Beratersuche starten
Berater suchen
Servicetelefon
06321 96 39 96 9

Steuer ABC

Was ist das "Ehegatten-Splitting"?

"Schatz, lass uns heiraten – und Steuern sparen!" Wie das Ehegattensplitting funktioniert und welchen Paaren es am meisten nutzt, erfahren Sie hier.

Was ist das Ehegatten-Splitting?

Wenn Sie verheiratet oder verpartnert sind, werden Sie automatisch – auch ohne Antrag – „zusammen veranlagt“. Das heißt, dass Sie und Ihr Ehepartner eine gemeinsame Steuererklärung abgeben und damit steuerlich wie eine Person behandelt werden. Das spart Zeit und meistens auch Steuern, nämlich durch die Art, wie die Einkommensteuer nun berechnet wird. Das Rechenverfahren dafür nennt man Ehegattensplitting.

Wie funktioniert das Ehegattensplitting?

Generell gilt: Je größer das Einkommen, desto mehr Steuern sind fällig. Bei Verheirateten, die gemeinsam eine Steuererklärung abgeben, funktioniert das ein bisschen anders. So geht es:

  1. Das Finanzamt zählt das Jahreseinkommen von Ehemann und Ehefrau zusammen, halbiert den Betrag und berechnet für diese eine Hälfte die Einkommensteuer.
  2. Die errechnete Einkommensteuer wird verdoppelt - das Ergebnis ist die Einkommensteuer, die ein Ehepaar zahlen muss.

In der Regel zahlen Ehepaare mit dem Ehegattensplitting weniger Steuern, als wenn jeder von beiden die Einkommensteuer einzeln berechnen lässt.

 

Übrigens:

Für die Zusammenveranlagung, also das Ehegattensplitting, können Sie einfach gemeinsam mit Ihrem Partner eine Steuererklärung abgeben und auf Seite 1 des sogenannten Mantelbogens – dem Hauptformular der Steuererklärung – das Kästchen "Zusammenveranlagung" ankreuzen.

Wer spart besonders viel Steuern mit dem Ehegattensplitting?

Steuern spart vor allem das Ehepaar, bei dem der eine eher viel und der andere eher wenig verdient.

Ein Beispiel: Nehmen wir einmal an, einer der beiden arbeitet Vollzeit und verdient 45.000 Euro im Jahr, der andere arbeitet Teilzeit und verdient 15.000 Euro im Jahr. Als nicht zusammen veranlagtes Paar muss der eine knapp 10.800 Euro und der andere gut 1.340 Euro Steuern zahlen (gerechnet nach dem Einkommensteuertarif 2014 und ohne Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer). Über 1.000 Euro weniger Steuern zahlen beide, wenn sie gemeinsam eine Steuererklärung machen und das Finanzamt mit dem Splittingtarif rechnet.

Ein weiteres Beispiel: Beide Ehepartner arbeiten Vollzeit, einer verdient 35.000 Euro im Jahr, der andere 25.000 Euro im Jahr. Macht jeder der beiden seine Steuererklärung selbst, zahlt der eine etwa 7.200 Euro Steuern, der andere gut 4.000 Euro. Auch sie sparen Steuern über das Ehegattensplitting, wenn auch nur knapp 100 Euro.

Ehegattensplitting einfach erklärt

Wie sich Heiraten auch steuerlich lohnt - verständlich und auf einen Blick als Infografik:

Gilt das Ehegattensplitting für eingetragene Lebenspartnerschaften?

Auch eingetragene Lebenspartner können die Zusammenveranlagung nutzen und so vom Splittingtarif profitieren. Es gilt exakt der gleiche Steuervorteil wie für verheiratete Paare.

Da diese Regel aber erst seit 2013 in Kraft ist, gibt es für homosexuelle Paare die Möglichkeit ihre „einzeln veranlagte“ Steuererklärung rückwirkend bis 2001 mit ihrem Lebenspartner „zusammen veranlagen“ zu lassen und dadurch eventuell Steuerrückzahlungen zu erhalten.

Drei praxisnahe Beispiele, wie Sie den Splittingvorteil rückwirkend nutzen können, zeigt Ihnen unser Artikel So nutzen Lebenspartner das Ehegatten-Splitting nachträglich.

Können auch Alleinerziehende den Splittingtarif für Ehegatten nutzen?

Nein, der Bundesfinanzhof, Deutschlands höchstes Gericht für Steuern, hat 2012 entschieden, dass Alleinerziehende keinen Anspruch auf einen Splittingtarif haben. Die Begründung lautete unter anderem, dass die steuerliche Berücksichtigung schon durch die Freibeträge oder das Kindergeld stattfände.

Dürfen Ehegatten das Splitting auch anwenden, wenn Sie sich scheiden lassen?

Das Jahr in dem Sie sich scheiden lassen, ist das letzte Jahr, für das Sie mit Ihrem Ex-Partner noch gemeinsam eine Steuererklärung abgeben und das Ehegattensplitting nutzen können. Danach sind Sie steuerlich gesehen wieder alleinstehend.

 

Übrigens:

Sollte Ihr Ex-Partner im gleichen Jahr der Scheidung wieder heiraten, gilt für Sie das Sondersplitting und somit für dieses Jahr dennoch der günstigere Steuertarif – auch wenn Sie Ihre Steuererklärung nun alleine abgeben.

Was passiert mit dem Ehegattensplitting wenn mein Partner stirbt?

Wenn Sie Witwe oder Witwer geworden sind, können Sie für das Jahr, in dem Ihr Ehepartner verstorben ist, noch das Ehegattensplitting nutzen. Im darauf folgenden Jahr werden Sie dann mit dem sogenannten Gnadensplitting versteuert. Das heißt, dass Sie noch ein weiteres Jahr lang den günstigeren Steuertarif nutzen dürfen. Danach erlischt dieser Vorteil. Das Gnadensplitting wird auch Witwensplitting genannt.  

Sie wollen wissen, was Ihnen das Ehegattensplitting bringt? Unsere Beraterinnen und Berater kennen sich mit den Splittingtarifen aus. Hier geht es zur Beratersuche.