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Privatinsolvenz: Das können Sie von der Steuer absetzen

Bei einer Privatinsolvenz sind die Kosten für den Insolvenztreuhänder nur unter einer Voraussetzung absetzbar. Lesen Sie mehr!

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Privatinsolvenz: Das können Sie von der Steuer absetzen

Wer pleite ist, kann sich durch eine Privatinsolvenz – auch Verbraucherinsolvenz genannt – von den Schulden befreien. Das Prozedere stark vereinfacht: Sie geben einen Teil Ihrer Einkünfte ab und verlieren innerhalb von sechs, fünf oder drei Jahren alle Schulden.

Das Insolvenzgericht teilt Ihnen einen sogenannten Insolvenztreuhänder zu. Er verteilt in der Regel das Vermögen des Schuldners an die Gläubiger.

Übrigens:

Bei einer Heirat gilt automatisch die Zugewinngemeinschaft. Das heißt: Jeder Ehepartner haftet für seine eigenen Schulden und alles, was einem Ehegatten schon vor der Hochzeit gehört hat, bleibt auch danach sein Eigentum. Miteigentümer wird der Partner nur bei Dingen, die während der Ehe gemeinsam angeschafft werden.

Privatinsolvenz: Kosten für Insolvenztreuhänder absetzen

Am 23. Mai 2013 entschied das Finanzgericht Köln, dass die Kosten für einen Insolvenztreuhänder von der Steuer abgesetzt werden können, und zwar als außergewöhnliche Belastungen. Die Richter begründeten ihre Entscheidung damit, dass die Privatinsolvenz für den Betroffenen der einzige Weg sei, eine Entschuldung zu erreichen – und diese Entscheidung sei weder mutwillig noch leichtfertig. Warum es zur Insolvenz komme, sei nicht entscheidend.

Die Privatinsolvenz muss zwangsläufig sein

Doch die Richter aus Köln hatten die Rechnung ohne den Bundesfinanzhof (BFH) gemacht: Der BFH entschied am 04. August 2016 (Aktenzeichen VI R 47/13), dass die Kosten für einen Insolvenztreuhänder zwangsläufig sein müssen, damit sie als außergewöhnliche Belastung von der Steuer abgesetzt werden können.

Habe der Steuerpflichtige allerdings durch sein Verhalten die entscheidende Ursache für die Insolvenz selbst gesetzt, könne er sich nicht darauf berufen, er habe sich in einer Zwangslage befunden, so die Richter des BFH. Somit muss das Finanzamt künftig im Einzelfall prüfen, ob die Privatinsolvenz zwangsläufig war oder nicht – also von der Steuer abgesetzt werden kann, oder nicht.

Steuererklärung wird vom Insolvenzverwalter erstellt

Wichtig für Sie zu wissen: Der Insolvenzverwalter ist dazu verpflichtet, Ihre Steuererklärung auszufüllen und einzureichen – und zwar bis zur Aufhebung oder der Beendigung des Insolvenzverfahrens. Der Insolvenztreuhänder muss sogar nicht nur die Steuererklärung für den aktuellen Veranlagungszeitraum erstellen, sondern gegebenenfalls auch für zurückliegende Jahre und eigenhändig unterschreiben.

Aufpassen müssen vor allem Verheiratete. Denn bei zusammenveranlagten Paaren unterschreiben der Insolvenzverwalter und der Ehepartner. Kommt es zu einer Steuererstattung, sollte der Ehepartner unbedingt die Aufteilung der Erstattung beantragen. Sonst fließt die komplette Steuererstattung in die Insolvenzmasse, der Ehepartner geht leer aus.

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