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Spitzensteuersatz - das steckt dahinter

Wer mehr als 54.950 Euro im Jahr verdient, zahlt den Höchststeuersatz von 42 Prozent. Reiche nochmal drei Prozent mehr.

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Spitzensteuersatz  - das steckt dahinter

Pauline ist Ingenieurin und bezieht ein Gehalt von 60.000 Euro im Jahr. Damit zählt sie in Deutschland zu den Spitzenverdienern und muss 42 Prozent Einkommensteuer zahlen. Dieser Spitzensteuersatz gilt für alle Steuerzahler, die mehr als 54.950 Euro im Jahr haben. Erst für die ganz Reichen fällt wieder mehr Steuer an, die sogenannte Reichensteuer. Das bedeutet: Alles, was über einem Jahresverdienst von 260.533 Euro liegt, wird mit drei Prozentpunkten mehr als dem Spitzensteuersatz besteuert - nämlich 45 Prozent Einkommensteuer.

Übrigens:

Für Ehepaare gilt der doppelte Wert - also 109.900 Euro – bevor der Spitzensteuersatz zur Anwendung kommt.

Ein Steuersatz von 42 Prozent, das hört sich für Pauline recht viel an. Sie hat für ihr Geld hart gearbeitet und lange studiert. Daher möchte sie ungern fast die Hälfte ihres Gehalts an den Staat abgeben. Und das muss sie auch nicht, wenn man sich die Rechnung genauer ansieht:

So wird der Spitzensteuersatz berechnet

Pauline hat neben ihrem Gehalt von 60.000 Euro noch Mieteinnahmen aus einer kleinen Eigentumswohnung sowie Einkünfte aus Kapitalvermögen. Zusammen sind das Einkünfte von 67.000 Euro im Jahr. Doch ob dafür der Höchststeuersatz zu zahlen ist, weiß Pauline erst, wenn sie eine Steuererklärung abgeben hat. Das Finanzamt berücksichtigt nämlich alle Ausgaben, die sich steuermindernd auswirken können. Dazu gehören beispielsweise Werbungskosten, Freibeträge, Sonderausgaben und weitere Posten. Erst am Ende dieser Rechnung steht das zu versteuernde Einkommen. Wie das genau funktioniert, erfahren Sie in unserem Artikel Einnahmen, Einkünfte, Einkommen – so wird Ihre Einkommensteuer berechnet.

Für Pauline ergibt sich schlussendlich ein zu versteuerndes Einkommen von 55.000 Euro. Damit liegt Sie weiterhin ganz knapp über den 54.950 Euro, für die der Spitzensteuersatz gilt. Dennoch muss sie nicht 42 Prozent Ihres Geldes an das Finanzamt überweisen. Auch Spitzenverdiener steht der Grundfreibetrag zu. Das heißt: Der Grenzsteuersatz liegt zwar ab 54.950 Euro bei 42 Prozent, doch am Ende zahlt Pauline nur 26,23 Prozent Ihres Einkommens an den Fiskus. Das sind 14.478 Euro. Warum das so ist, erfahren Sie in unserem Artikel Wie funktioniert unser Einkommensteuersystem?

Seit 2007 liegt der Spitzensteuersatz bei 42 Prozent

42 Prozent sind übrigens der niedrigste Spitzensteuersatz, den Deutschland je hatte. Ende der 1950er Jahre lag der Spitzensteuersatz bei 53 Prozent. Seinen höchsten Wert hatte er zwischen 1975 und 1989 mit 56 Prozent. Seither ist der Spitzensteuersatz immer wieder gesenkt worden und seit der Einführung der Reichensteuer im Jahr 2007 liegt der Spitzensteuersatz konstant bei 42 Prozent beziehungsweise 45 Prozent für Einkünfte, die über die Grenze des Spitzensteuersatzes hinausgehen.

Übrigens:

Deutschland liegt mit seinem Spitzensteuersatz von 42 Prozent im EU-Vergleich eher im unteren Bereich. Der höchste Spitzensteuersatz im EU-Vergleich gilt laut EU-Statistikbehörde Eurostat in Schweden: Die Höchstabgabe auf Einkommen liegt in dem skandinavischen Land bei über 55 Prozent.

Spitzensteuersatz bleibt auch 2018 unangetastet

Jedes Jahr sind mehr Steuerzahler vom Spitzensteuersatz betroffen, doch aufgrund der Inflation gelten Sie immer weniger als wirkliche Spitzenverdiener. Daher plädiert der Bund für Steuerzahler dafür, die Grenze für den Spitzensteuersatz auf 80.000 Euro Jahreseinkommen anzuheben und die CDU sprach sich 2017 für eine Grenze von 60.000 Euro aus. Die SPD hingegen wollte den Höchststeuersatz von 42 Prozent auf 45 Prozent anheben und das ab 76.000 Euro Einkommen im Jahr.

Doch Anfang 2018 steht fest: Den Spitzensteuersatz will die „neue“ Koalition nicht antasten. Pauline wird daher weiterhin als Spitzenverdienerin gelten, auch wenn sie ihr Einkommen eigentlich als normal empfindet.

Übrigens:

Laut Statistischem Bundesamt beträgt in Deutschland der durchschnittliche Bruttomonatsverdienst im produzierenden Gewerbe und im Dienstleistungsbereich ohne Sonderzahlungen 3.771 Euro im Monat, wenn man Vollzeit beschäftigt ist.

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