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Berufsausbildungsbeihilfe und Steuern

Wenn Du Berufsausbildungsbeihilfe (BAB) erhältst, musst du diese in der Steuererklärung mit deinen Kosten verrechnen. Wir erklären, wie das funktioniert.

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Berufsausbildungsbeihilfe und Steuern

David ist 17 Jahre alt und macht eine Berufsausbildung als Kaufmann für Büromanagement im ersten Ausbildungsjahr. Da seine Eltern 300 Kilometer von seinem Ausbildungsort entfernt wohnen, hat er sich dort ein WG-Zimmer gemietet.  Mit 840 Euro brutto im Monat ist seine Ausbildungsvergütung zwar durchschnittlich, aber bei Weitem zu wenig für ein Leben in der Großstadt. Außerdem verdienen Davids Eltern nicht genug, um ihn finanziell unterstützen zu können. Aus diesem Grund hat David Berufsausbildungsbeihilfe, kurz BAB, bei der Bundesagentur für Arbeit beantragt.

Voraussetzungen für BAB

Damit David überhaupt eine  Chance auf die Bewilligung seines Antrags für Berufsausbildungsbeihilfe hat, sollte er in der Regel folgende Kriterien erfüllen:

  • David macht eine betriebliche oder außerbetriebliche Berufsausbildung in einem anerkannten Ausbildungsberuf.
  • Es ist seine erste Ausbildung.
  • Der Ausbildungsbetrieb ist zu weit von seinen Eltern entfernt, um zuhause wohnen zu bleiben.
  • David macht keine BAföG-förderungsfähige Ausbildung.

Da David eine betriebliche oder außerbetriebliche Berufsausbildung in einem anerkannten Ausbildungsberuf macht, könnte er BAB auch erfolgreich beantragen, wenn er entweder verheiratet wäre und mit seiner Partnerin beziehungsweise seinem Partner zusammen wohnt oder wenn er ein Kind hätte und nicht mehr bei den eigenen Eltern lebt.

Übrigens

Wäre David bereits über 18 Jahre alt, dürfte er auch als Single eine eigene Wohnung in der Nähe seiner Eltern haben und könnte dennoch BAB erhalten.

Über diese Fälle hinaus, wird BAB ebenso bewilligt, wenn man an einer berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahme (BvB) teilnimmt, zum Beispiel, um sich nachträglich auf einen Hauptschulabschluss vorzubereiten. Die Wohnsituation und das Einkommen der Eltern werden in diesem Fall nicht berücksichtigt.

Berufsausbildungsbeihilfe berechnen

Bei der Berechnung der Berufsausbildungsbeihilfe ermittelt das Arbeitsamt zunächst den individuellen Bedarf von David. Im Anschluss daran wird das anrechenbare Einkommen abgezogen. Dazu zählen Davids Ausbildungsvergütung sowie das Einkommen seiner Eltern abzüglich bestimmter Freibeträge. Wenn nach der Anrechnung noch ein positiver Betrag übrig bleibt, besteht ein Anspruch auf BAB.

Doch Vorsicht, der Anspruch auf Berufsausbildungsbeihilfe kann erlöschen, wenn David ins zweite Lehrjahr kommt und mehr Ausbildungsvergütung erhält.

Übrigens

Einen BAB-Rechner findest du bei der Bundesagentur für Arbeit. Beachte aber, dass der BAB-Rechner nicht alle erforderlichen Angaben erhebt, um den Anspruch auf Berufsausbildungsbeihilfe und die Förderhöhe exakt feststellen zu können. Das Ergebnis dieser Berechnung ist daher unverbindlich.

BAB in der Steuererklärung

Da David viele Ausbildungskosten hat, wie zum Beispiel für Lehrbücher, Schreibmaterial und Fahrten zur Berufsschule, wird er eine Steuererklärung machen. Er kann zwar noch keine Kosten absetzen, weil er aufgrund seines geringen Einkommens keine Lohnsteuer bezahlt, doch weil seine Ausbildungsausgaben als Werbungskosten gelten, darf er beim Finanzamt einen Verlustvortrag beantragen. Dadurch „verschiebt“ er seine Unkosten solange ins kommende Jahr, bis er Lohnsteuer bezahlt und etwas absetzen kann.

Wichtig ist allerdings, dass David bei der Ermittlung seiner Werbungskosten eine eventuelle Fahrtkostenerstattung und andere Erstattungen durch die BAB von seinen Ausgaben abzieht, bevor er die Summe in die Anlage N seiner Steuererklärung einträgt. Das heißt, er muss die tatsächlich entstandenen Kosten mit den jeweiligen Zuschüssen verrechnen. Das gilt übrigens für alle Zuschüsse, die er explizit für seine Ausbildungskosten bekommt und nicht zurückzahlen muss. Ebenso natürlich für alle Kosten die Davids Arbeitgeber für ihn übernommen hat. Wie David seine Fahrtkosten richtig ermittelt, erklärt unser Artikel Student oder Azubi: Fahrtkosten richtig absetzen.

Übrigens

David hätte auch die Möglichkeit, keine Steuererklärung abzugeben, denn BAB ist keine Lohnersatzleistung und verpflichtet daher nicht zur Abgabe. Er verzichtet dann allerdings auch auf die Möglichkeit seine Ausgaben per Verlustabzug zukünftig absetzen zu können.

Zu kompliziert? Für die Berater und Beraterinnen der VLH gehört das zur täglichen Arbeit. Schau einfach in unserer Beratersuche, wer in deinem Umkreis für dich da ist!

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