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Corona und die Folgen für Arbeitnehmer

Kurzarbeit, Krankengeld, Kinderbetreuung und Quarantäne: Die Coronakrise wirft viele Fragen auf. Hier finden Sie Antworten.

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Coronavirus und die finanziellen Folgen für Arbeitnehmer

Das Wichtigste vorab: Wer am Coronavirus erkrankt, erhält weiter sein Gehalt. Dauert das Ganze länger, kommt das Krankengeld zum Zug. Das ist zwar niedriger, aber immerhin steuerfrei. Dennoch muss es ab einem bestimmten Betrag in der Steuererklärung eingetragen werden. Diese Regeln gelten in allen Krankheitsfällen, nicht nur bei Corona.

Corona und Quarantäne

Das Coronavirus breitet sich weiter aus, immer mehr Menschen stecken sich mit Covid-19 an. Dadurch kommt es verstärkt zu Quarantänefällen. Diese werden bei einer tatsächlichen Erkrankung, aber auch in dringenden Verdachtsmomenten von der jeweiligen Behörde vor Ort angeordnet – zur Not gegen den Willen des Betroffenen.

Klar ist: Wenn Sie unter Quarantäne gestellt werden, müssen Sie zu Hause bleiben – und können somit natürlich nicht zur Arbeit. Auch wenn Sie möglicherweise gar nicht krank sind. Im Homeoffice – dazu weiter unten mehr – könnten Sie zwar arbeiten, das ist jedoch nicht jedem Arbeitnehmer möglich. In dem Fall erhalten Sie ebenfalls bis zu sechs Wochen lang Ihr Geld vom Arbeitgeber – dieser kann es sich anschließend von der jeweils zuständigen Behörde zurückholen. Das besagt das Gesetz zur Verhütung und Bekämpfung von Infektionskrankheiten.

Übrigens

Die Kosten für Hamstereinkäufe können natürlich nicht von der Steuer abgesetzt werden.

Corona und Krankengeld

Normalerweise sollte die Quarantäne bei Corona keine sechs Wochen dauern, als Faustregel gelten zwei Wochen. Wären Sie aber tatsächlich erkrankt und damit länger außer Gefecht gesetzt, würde ab der siebten Woche das Krankengeld greifen. Das ist steuerfrei, da es sich um eine sogenannte Lohnersatzleistung handelt, ähnlich wie das Elterngeld. Es muss aber in der Steuererklärung eingetragen werden und erhöht Ihren Steuersatz. Was das genau heißt, erklärt unser Artikel zum Thema Progressionsvorbehalt.

Übrigens

Die Kosten beispielsweise für Schmerztabletten, Nasenspray oder Antibiotika können Sie teilweise von der Steuer absetzen. Das gilt aber nur, wenn die Medikamente vom Arzt verschrieben worden sind. Sie fallen dann unter die Kategorie der außergewöhnlichen Belastungen.

Corona und Kurzarbeit

Die Bundesregierung hat entschieden, dass in Zeiten von Corona Kurzarbeitergeld gewährt werden kann. Als Arbeitnehmer müssen Sie in dem Fall nicht aktiv werden, denn die Beantragung ist Sache des Arbeitgebers. Dieser muss die Details mit der Agentur für Arbeit klären. Er kann Kurzarbeitergeld aber nur beantragen, wenn er wirtschaftliche Einbußen wegen des Coronavirus und der damit zusammenhängenden Einschränkungen hat.

Für Sie als Arbeitnehmer bringt das finanzielle Einbußen mit sich. Die Agentur für Arbeit übernimmt nämlich nur 60 Prozent Ihres entgangenen Lohns, bei Arbeitnehmern mit Kind zahlt sie 67 Prozent. Weitere Infos finden Sie in unserem Artikel zum Thema Kurzarbeit.

Corona und Homeoffice

Viele Arbeitnehmer sind wegen der Coronakrise ins Homeoffice gewechselt. Grundsätzlich können Kosten für ein häusliches Arbeitszimmer teilweise von der Steuer abgezogen werden. Dafür müssen aber verschiedene Voraussetzungen erfüllt sein. Zum Beispiel muss es sich bei dem Arbeitszimmer um einen separaten Raum handeln, der ausschließlich für die berufliche Tätigkeit genutzt wird. Darüber hinaus gilt: Aufwendungen können nur abgezogen werden, wenn das Arbeitszimmer den Tätigkeitsmittelpunkt bildet (voller Abzug) oder für die Tätigkeit kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung steht (Abzug bis 1.250 Euro).

Wegen der aktuellen Lage durch Corona dürfte es in vielen Fällen so sein, dass der Arbeitnehmer bisher einen Arbeitsplatz hatte und jetzt, wegen der Infektionsgefahr, ganz oder teilweise von zu Hause arbeiten muss oder darf. Somit dürfte die Nutzung des häuslichen Arbeitszimmers nur von vorübergehender Dauer sein. Dennoch besteht die Chance, dass das Finanzamt Abzüge der Kosten in der Steuererklärung zulässt.

Folgendes sollten Sie dabei beachten:

  • Liegen die räumlichen Voraussetzungen für einen Abzug der Aufwendungen vor, ist es sinnvoll, vom Arbeitgeber eine Bescheinigung zu erhalten, in welchem Zeitraum der Arbeitsplatz nicht zur Verfügung stand und Sie deshalb von zu Hause aus arbeiten mussten. Ansonsten werden viele Finanzämter etwaige Kosten nicht anerkennen.
  • Die bloße Behauptung „Ich durfte zu Hause arbeiten“ wird in der Regel nicht ausreichen, da das „durfte“ ja ein Wahlrecht ist.
  • Ebenso wichtig ist es, dass Sie möglichst präzise aufzeichnen, wann Sie das Arbeitszimmer genutzt haben bzw. nutzen mussten. Hier bietet sich eine Tabelle mit Datum, Anzahl der Stunden und genauen Uhrzeiten an.
  • Je detaillierter die Aufzeichnungen und Nachweise desto größer sind die Chancen, dass die Finanzämter die Aufwendungen zum Abzug zulassen.

Was alles unter den Begriff der abzugsfähigen Aufwendungen fällt und welche Arbeitsmittel steuerlich geltend gemacht werden können, erfahren Sie in unserem Artikel zum Thema Arbeitszimmer.

Corona und Kinderbetreuung

Um die Verbreitung des Coronavirus so gut wie möglich einzudämmen, bleiben zurzeit nicht nur Geschäfte und Gaststätten, sondern auch Kindertagesstätten und Schulen geschlossen. Damit stellen sich für berufstätige Eltern viele Fragen: Darf ich zu Hause bleiben, um mein Kind oder meine Kinder zu betreuen? Erhalte ich dann trotzdem das volle Gehalt? Oder muss ich eine Betreuung organisieren, um zur Arbeit gehen zu können? Oder gar Urlaub nehmen?

Fakt ist: Jedem gesetzlich versicherten Elternteil stehen im Jahr zehn Tage zu, um das kranke Kind unter zwölf Jahren zu betreuen. Diese Regel greift jedoch nur, wenn das Kind auch tatsächlich krank ist. Muss es nur aus dem Grund zu Hause bleiben, weil die Kita oder die Schule wegen einer möglichen Ansteckungsgefahr geschlossen ist, gilt das nicht.

Betroffene Beschäftigte sollten in solchen Fällen zunächst Kontakt zu ihrem Arbeitgeber aufnehmen, um eine gemeinsame Lösung zu finden. Möglicherweise können Überstunden abgebaut oder es kann im Homeoffice gearbeitet werden. Im Notfall müssen Urlaubstage genommen werden. Und sollten doch Kosten für die Betreuung anfallen, lassen sich diese unter gewissen Umständen von der Steuer abziehen. Näheres dazu erfahren Sie in unserem Artikel zum Thema Betreuungskosten.

Corona und Steuererklärung

Sie wollen Betreuungskosten oder Aufwendungen für ein Arbeitszimmer absetzen, oder haben Krankengeld erhalten und sind unsicher, wie Sie es in Ihrer Steuererklärung eintragen müssen? Unsere Beraterinnen und Berater helfen Ihnen dabei. Finden Sie hier eine Beratungsstelle in Ihrer Nähe: Beratersuche

Übrigens

Die in diesem Beitrag aufgeführten Regelungen würden auch bei einer anderen Art der Epidemie oder Pandemie greifen, beispielsweise bei einer Grippeepidemie.

 

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