183-Tage-Regelung: Was ist das?
05.10.2026
Die sogenannte 183-Tage-Regelung ist für alle Arbeitnehmer/innen wichtig, die für ein paar Monate im Ausland arbeiten und einen deutschen Arbeitgeber oder eine deutsche Arbeitgeberin haben. Sie besagt, dass Arbeitnehmende, die nicht länger als 183 Tage in einem anderen Staat arbeiten oder sich dort aufhalten und ihren Arbeitslohn von Deutschland aus erhalten – also nicht von einer Betriebsstätte des Unternehmens im Tätigkeitsstaat – weiterhin nur in Deutschland steuerpflichtig sind. Die 183-Tage-Regelung greift allerdings nur, wenn alle diese Bedingungen gleichzeitig erfüllt sind.
Umgekehrt darf der deutsche Fiskus nach der 183-Tage-Regelung den Lohn eines ausländischen Arbeitnehmers oder einer ausländischen Arbeitnehmerin grundsätzlich nicht besteuern, wenn alle Voraussetzungen erfüllt sind: Aufenthalt beziehungsweise Tätigkeit in Deutschland nicht länger als 183 Tage, kein in Deutschland ansässiger Arbeitgeber und keine deutsche Betriebsstätte, die den Arbeitslohn trägt.
ÜBRIGENS:
Grundsätzlich gilt, dass der Lohn immer in dem Land versteuert wird, in dem man arbeitet. Auch dann, wenn man in einem anderen Land seinen Wohnsitz hat. Die 183-Tage-Regelung ist eine Ausnahme davon und wird daher extra in sogenannten Doppelbesteuerungsabkommen geregelt.
Wie werden die 183 Tage errechnet?
Bezieht sich das jeweilige Doppelbesteuerungsabkommen zwischen Deutschland und dem ausländischen Staat auf Aufenthaltstage, dann gelten in der Regel auch Ankunfts- und Abreisetag, Wochenenden, Feiertage und bestimmte Urlaubstage im Tätigkeitsstaat als volle Aufenthaltstage. Ebenso werden alle Urlaubstage, die unmittelbar vor, während und nach der Tätigkeit im Tätigkeitsstaat verbracht werden, mitgezählt.
Der Zeitraum für die Berechnung der 183 Tage kann sich je nach Doppelbesteuerungsabkommen auf das Kalenderjahr beziehen oder auf ein vom Kalenderjahr abweichendes Steuerjahr oder auf einen variablen Zeitraum von 12 Monaten.
Ein Beispiel: Andreas war vom 1. Januar 2026 bis 31. Juli 2026 für seinen deutschen Arbeitgeber in Indien tätig. Das Steuerjahr beginnt dort am 1. April und endet am 31. März. Dadurch hält sich Andreas in keinem der beiden Steuerjahre länger als 183 Tage im Tätigkeitsland auf: Im ersten Steuerjahr sind es 90 Tage, im zweiten Steuerjahr 122 Tage. Sind auch die übrigen Voraussetzungen erfüllt, bleibt der Arbeitslohn in Deutschland steuerpflichtig.
Gilt die 183-Tage-Regelung auch für Pendler?
Für Grenzgänger/innen, die täglich oder wöchentlich von Deutschland nach Frankreich, Österreich oder in die Schweiz fahren, um dort zu arbeiten, gilt die 183-Tage-Regelung nicht. Mehr dazu und weitere steuerliche Besonderheiten erfahren Sie in unseren entsprechenden Artikeln: