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Nebenjob: Muss ich meine Einnahmen versteuern?

Minijob oder Sachen übers Internet verkaufen: Viele verdienen sich neben dem Hauptberuf etwas dazu. Welche Steuern dafür anfallen, erfahren Sie hier.

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Nebenjob: Muss ich meine Einnahmen versteuern?

Zwei Millionen aller Minijobber sind im Nebenjob tätig. Das heißt, dass sie sich Geld hinzu verdienen, obwohl sie bereits angestellt sind und regelmäßige Einkünfte beziehen.

Was ist ein Nebenjob?

Unter einem Nebenjob versteht man im Allgemeinen eine Tätigkeit, die zusätzlich neben dem Hauptberuf ausgeübt wird und nicht mehr als ein Drittel der Arbeitszeit einer Vollzeitstelle einnimmt. Steuerlich ist es unerheblich, ob der Nebenjob mit dem Hauptberuf zu tun hat.

Muss ich Steuern zahlen, wenn ich einen zweiten Job habe?

Wenn Sie einen zweiten Job bei einem anderen Arbeitgeber ausüben und dabei nicht mehr als 450 Euro im Monat verdienen, dann gilt Ihr Nebenjob als "geringfügige Beschäftigung" – gemeinhin als Minijob bezeichnet. In der Regel wird dieser mit einer einheitlichen Pauschsteuer durch den Arbeitgeber besteuert. Für Sie selbst ist der Minijob dann steuerfrei. Zudem werden keine Sozialabgaben fällig. Auch von der seit 2013 gültigen Rentenversicherungspflicht können Sie sich zum Teil befreien lassen.

Verdienen Sie als Arbeitnehmer in Ihrem Nebenjob über 450 Euro im Monat gilt Lohnsteuerklasse VI (6). Das betrifft jedoch nur den Nebenjob. Für den Hauptberuf gilt weiterhin Ihre reguläre Steuerklasse. Sozialabgaben sind für beide Jobs in voller Höhe zu entrichten.

Gelten für Studenten die gleichen Regeln?

Im Prinzip ja. Denn auch für einen Student mit Minijob gilt, dass er keine Sozialabgeben zahlen muss. Ebenso sind in der Regel keine Steuern fällig.

Liegt der Verdienst bei mehr als 450 Euro im Monat und ist die Beschäftigung auf Dauer angelegt, sind grundsätzlich Rentenversicherungsbeiträge zu zahlen. Eine Befreiung ist nicht möglich. Im Unterschied zum normalen Arbeitnehmer fallen bei einem Student in der Regel keine Beiträge für Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung an. Dies setzt allerdings voraus, dass er während der Vorlesungszeit nicht mehr als 20 Stunden pro Woche arbeitet. Steuern zahlen Studenten nach ihrer persönlichen Steuerklasse. Die Lohnsteuerklasse VI (6) wird für sie erst relevant, wenn sie zwei Jobs haben.

Die VLH rät auch Studierenden eine Steuererklärung abzugeben, um sich eventuell zu viel gezahlte Steuern zurück zu holen. Zudem können sie die Kosten für das Studium absetzen. Mehr dazu in unserem Artikel zum Thema Ausbildungskosten.

Darf ich einfach so einen Nebenjob machen?

Grundsätzlich können Arbeitnehmer in ihrer Freizeit machen was sie wollen – also auch neben ihrem Hauptberuf arbeiten gehen oder ein Ehrenamt begleiten. Was aber nicht geht: Wenn Sie durch Ihren Nebenjob so beansprucht werden, dass Sie ihren Hauptberuf nicht mehr ordentlich nachgehen können oder wenn der Nebenjob in Konkurrenz zu Ihrem Hauptberuf steht.

Übrigens:

Manche Firmen legen im Arbeitsvertrag fest, dass man einem Nebenjob nur mit Einverständnis des Chefs nachgehen darf. Daher lesen Sie Ihren Arbeitsvertrag durch, bevor Sie sich etwas dazu verdienen oder sprechen Sie im Vorfeld mit Ihrem Vorgesetzen.

Wann muss ich mit einem Zweitjob ein Gewerbe anmelden?

Wenn Sie als Arbeitnehmer einem zweiten Job nachgehen, müssen Sie meistens kein Gewerbe anmelden. Diese Regel wird jedoch aufgehoben, wenn Sie neben ihrem Hauptberuf "regelmäßig und nachhaltig am wirtschaftlichen Warenverkehr teilnehmen". Das ist dann der Fall, wenn Sie beispielsweise immer wieder etwas über das Internet verkaufen. Infos darüber erhalten Sie beim Gewerbeamt oder von der Industrie- und Handelskammer (IHK). Hier erfahren Sie auch, ob Sie noch ein Kleingewerbe betreiben.

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