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BAföG in die Steuererklärung eintragen

Geld für den Lebensunterhalt oder für konkrete Kosten der Bildungsmaßnahme? Darlehen oder Zuschuss? Diese Fragen entscheiden, ob BAföG steuerrelevant ist oder nicht.

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Das Kürzel BAföG steht für "Bundesausbildungs-förderungsgesetz". Umgangssprachlich wird damit aber meistens die finanzielle Förderung für Schüler und Studenten bezeichnet, die sich aus diesem Gesetz ergibt. Die Idee: Allen Menschen, egal, wieviel Geld sie haben und aus welcher Familie sie kommen, die gleichen Bildungschancen zu ermöglichen.

Wie du einen Antrag auf BAföG stellen kannst, erfährst du auf den Seiten des Bundesministeriums für Bildung und Forschung, Stichwort Antragstellung.

Übrigens

Wie viel BAföG dir zusteht, ist gar nicht so einfach zu berechnen, und auch BAföG-Rechner im Internet können nur ungefähr auf die Höhe einer möglichen BAföG-Förderung hinweisen. Weitere Informationen findest du beim Studentenwerk: BAföG berechnen.

Geld für Lebensunterhalt muss nicht in die Steuererklärung

Wenn du als Student oder Schüler BAföG erhältst, ist das in der Regel ein steuerfreier Bezug, den du nicht in die Steuererklärung eintragen musst. Der Grund: Das Geld dient hauptsächlich der Finanzierung deines Lebensunterhalts.

Auch ein Bildungsdarlehen, das du zurückzahlen musst, braucht nicht in der Steuererklärung angegeben werden. Zudem darfst du die Kosten der Zinsen für das Darlehen sogar absetzen. Mehr dazu in unserem Artikel zum Thema Bildungskredit.

Aufstiegs-BAföG / Meister-BAföG

Das Aufstiegs-BAföG, früher Meister-BAföG, unterstützt sogenannte berufliche Aufstiegsfortbildungen, beispielsweise Meisterkurse. Diese Förderung erhältst du unabhängig von deinem Einkommen oder Vermögen. Für Lehrgangs- und Prüfungsgebühren ist eine Förderung von bis zu 15.000 Euro möglich. Seit 1. August 2020 fließen dabei 50 Prozent der Kosten als Zuschuss und müssen somit nicht zurückgezahlt werden. Für den Rest der Fördersumme ist ein zinsgünstiges Darlehen der KfW-Bank möglich, von dem dir bei bestandener Prüfung ebenfalls 50 Prozent erlassen werden. Bei einer erfolgreichen Existenzgründung ist sogar ein vollständiger Erlass von 100 Prozent des Darlehens möglich. Darüber hinaus werden Materialkosten für ein Meisterprüfungsprojekt bis zu einer Höhe von 2.000 Euro ebenfalls zu 50 Prozent bezuschusst. Diese Regelungen gelten sowohl für Vollzeitfortbildungen als auch für Teilzeitfortbildungen. Möglich ist auch eine zusätzliche Unterhaltsförderung. Diese gilt allerdings nur für Vollzeitfortbildungen, zudem ist sie einkommens- und vermögensabhängig. Die Unterhaltsförderung beinhaltet auch Aufschläge für Kinder und Kinderbetreuungskosten. Mehr dazu unter www.aufstiegs-bafoeg.de

Zuschüsse müssen angegeben werden

Wenn du allerdings von einer Stiftung Büchergeld erhältst oder mit Hilfe des Aufstiegs-BAföGs einen Teil der Lehrgangs- und Prüfungsgebühren bezahlt bekommst, musst du diese Zuschüsse in der Steuererklärung mit deinen Kosten verrechnen. Das gilt für alle Zuschüsse, die du explizit für deine Aus- oder Fortbildungskosten bekommst und nicht zurückzahlen musst.

Eine Ausnahme gilt in Bayern: Jeder, der sich dort erfolgreich zum Meister weiterbilden lässt, erhält von der Landesregierung einen Meisterbonus in Höhe von 1.000 Euro. Dieser Bonus ist nicht einkommensteuerpflichtig und muss daher auch nicht mit den Kosten verrechnet werden.

Unser Tipp:

Erstelle eine Tabelle, in der du zunächst alle deine Aus- oder Fortbildungskosten eines Jahres auflistest und addierst. Von dieser Summe ziehst du nun alle Bildungszuschüsse ab. Zum Beispiel:

520 Euro – 100 Euro Prüfungsgebühr – 20 Euro Büchergeld = 400 Euro

Das Ergebnis trägst du je nach Ausbildungsart in deine Steuererklärung ein. Das heißt: Entweder unter Sonderausgaben im Mantelbogen (Stichwort: Berufsausbildung) oder in Anlage N als Werbungskosten (Stichwort: Fortbildungskosten). Was für deine Aus- oder Fortbildung gilt und welche Kosten du noch absetzen kannst, erfährst du in unserem Artikel Diese Ausbildungskosten kannst du von der Steuer absetzen.

Ist dir das zu aufwändig? Dann kannst du dich jederzeit gerne an eine unserer VLH-Beratungsstellen wenden. Über diesen Link gelangst du zur Beratersuche.

Übrigens

Die meisten Studenten müssen keine Steuererklärung abgeben. Tun sie es trotzdem, können sie davon unter Umständen finanziell profitieren. Mehr dazu in unserem Artikel Steuererklärung als Student kann sich lohnen.

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