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Pflegezusatzversicherung – wie setze ich das ab?

Pflegezusatzversicherung, Pflegetagegeld und Pflege-Bahr – lohnt sich das steuerlich? Wir zeigen es Ihnen!

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Pflegezusatzversicherung – wie setze ich das ab?

„Ich habe Angst davor, im Alter ein Pflegefall zu werden.“ Davor fürchten sich laut der Studie „Die Ängste der Deutschen 2016“ der R+V Versicherung sage und schreibe 57 Prozent der Deutschen. Warum diese Angst? Nun, ein Problem ist: Die gesetzliche Pflegeversicherung ist eine sogenannte Teilkostenabsicherung. Im Pflegefall deckt sie also nur einen Teil der Kosten ab. Den Restbetrag müssen Betroffene selbst aufbringen.

Und das ist der Knackpunkt, denn oft fehlt im Alter das Geld dafür. Experten empfehlen deshalb, sich neben der privaten Altersvorsorge auch um eine private Pflegeversicherung zu kümmern. Immerhin: Unter Umständen können Sie die Kosten einer Pflegezusatzversicherung oder einer Pflegetagegeldversicherung in Ihre Steuererklärung eintragen. Und der Staat fördert die private Vorsorge mit dem Pflege-Bahr. Dazu später mehr.

Wie kann ich meine Pflegezusatzversicherung von der Steuer absetzen?

Wer sich um seine Pflegevorsorge kümmert und eine Pflegezusatzversicherung oder eine Pflegetagegeldversicherung abschließt, kann die monatlichen Beiträge grundsätzlich von der Steuer absetzen. Das klingt zwar verlockend, Steuerzahler müssen dabei allerdings mit zwei Einschränkungen leben:

  1. Beamte und Angestellte können grundsätzlich Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung nur bis zu einer Summe von höchstens 1.900 Euro pro Jahr in der Steuererklärung eintragen. Wer also so viel verdient, dass alleine schon die Beiträge zur Krankenversicherung die 1.900 Euro ausschöpfen, geht in Sachen Pflegezusatzversicherung absetzen leer aus.

  2. Wer freiwillig eine zusätzliche Pflegeversicherung abschließt, kann die Beiträge nur bis zu einem Höchstbetrag von 184 Euro pro Jahr als Sonderausgaben absetzen.

Übrigens:

Schließen Sie eine Pflegezusatzversicherung ab, die nur im Pflegefall Geld auszahlt, sind die Auszahlungen für Sie steuerfrei.

Was ist der Pflege-Bahr?

Seit Januar 2013 gibt es den sogenannten Pflege-Bahr, benannt nach dem FDP-Politiker Daniel Bahr. Vereinfacht gesagt ist der Pflege-Bahr eine private Pflegezusatzversicherung, die staatlich gefördert wird.

Was muss ich für die staatliche Förderung tun?

Um die staatliche Förderung zu kassieren, müssen Sie zuerst einen Vertrag über eine private Pflegezusatzversicherung abschließen. Das geht zum Beispiel bei vielen Versicherungsunternehmen. So weit, so gut. Sobald Sie eine Versicherung haben, müssen Sie jeden Monat mindestens zehn Euro einzahlen. Außerdem muss der Versicherer eine spätere Leistung von mindestens 600 Euro monatlich in Pflegegrad 5 vorsehen.

Wenn Sie alle Anforderungen erfüllen, müssen Sie die staatliche Förderung nicht beantragen – das übernimmt in der Regel Ihr Versicherer für Sie.

Wie hoch ist die staatliche Förderung?

Der Staat gibt Sparern fünf Euro pro Monat dazu, also insgesamt maximal 60 Euro pro Jahr. Diese staatliche Förderung muss nicht versteuert werden. Sie bekommen also sozusagen 60 Euro netto im Jahr.

Gut zu wissen: Es gibt keine anteilige Förderung. Wenn Sie zum Beispiel monatlich weniger als zehn Euro einzahlen, bekommen Sie keine anteilige Förderung, sondern gehen leer aus.

Was ist der Vorteil von Pflege-Bahr?

Es gibt kein Höchsteintrittsalter. Das heißt, dass auch ältere und kranke Menschen eine private Pflegezusatzversicherung abschließen können und damit Anspruch auf die staatliche Förderung haben. Die Versicherer dürfen keinen Antragsteller aufgrund gesundheitlicher Risiken oder Vorerkrankungen ablehnen.

Gibt es einen Nachteil bei dieser Pflegezusatzversicherung?

Klarer Nachteil ist die Wartezeit: Erst fünf Jahre nach Versicherungsbeginn können Sie die Leistung des Versicherers in Anspruch nehmen. Davor erfolgt keine Auszahlung.

Experten sehen einen weiteren Nachteil: Das Geld aus der gesetzlichen Pflegeversicherung und der privaten Pflegezusatzversicherung wird im Pflegefall trotzdem nicht ausreichen. Stiftung Warentest hat schon 2013 ausgerechnet, dass die geförderten Tarife der Versicherer die finanzielle Lücke im Pflegefall nicht schließen können. Sinnvoller seien Pflegetagegeldversicherungen ohne staatliche Zulage.

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