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Pflege-Pauschbetrag entlastet Angehörige

Wer einen hilflosen Angehörigen betreut, hat einen Anspruch auf den Pflege-Pauschbetrag. Wie das geht, erfahren Sie hier.

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Pflege-Pauschbetrag entlastet Angehörige

Der Pflege-Pauschbetrag in Höhe von jährlich 924 Euro soll Menschen entlasten, die einen hilflosen oder schwerstpflegebedürftigen Angehörigen oder nahe stehenden Mensch betreuen. Der Pflege-Pauschbetrag soll die laufenden Kosten für zum Beispiel Fahrten, Kleidung und Pflege decken. Es gibt allerdings einige Voraussetzungen, die erfüllt werden müssen:

  • Bei der Person, die Sie pflegen, muss es sich um einen Angehörigen – wie Eltern, Geschwister, Onkel und Tante – oder um eine nahe stehende Person wie zum Beispiel die Schwiegermutter handeln.
  • Der von Ihnen gepflegte Angehörige ist hilflos (Behindertenausweis mit dem Merkzeichen "H") oder schwerstpflegebedürftig (Pflegegrad 4 und 5).
  • Sie pflegen Ihren Angehörigen in Ihrer eigenen oder seiner Wohnung.
  • Sie pflegen selbst. Das bedeutet: Sie können sich zwar von einem ambulanten Pflegedienst unterstützen lassen, Ihr Anteil an der Pflege muss aber mindestens 10 Prozent betragen.
  • Für die Betreuung erhalten Sie keine Gegenleistung, also keine Einnahmen – auch nicht in Form des Pflegegelds.

Übrigens:

Am 1. Januar 2017 trat das Zweite Pflegestärkungsgesetz (PSG II) in Kraft. Seither gibt es nicht mehr drei Pflegestufen, sondern fünf Pflegegrade. So gibt es den Pflege-Pauschbetrag nun nicht mehr wie bisher in Pflegestufe 3, sondern in den Pflegegraden 4 und 5.

Das Pflegegeld darf keine Bezahlung sein

Wie gesagt: Der Pflege-Pauschbetrag steht Ihnen nur zu, wenn Sie keine Gegenleistung für die Pflege bekommen – auch nicht in Form des Pflegegelds aus der gesetzlichen oder privaten Pflegeversicherung. Sie können das Pflegegeld zwar verwalten, dürfen es aber ausschließlich zugunsten des Pflegebedürftigen verwenden - zum Beispiel für einen ambulanten Pflegedienst oder die Anschaffung eines Spezialbetts. Das müssen Sie auch belegen können.
Leitet der Pflegebedürftige das Pflegegeld als Vergütung an Sie weiter, ist es für Sie zwar steuerfrei, dafür entfällt aber Ihr Anspruch auf den Pflege-Pauschbetrag.

Bei mehreren Pflegenden wird der Pflegepauschbetrag aufgeteilt

Teilen sich mehrere Personen die häusliche Pflege eines Angehörigen, wird der Pflege-Pauschbetrag entsprechend ihrer Anzahl aufgeteilt. Pflegen zum Beispiel zwei Brüder die schwerstpflegebedürftige Mutter, steht jedem Bruder ein Pflege-Pauschbetrag in Höhe von 462 Euro zu.

Werden zwei Angehörige gepflegt, verdoppelt sich der Betrag

Pflegen Sie hingegen allein beispielsweise Ihren Vater und Ihre Mutter, können Sie pro schwerstpflegebedürftiger Person 924 Euro geltend machen. In diesem Fall also 1.848 Euro.

Pflege-Pauschbetrag bei Heimunterbringung

Auch bei einer Heimunterbringung kann Ihnen unter Umständen der Pflegepauschbetrag zustehen. Das funktioniert allerdings nur, wenn der Betroffene bereits vor Eintritt der Hilflosigkeit oder Schwerstpflegebedürftigkeit in einem möblierten Zimmer in einem Pflegeheim gewohnt hat. Und Sie müssen sich zu mindestens 10 Prozent an der Pflege beteiligen, also zum Beispiel beim Essen helfen und damit das Pflegepersonal entlasten.

Gegebenenfalls steht Ihnen der Pflege-Pauschbetrag auch zu, wenn Sie Ihren im Heim untergebrachten Angehörigen an den Wochenenden zu sich nach Hause holen und pflegen. Aber in beiden Fällen – bei der Unterbringung im Heim und bei Besuchen am Wochenenden – entscheidet das Finanzamt individuell, ob Ihnen der Pflegepauschbetrag zusteht oder nicht.

Unser Tipp:

Ihre Ausgaben für zum Beispiel Fahrten zur Wohnung des Gepflegten oder die Wäsche sind höher als 924 Euro im Jahr? Dann können Sie auch auf den Pflege-Pauschbetrag verzichten und die tatsächlichen Kosten als außergewöhnliche Belastungen geltend machen. Aber Achtung: Zum einen müssen Sie dann alle Kosten nachweisen können, zum anderen lohnt sich das nur, wenn die Kosten eine sogenannte zumutbare Belastung überschreiten.

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