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Was bringt mir die Werbungskostenpauschale?

Bei der sogenannten Werbungskostenpauschale rechnet der Staat jedem Arbeitnehmer 1.000 Euro bzw. 1.200 Euro Steuervergünstigung pauschal am Ende des Jahres an.

Zur Arbeit fahren, Fachbücher kaufen oder Fortbildungen machen: Ausgaben für den Beruf, sogenannte Werbungskosten, können Sie von der Steuer absetzen - wenn Ihnen Ihr/e Chef/in die Kosten nicht bezahlt. 

Das Gute: Wenn Sie Ihre Steuererklärung abgeben, erkennt Ihnen das Finanzamt die Werbungskostenpauschale in Höhe von 1.000 Euro (ab Steuerjahr 2022 sind es 1.200 Euro) automatisch an – Sie müssen nur die Steuererklärung abgeben, aber nirgendwo ein Kreuzchen machen oder eine Summe eintragen. Das heißt, dass Ihnen automatisch 1.000 Euro bzw. 1.200 Euro berufliche Ausgaben steuerlich anerkannt werden, ganz egal, ob Sie tatsächlich welche hatten.

Wann lohnt sich für mich die Werbungskostenpauschale?

Die Werbungskostenpauschale – auch Werbungskostenpauschbetrag genannt – lohnt sich für Sie immer dann, wenn Sie weniger als 1.000 Euro im Jahr an beruflichen Ausgaben haben. Wenn Sie zum Beispiel 2021 mehr als 1.000 Euro im Jahr für Ihren Beruf ausgegeben haben, sollten Sie die Werbungskostenpauschale nicht annehmen, sondern Ihre Ausgaben individuell nachweisen.

Einen schnellen Hinweis dafür, ob Sie 2021 über den 1.000 Euro im Jahr liegen, gibt die Berechnung Ihrer Fahrten zur Arbeit: Denn für jeden gefahrenen Kilometer einer einfachen Fahrt zur Arbeit dürfen Arbeitnehmer/innen aktuell 30 Cent von der Steuer absetzen, ab dem 21. Kilometer sind es 35 Cent. Das ist die sogenannte Pendlerpauschale. Wenn Sie mehr als 16 Kilometer von Ihrem Arbeitsort entfernt wohnen und 215 Tage im Jahr arbeiten, kommen Sie schon mit den Ausgaben für Ihre Fahrten zur Arbeit über die 1.000 Euro:

 

215 (Arbeitstage) x 16 (Kilometer einfache Fahrt) x 0,3 (Pendlerpauschale) = 1.032 Euro

 

Sie sind sich nicht sicher, an wie vielen Arbeitstagen Sie ins Büro gefahren sind? Unser Arbeitstage-Rechner 2022 hilft Ihnen weiter:

 

 

Übrigens:

Ab 2022 dürfen Berufspendler/innen ab dem 21. Kilometer mit 38 Cent rechnen. Bis einschließlich 20 Kilometer wird es – wie bisher – bei 30 Cent bleiben. Zudem gibt es seit 2021 eine Mobilitätsprämie für Geringverdiener/innen, mehr dazu erfahren Sie hier: Mobilitätsprämie – was ist das?

Was muss ich tun, wenn ich meine beruflichen Ausgaben individuell absetzen will?

Wenn Sie Ihre Ausgaben individuell steuerlich absetzen wollen, sollten Sie sämtliche Quittungen und Kassenbons sammeln, die Ihre übrigen Ausgaben für Ihren Beruf dokumentieren wie zum Beispiel für Bewerbungen, Fachbücher oder Berufskleidung. Welche Kosten noch dazu zählen, erklärt unser Artikel Was sind Werbungskosten?.

Zählen Sie die Summe aller beruflichen Ausgaben am Ende des Jahres zusammen und tragen Sie diese im Steuerformular "Anlage N" der Steuererklärung ein. Die Belege bewahren Sie bei sich zu Hause auf, falls das Finanzamt diese nachträglich anfordert.

Übrigens:

Manchmal wird die Werbungskostenpauschale von 1.000 Euro bzw. 1.200 Euro für Arbeitnehmer/innen auch als Arbeitnehmerpauschale oder als Arbeitnehmerpauschbetrag bezeichnet. 1990 wurde sie als Arbeitnehmerpauschale mit einer Höhe von 2.000 DM eingeführt. Davor gab es einen Arbeitnehmerfreibetrag von 480 DM, einen Weihnachtsfreibetrag von 600 DM und eine Werbungskostenpauschale von 564 DM .

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Dies ist ein redaktioneller Text des Redaktionsteams der VLH. Es erfolgt keine Beratung zu Themen, die außerhalb der steuerlichen Beratungsbefugnis eines Lohnsteuerhilfevereins liegen. Eine Beratungsleistung im konkreten Einzelfall kann nur im Rahmen der Begründung einer Mitgliedschaft und ausschließlich innerhalb der Beratungsbefugnis nach § 4 Nr. 11 StBerG erfolgen.

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