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Grenzgänger in die Schweiz: So wird Ihr Einkommen besteuert

Grenzgänger in die Schweiz sind doppelt steuerpflichtig: Sie zahlen ihre Steuern sowohl in Deutschland als auch in der Schweiz.

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Grenzgänger in die Schweiz: So wird Ihr Einkommen besteuert

Die Schweizer Gehälter sind hoch. Wer in der Alpenrepublik arbeitet, verdient je nach Branche mehr als doppelt so viel wie in Deutschland. Dass immer mehr Menschen die Chance nutzen und sich einen Arbeitsplatz in der Schweiz suchen, zeigen die Zahlen. Allein aus Deutschland pendelten im Jahr 2015 etwa 60.000 Menschen in den Nachbarstaat – mit steigender Tendenz.

Der Chemielaborant Rainer ist einer von Ihnen. Er arbeitet in einer großen Pharmafirma in Basel, lebt aber mit seiner Familie in der nahe gelegenen baden-württembergischen Stadt Lörrach. Täglich pendelt er mit der Bahn über die Grenze.

Einkommensteuer an den deutschen Fiskus

Für Rainer als Grenzgänger ist es wichtig zu wissen: Die Regeln zur Besteuerung der Löhne in der Schweiz sind kompliziert, insbesondere weil die Schweiz nicht Mitglied der Europäischen Union (EU) ist. Das sogenannte Doppelbesteuerungsabkommen hält die steuerlichen Besonderheiten für Grenzgänger fest. Ein wichtiges Gesetz darin besagt, dass das Gehalt vom Wohnsitzstaat besteuert wird und nicht wie in vielen EU-Ländern üblich, von dem Staat in dem der Arbeitsplatz liegt. Wer regelmäßig in der Schweiz arbeitet und in Deutschland lebt, zahlt die Einkommensteuer also an das deutsche Finanzamt.

Die Schweiz behält 4,5 Prozent vom Gehalt ein

Trotzdem muss Rainer auch in der Schweiz Steuern zahlen: Denn der Staat behält vom Bruttoarbeitslohn jedes Grenzgängers eine Steuer in Höhe von 4,5 Prozent ein, die sogenannte Quellensteuer. Dieser Betrag wird dann in Deutschland auf Rainers Einkommensteuer angerechnet.

Doch Vorsicht: Rainer muss dem Arbeitgeber in der Schweiz dazu eine Ansässigkeitsbescheinigung vom deutschen Finanzamt vorlegen, ansonsten behält das Schweizer Finanzamt den vollen Steuerbetrag ein. Das Einkommen und die von der Schweiz einbehaltene Steuer trägt Rainer in der Anlage N der Steuererklärung ein. Zusätzlich muss er, wie jeder Schweizer Grenzgänger aus Baden-Württemberg, die Anlage N-Gre ausfüllen.

Übrigens:

In der Steuererklärung werden die Beträge nicht in Euro, sondern in Schweizer Franken eingetragen. Das deutsche Finanzamt übernimmt dann automatisch eine jahresbezogene Umrechnung in Euro, die sich an dem Wechselkurs orientiert, der in dem Jahr galt, als das Einkommen erzielt wurde. Das hat folgenden Effekt: Steigt der Schweizer Franken, so steigt auch der Steuersatz in Deutschland. Mehr dazu erfahren Sie in unserem Artikel: Schweizer Franken steigt - deutscher Fiskus verdient.

Die Rente für Schweizer Grenzgänger

Jeder, der in der Schweiz arbeitet, zahlt automatisch Beiträge in die Rentenkasse der Eidgenossen. Generell unterscheidet man in der Schweiz zwischen der verpflichtenden staatlichen Vorsorge im Rahmen der Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHV) und der beruflichen Vorsorge (BVG) über den Arbeitgeber, die je nach Gehaltsniveau ebenfalls verpflichtend ist. Die letztere Versicherung wird auch als Pensionskasse bezeichnet.

Die Rentenreform 2005 in Deutschland hat auch für Schweizer Grenzgänger Änderungen mit sich gebracht: Alle Zahlungen aus den Schweizer Rentenkassen sind vom Prinzip der sogenannten nachgelagerten Besteuerung betroffen. Rainers Rente wird also bei der Auszahlung in seiner Heimat nach klaren Regeln besteuert.

Unser Tipp:

Immerhin kann Rainer die gezahlten Beiträge in die staatliche Vorsorge und die Pensionskasse als Sonderausgaben bei der Steuererklärung angeben und absetzen. Das gilt unter bestimmten Umständen auch für die vom Schweizer Arbeitgeber geleisteten Zahlungen zur Altersvorsorge. Auch die Beiträge für die Schweizer Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung werden als Sonderausgaben vom Finanzamt anerkannt. Mehr dazu erfahren Sie von unseren Beraterinnen und Beratern. Hier geht es zur Beratersuche.

Für Beamte und Angestellte des Öffentlichen Dienstes, die täglich in die Schweiz pendeln, gibt es keine Sonderregelung. Sie werden, genau wie alle anderen Schweizer Grenzgänger auch, in Deutschland besteuert und entrichten in der Schweiz lediglich die Quellensteuer von 4,5 Prozent.

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