Beratersuche starten
Berater suchen
Servicetelefon
06321 96 39 96 9

Die Pendlerpauschale für Einsteiger

Für Pendler gibt es Geld vom Staat zurück. Oder wie war das? So ähnlich. In jedem Fall lohnt sich die Pendlerpauschale für alle, die berufstätig sind.

Mit anderen teilen
Die Pendlerpauschale für Einsteiger

Ein Pendler ist steuerrechtlich gesehen ein Arbeitnehmer, der von seiner Wohnung zu seinem Arbeitsplatz geht oder fährt. Egal wie weit die Strecke zwischen Wohnung und Arbeitsplatz ist oder ob er die Strecke zu Fuß, mit dem Fahrrad, dem Mofa oder Motorrad, mit Bus oder Bahn, dem eigenen Auto oder einem anderen Verkehrsmittel zurücklegt.

Pendler sind also Berufstätige, die nicht von Zuhause aus arbeiten. Die Fahrtkosten, die jedem Pendler für seinen Weg zur Arbeit entstehen, kann er steuerlich geltend machen. Ob der Arbeitnehmer dabei Vollzeit oder Teilzeit arbeitet, spielt keine Rolle. 

Übrigens:

Wer mit einem Auto fährt, der kann prinzipiell alle Pendlerkosten von der Steuer absetzen (wie diese Kosten berechnet werden, siehe unten). Wer allerdings mit dem Fahrrad, Motorrad oder den öffentlichen Verkehrsmitteln zur Arbeit fährt, kann nicht mehr als 4.500 Euro im Jahr absetzen. Weitere Details dazu erfahren Sie in unserem Artikel Fahrtkosten – das müssen Sie wissen

So wird die Pendlerpauschale berechnet

Die meisten Berufstätigen müssen jeden Tag mehrere Kilometer zur Arbeit fahren. Zum Beispiel Fabian, der frischgebackene Mediendesigner: Er fährt täglich mit seinem Auto 25 Kilometer zur Arbeit hin und 25 Kilometer wieder nach Hause zurück.

Für jeden Kilometer der einfachen Fahrtstrecke, also entweder der Hin- oder der Rückfahrt, bekommt Fabian 30 Cent Steuervergünstigung vom Staat. Bei 220 Arbeitstagen im Jahr sieht Fabians Berechnung der Pendlerpauschale so aus:

 

220 Arbeitstage x 25 Kilometer einfache Fahrt x 0,3 Euro Pendlerpauschale = 1.650 Euro

 

Wer sich nicht sicher ist, wie oft er in einem Jahr, abzüglich Urlaub oder Krankheit, zur Arbeit gefahren ist, kann das dank unseres Arbeitstage-Rechners mit wenigen Klicks herausfinden.

Wie das mit der Pendlerpauschale funktioniert, zeigt Ihnen auch unser kurzes Video sehr anschaulich:

So wird die Pendlerpauschale erstattet

Fabian weiß jetzt, wie viel ihm das Finanzamt für seinen Weg zur Arbeit erstattet – aber wie kommt das Geld auf sein Konto? Überhaupt nicht, Fabian bekommt seine 1.650 Euro Pendlerpauschale nicht überwiesen oder ausgezahlt. Stattdessen zieht sein Finanzamt diesen Betrag von Fabians Jahreseinnahmen ab. Nur auf den restlichen Betrag muss Fabian Steuern zahlen.

Das klingt vielleicht nicht ganz so schön wie eine Überweisung, hilft Fabian aber beim Steuern sparen. Einzige Bedingung: Fabian muss seine Steuererklärung abgeben. Nur so weiß das Finanzamt genau, wie hoch seine Werbungskosten sind und kann ihm die Pendlerpauschale als steuerfreien Vorteil anrechnen. Die 1.650 Euro Pendlerpauschale trägt er in der Anlage N auf Seite 2 gemeinsam mit der Adresse seines Arbeitsplatzes ein. Sein Finanzbeamter wird kurz nachrechnen, ob Fabians Angaben stimmen.

Übrigens:

Die Pendlerpauschale ist nicht die einzige Steuererleichterung, die einem Berufstätigen zusteht! Fabian profitiert wie alle anderen Arbeitnehmer in Deutschland auch davon, seine übrigen Werbungskosten, Sonderausgaben und außergewöhnlichen Belastungen von seinen Jahreseinnahmen abziehen zu lassen. Wer mehr dazu erfahren will, kann sich in unserem Steuer ABC’s informieren.

Diese Ausnahmen werden vom Finanzamt anerkannt

Grundsätzlich gilt, dass nur der kürzeste Weg von zu Hause bis zur Arbeit anerkannt wird. Aber es gibt Ausnahmen. Nehmen wir an, auf dem Weg zu Fabians Arbeitsplatz ist seit einigen Wochen eine Großbaustelle. Jeden Morgen steht der Mediendesigner auf der Autobahn im Stau. Fährt Fabian über die Landstraße, um den Stau zu vermeiden, ist das ein Umweg von gut zehn Kilometern.

Dennoch ist er trotz Umweg schneller im Büro als über den rein rechnerisch kürzeren Weg via Autobahn. Fabian wird eine kleine Notiz in der Anlage N auf Seite 2 beifügen. Darin erklärt er dem Finanzbeamten kurz und formlos, warum er für einige Zeit einen Umweg gefahren ist und seine Pendlerpauschale deshalb höher ausfällt.

Wann lohnt sich die Pendlerpauschale?

Für alle, die einen langen Weg zur Arbeit haben, lohnt sich die Pendlerpauschale. Doch ab welcher Kilometerzahl profitiert der Berufstätige tatsächlich? Eine einfache Rechnung zeigt: Schon wer 220 Tage im Jahr arbeitet und 16 Kilometer von seinem Arbeitsort entfernt wohnt, kann am Jahresende allein für die Fahrtkosten zur Arbeit über 1.000 Euro in seiner Einkommensteuererklärung eintragen:

 

220 Arbeitstage x 16 Kilometer einfache Fahrt x 0,3 Euro Pendlerpauschale = 1.056 Euro

 

Damit liegt der Berufstätige über der Werbungskostenpauschale von 1.000 Euro, die jedem Arbeitnehmer automatisch zusteht. Wenn der Arbeitnehmer jetzt noch weitere berufliche Ausgaben wie Fortbildungen oder Fachbücher hat, kann er diese zusätzlich geltend machen.

Übrigens:

Für alle Arbeitnehmer, die nur 15 Kilometer oder weniger zur Arbeit fahren, heißt das umgekehrt aber nicht, dass sich die Pendlerpauschale für sie prinzipiell nicht lohnt. Wichtig ist die Höhe der beruflichen Ausgaben insgesamt. Wer also zum Beispiel eine 14 Kilometer lange Strecke zur Arbeit fährt und zusätzlich mehrere Fortbildungen im Jahr besucht, kann ebenfalls profitieren. Entscheidend ist immer die individuelle Situation. Ihre VLH-Beraterin oder Ihr VLH-Berater hilft Ihnen gerne, die vielfältigen beruflichen Ausgaben steuerlich geltend zu machen und berät Sie, ob Sie von der Pendlerpauschale profitieren können. Hier geht es zur Beratersuche

Mit anderen teilen