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Heimunterbringung: Kosten von der Steuer absetzen

Wer krankheitsbedingt in ein Altenheim oder Pflegeheim zieht oder pflegebedürftig ist, kann die Heimkosten unter bestimmten Voraussetzungen von der Steuer absetzen.

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Heimunterbringung: So können Sie die Kosten von der Steuer absetzen

Horst M. ist 78 Jahre alt und muss krankheitsbedingt in ein Pflegeheim. Doch der Platz im Pflegeheim ist teuer. Immerhin: Zahlt ein Rentner Steuern und muss krankheitsbedingt in ein Alten- oder Pflegeheim, kann er die Heimkosten unter bestimmten Voraussetzungen als außergewöhnliche Belastung von der Steuer absetzen. Nun kommt es aber oft vor, dass ein Rentner so wenig Rente bekommt, dass er weder eine Steuererklärung abgeben muss, noch sich ein Pflegeheim leisten kann. In der Regel werden dann nahe Angehörige – dazu gehören Eltern, Kinder und Großeltern – zur Kasse gebeten. Immerhin: Auch sie können Heimkosten geltend machen. Unser Steuer ABC Wann muss ich als Rentner Steuern zahlen? Und wie viel? zeigt Ihnen die wichtigsten Fakten dazu auf einen Blick.

Übrigens:

Früher konnten die Kosten nur abgesetzt werden, wenn der Heimbewohner pflegebedürftig war. Die Richter des Bundesfinanzhofs (BFH) haben jedoch 2010 entschieden, dass die Kosten für einen krankheitsbedingten Aufenthalt im Seniorenheim auch dann als außergewöhnliche Belastung abgesetzt werden können, wenn "keine ständige Pflegebedürftigkeit besteht und keine zusätzlichen Pflegekosten abgerechnet worden sind". Nachlesen können Sie das Urteil unter dem Aktenzeichen VI R 38/09.

Szenario 1: Horst kommt für seine Heimunterbringung selbst auf

Horst zieht mit 78 Jahren schweren Herzens in ein Pflegeheim. Die Pflegekasse hat ihn in Pflegestufe II eingestuft, er gilt also als pflegebedürftig. Um die Kosten von der Steuer absetzen zu können, muss Horst nun zuerst die Erstattungen von seinen Heimkosten abziehen. Zu diesen Erstattungen gehören:

  • Kostenerstattungen der Beihilfe
  • Pflegegeld aus der gesetzlichen Pflegeversicherung
  • Pflegegeld aus einer privaten Pflegeversicherung

 

Da Horst seine Wohnung in einem Kölner Vorort aufgegeben hat, gilt für ihn auch die sogenannte Haushaltsersparnis. Der Fiskus geht nämlich davon aus, dass Horst durch die Aufgabe seiner Wohnung 8.652 Euro pro Jahr spart. Diesen Betrag muss er wie die Erstattungen von den Heimkosten abziehen. Nur den Betrag, der übrig bleibt, kann Horst in seiner Steuererklärung eintragen. Aber auch hier gibt es eine Einschränkung: Dieser errechnete Betrag muss höher sein als seine zumutbaren Belastungen. Was es damit auf sich hat, erklärt unser Steuer ABC Was sind außergewöhnliche Belastungen?.

Szenario 2: Sohn Matthias muss für die Heimunterbringung von Horst aufkommen

Gehen wir nun davon aus, dass Horst sich ein Pflegeheim nicht leisten kann, weil er kein Vermögen hat und zu wenig Rente bekommt. Als Sohn ist Matthias rechtlich dazu verpflichtet, für den Unterhalt seines Vaters aufzukommen. Immerhin: Ist ein Angehöriger wegen Pflegebedürftigkeit in einem Pflegeheim untergebracht, unterstützt der Fiskus.

Matthias kann einen Teil der Heimkosten, die er für seinen Vater übernimmt, als Unterhaltsleistung geltend machen. Das ist aber nur möglich, wenn Horst weniger als 9.378 Euro an eigenen Einkünften und Bezügen pro Jahr erhält. Das ist in unserem Beispiel der Fall. Bezieht Horst mehr, kann Matthias keine Unterhaltsleistung geltend machen.

Und so berechnet Matthias, wie viel Unterhalt er von der Steuer absetzen kann:

8.652 Euro Unterhaltshöchstbetrag
 
./. Jahresrente des Vaters abzgl. 102 Euro Werbungskostenpauschale, 180 Euro Kostenpauschale und 624 Euro Freigrenze
 
abziehbarer Unterhaltsbetrag

Doch Matthias muss weitaus mehr Geld für das Pflegeheim ausgeben, als ihm der Fiskus als Unterhalt billigt. Was nun? Weitere Kosten kann er als außergewöhnliche Belastung von der Steuer absetzen. Aber auch hier gilt: Zuerst zieht der Fiskus die Erstattungen und die Haushaltsersparnis ab, dazu zählt Horst‘s Rente. Nur den Restbetrag kann Matthias in seiner Steuererklärung eintragen – zumindest wenn der Restbetrag seine zumutbare Belastung überschreitet.

Übrigens:

Müsste Horst nicht aufgrund seiner Pflegebedürftigkeit, sondern altersbedingt in ein Alten- oder Pflegeheim, kann er die Heimunterbringungskosten nicht als außergewöhnliche Belastung von der Steuer absetzen. Sohn Matthias könnte höchstens den Unterhalt von der Steuer absetzen.

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