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Zusammenveranlagung: Was ist das?

Die Zusammenveranlagung ist eine Form der sogenannten Ehegattenveranlagung, bei der ein Ehepaar eine gemeinsame Steuererklärung abgibt.

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Zusammenveranlagung: Was ist das?

Seit einer Gesetzesänderung, die zum 1. Januar 2013 in Kraft trat, gibt es für Verheiratete zwei Möglichkeiten, sich steuerlich veranlagen zu lassen: die Zusammenveranlagung – auch Ehegattensplitting genannt – sowie die Einzelveranlagung nach dem Grundtarif.

Bei einer Zusammenveranlagung gibt ein Ehepaar eine gemeinsame Steuererklärung ab und wird damit steuerlich wie eine Person behandelt. Das bedeutet auch: Ein paar Wochen nach Abgabe der Steuererklärung gibt es nur einen gemeinsamen Steuerbescheid. Auch eine eventuelle Steuerrückerstattung wird auf nur ein Konto überwiesen.

Welche Voraussetzungen muss ich für eine Zusammenveranlagung erfüllen?

Um eine Zusammenveranlagung wählen zu können, müssen Sie drei Voraussetzungen erfüllen:

  1. Sie leben in einer rechtsgültigen Ehe.

  2. Beide Partner sind unbeschränkt einkommensteuerpflichtig.

  3. Sie dürfen nicht dauernd getrennt lebend sein.

Wie funktioniert die Zusammenveranlagung?

Bei einer Zusammenveranlagung ermittelt das Finanzamt zuerst die Einkünfte des Ehepaares getrennt voneinander, um sie anschließend zu addieren. Dieser Gesamtbetrag der Einkünfte wird dann halbiert. Auf eine Hälfte wird die Einkommensteuer errechnet. Der Einkommensteuer-Betrag wird schlussendlich verdoppelt. Das Ergebnis ist die fällige Einkommensteuer des Ehepaares. Dieser Vorgang wird als Ehegattensplitting bezeichnet. Eine ausführliche Beispielrechnung finden Sie in unserer Artikel Was ist das "Ehegatten-Splitting"?

Sind die Einkünfte ermittelt, geht es an die Ausgaben, die Sie als Ehepaar haben. Sowohl die Sonderausgaben als auch die außergewöhnlichen Belastungen können Sie gemeinsam in der Steuererklärung eintragen – es spielt keine Rolle, ob Sie die Kosten von einem gemeinsamen Konto beglichen haben oder die Kosten nur einem Ehegatten entstanden sind. Besonderheit bei den außergewöhnlichen Belastungen: Die zumutbare Belastung wird anhand der gesamten Einkünfte berechnet.

Wie beantrage ich die Zusammenveranlagung?

Möchten Sie als Ehepaar die Zusammenveranlagung nutzen, müssen Sie dafür keinen gesonderten Antrag stellen. Setzen Sie auf der ersten Seite des Mantelbogens ein Kreuz bei "Zusammenveranlagung". Falls Sie das Kreuz vergessen, kommt es automatisch – auch ohne Antrag – zu einer gemeinsamen Veranlagung des Ehepaares.

Zusammenveranlagung oder Einzelveranlagung – was lohnt sich wann?

Eine Zusammenveranlagung lohnt sich immer dann, wenn es einen deutlichen Gehaltsunterschied zwischen den Gehältern der Ehepartner gibt. Grundsätzlich gilt: Je größer die Differenz der Gehälter, desto höher der steuerliche Vorteil.

Eine Einzelveranlagung kann dann sinnvoll sein, wenn ein Ehepartner selbstständig ist und der andere angestellt, ebenso wenn ein Ehepartner Verluste gemacht hat, Arbeitslosengeld bezieht oder eine hohe Abfindung erhält. Empfehlenswert ist eine Einzelveranlagung auch dann, wenn Sie vorhaben sich scheiden zu lassen.

Einmal Zusammenveranlagung, immer Zusammenveranlagung?

Sie können sich als Ehepaar jedes Jahr aufs Neue entscheiden, wie Sie steuerlich veranlagt werden wollen. Aber: Wenn Sie weder ein Kreuz in der Steuererklärung setzen, noch einen formlosen Antrag stellen, geht das Finanzamt grundsätzlich davon aus, dass Sie als Ehepaar gemeinsam veranlagt werden wollen. Sie müssen also dem Finanzamt gegenüber klar formulieren, wenn Sie als Ehepaar die Einzelveranlagung wählen.

Was muss ich beim Rechtsbehelf, also einem Einspruch, beachten?

Der Bundesfinanzhof (BFH) betonte in einem Urteil (Aktenzeichen X R 17/12), dass zusammenveranlagte Ehepaare bei einem Rechtsbehelf klar zum Ausdruck bringen sollten, ob der Einspruch nur für einen Ehegatten oder für beide gilt.

Nun kann es auch vorkommen, dass nur ein Ehegatte bei Zusammenveranlagung Einspruch erhebt und die Finanzbehörde trotzdem eine Einspruchsentscheidung gegen beide Ehegatten erlässt. Ist dies der Fall, hat der Ehegatte, der keinen Einspruch erhoben hat, Anspruch auf eine sogenannte isolierte Aufhebung der Einspruchsentscheidung.

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