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eBay & Co: Verkaufsportale müssen Daten offen legen

eBay, reBuy, momox: Wer einen Privatkauf online abwickelt und Gewinn macht, sollte gewisse Steuerregeln beachten. Denn das Finanzamt prüft nach.

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Verkaufsportale müssen Daten fürs Finanzamt offen legen

Seit 2013 müssen Portalbetreiber wie ebay, Kleiderkreisel oder mobile.de auf Anfrage des Finanzamts nicht nur Name, Adresse und Bankverbindung eines Verkäufers weitergeben, sondern auch alle Verkäufe auflisten. Möglich macht das ein Urteil des Bundesfinanzhofs (Aktenzeichen II R 15/12).

Für Sie als Online-Verkäufer bedeutet das: Egal, ob Sie professioneller Händler oder nur gelegentlicher Privatverkäufer sind – wenn Sie über das Internet Sachen mit steuerpflichtigem Gewinn verkaufen, sollten Sie die Steuerregeln kennen. Ansonsten können Sie Post vom Finanzamt bekommen.

Übrigens:

Im Visier der Steuerfahnder stehen, neben den klassischen Verkaufsportalen, auch Portale für Geldanlagen wie Smava.de oder Auxmoney.com.

XPider: Steuerfahndung im Netz

Mit der Suchmaschine XPider ermitteln die Beamten des Bundeszentralamts für Steuern, wer über einen längeren Zeitraum oft oder viel Ware verkauft. Weil XPider gleichzeitig Querverbindungen zu den Daten der Behörden herstellt, kommen die Beamten schnell zu den Verkäufern – selbst dann, wenn diese ein Pseudonym benutzen, wie Stiftung Warentest berichtet.

Wann Sie Steuern auf Ihren Privatverkauf zahlen müssen

Wenn Sie Ihren Keller ausmisten und alte Möbel, getragene Kinderkleidung, Spielzeug oder Bücher über ebay verkaufen, müssen Sie sich um das Thema Steuern meistens keine Gedanken machen. Das gilt auch, wenn Sie Ihren Gebrauchtwagen online anbieten. Denn Gewinn erzielen Sie mit den Verkäufen in der Regel nicht.

Aufpassen müssen Sie hingegen, wenn Sie ein privates Veräußerungsgeschäft tätigen, also beispielsweise ein Wirtschaftsgut verkaufen, das nicht dem täglichen Gebrauch dient, wie Edelmetalle. Vorsicht ist ebenso bei Schmuck, Uhren und Antiquitäten geboten. Denn hier werden auch beim Privatverkauf meistens Gewinne erzielt. Diese sind steuerpflichtig wenn die Sachen innerhalb eines Jahres gekauft und wieder verkauft werden und der Gesamtgewinn im Jahr über einer Freigrenze von 600 Euro liegt. Mehr dazu erfahren Sie in unserem Artikel Spekulationsfrist - was ist das?

Übrigens:

Haben Sie Veräußerungsgewinne erzielt, aber nicht in Ihrer Steuererklärung angegeben, wird das Finanzamt nachhaken und Sie ermahnen. Jetzt sollten Sie reagieren. Denn tun Sie das nicht, kann es Ihnen im schlimmsten Fall passieren, dass das Finanzamt Ihre Gewinne schätzt und die Staatsanwaltschaft wegen Steuerhinterziehung aktiv wird.

Privatverkauf oder gewerblicher Handel

Wenn Sie dauerhaft ertragreiche Geschäfte machen oder gezielt Ware online kaufen, um sie mit Gewinn wieder zu verkaufen, dann wird das Finanzamt Sie eventuell als gewerblichen Händler einstufen. Das bedeutet, dass Umsatz- und Gewerbesteuer anfallen können. Die Grenzen sind dabei fließend und das Finanzamt entscheidet jeden Fall individuell anhand mehrere Kriterien: Ist die Anzahl der Verkäufe beispielsweise sehr hoch, wird häufig Neuware angeboten und intensiv beworben, dann spricht das für unternehmerisches Handeln. Ebenso wenn jemand online Sachen von jemand anderem verkauft (Aktenzeichen XI R 43/13).

Übrigens:

Der vollständige oder teilweise Verkauf einer privaten Sammlung unterliegt nicht der Umsatzsteuer. Dazu gehören beispielsweise Briefmarken, Münzen oder historische Fahrzeuge. Im Zweifel muss hier jedoch der Einzelfall geprüft werden.

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