen-Kombination für Sie lohnenswert sein könnte:

 

Der größte Vorteil ergibt sich für Eheleute und Lebenspartner aber durch das sogenannte Ehegattensplitting: Wenn Sie verheiratet sind, werden Sie automatisch – auch ohne Antrag – zusammen veranlagt. Das heißt, dass Sie und Ihr Ehepartner eine gemeinsame Steuererklärung abgeben und damit steuerlich wie eine Person behandelt werden. Das spart Zeit und meistens auch Steuern. Welche Steuerersparnis Sie dadurch haben können, zeigt unser Artikel zum Thema Ehegatten-Splitting.

Wenn Sie als Ehepaar trotzdem jeder eine eigene Steuererklärung abgeben wollen, können Sie das natürlich auch machen. Zudem sollten Sie beide auf Seite 1 Ihres Mantelbogens ein Kreuz bei „Einzelveranlagung von Ehegatten/Lebenspartnern“ setzen. Vorteil der Einzelveranlagung ist, dass das Finanzamt damit die Einnahmen und Ausgaben eines Ehegatten exakt zuordnet. So profitiert genau derjenige von Sonderausgaben und außergewöhnlichen Belastungen, der auch tatsächlich dafür gezahlt hat. Auf Antrag können Ehepaare ihre Ausgaben auch je zur Hälfte anrechnen lassen. Wann sich das für Eheleute lohnt, erfahren Sie in unserem Artikel zum Thema Zusammenveranlagung.

Übrigens:

Neben der Zusammenveranlagung oder der Einzelveranlagung nach dem Grundtarif gibt es zwei weitere Splittingtarife, die nur verheiratete oder verpartnerte Paare nutzen können:

  • Das Witwen-Splitting, mit Steuervorteil für den Witwer oder die Witwe im Folgejahr des Todes eines Ehepartners.
  • Das Sonder-Splitting, mit Steuervorteil für den Mann oder die Frau, dessen Ex-Partner im Jahr der Scheidung erneut heiratet.

2. Bei Versicherungen die Sondertarife für Ehepaare nutzen

Ehepartner zahlen bei vielen Versicherungen geringere Beiträge als Unverheiratete: Entweder durch günstigere Sondertarife oder durch die Möglichkeit, zwei separate Versicherungen auf eine gemeinsame Versicherung umschreiben zu lassen.

Diese Angebote gibt es zum Beispiel bei Auto-, Haftpflicht- oder Hausratversicherungen. Sprechen Sie mit Ihrer Versicherung und fragen Sie nach, ob eine der beiden Möglichkeiten zur Auswahl steht.

Für Eheleute ist auch der Abschluss einer Riester-Rente interessant. Dabei handelt es sich um eine Altersvorsorge, die Sie zwar aus eigener Tasche bezahlen müssen, die aber vom Staat
unterstützt wird. Die staatlichen Zulagen bekommt nicht nur derjenige, der die Riester-Rente bezahlt, sondern unter Umständen auch der Ehepartner.

3. Familienversicherung bei der gesetzliche Krankenversicherungen abschließen

Arzt-, Medikamenten- oder Krankenhauskosten – eine Krankenversicherung übernimmt einen Großteil oder sogar alle Krankheitskosten. Dafür muss der Versicherte jeden Monat einen gewissen Beitrag zahlen.

Für Verheiratete bieten die gesetzlichen Krankenversicherungen die sogenannte Familienversicherung an:  Ein Ehepartner zahlt, der andere kann sich unter bestimmten Bedingungen kostenlos mitversichern lassen, und zwar bei der Kranken- und bei der Pflegeversicherung. Auch Kinder können über die Familienversicherung kostenlos mitversichert werden.

Übrigens:

Private Krankenversicherungen bieten keine Familienversicherung. Jede Person, ob Ehepartner oder Kind, muss sich extra versichern lassen und monatlich eigene Beiträge zahlen.

4. Den Rentenanspruch des Ehepartners nutzen

Durch die Heirat erhalten Sie einen Anspruch auf Witwenrente, wenn Sie bis zum Tod Ihres Partners verheiratet waren. Viele weitere Informationen rund um das Thema Witwenrente finden Sie in unserem Artikel Leibrente und Steuern: Das müssen Sie wissen.

Zudem dürfen Ehegatten, deren Partner verstorben sind, im laufenden und darauf folgenden Jahr die günstige Steuerklasse III (3) nutzen. Erst danach verlieren sie dieses Privileg und werden vom Staat wieder als Alleinstehend betrachtet und Steuerklasse I (1) zugeordnet – es sei denn, sie heiraten erneut.

Bei einer Scheidung werden die Rentenpunkte beider Ehepartner addiert und dann je zur Hälfte an jeden verteilt. Mehr dazu im Artikel Versorgungsausgleich.

5. Hochzeit im kleinen Kreis feiern

Eine Hochzeitsfeier kostet meistens viel Geld: Brautkleid, Blumen, Essen, Räumlichkeiten – da kommen schnell mehrere tausend Euro zusammen. Geld lässt sich hier nur sparen, wenn Sie ohne viele Gäste und große Feier im kleinen Kreis heiraten. Doch nicht jeder möchte das, denn schließlich heiratet man meistens nur einmal im Leben. Also lassen Sie sich nicht aufhalten. Aber eine Frage bleibt: Hochzeit - kann ich das von der Steuer absetzen? Unser Video gibt in Sekundenschnelle eine Antwort:

Falls Sie keine Lust auf Bewegtbild haben, hier die Antwort auf Ihre Frage: Absetzen können Sie die Kosten für die Hochzeitsfeier und die Hochzeitsreise nicht. Das ist Ihr Privatvergnügen. 

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