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Midijob und Steuern: Wie geht das?

Viele Deutsche haben einen Minijob oder Midijob und auch Rentner, Studenten und Arbeitnehmer bessern damit ihr Einkommen auf – am besten steuerfrei.

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Minijob und Midijob: Was ist der Unterschied?

Über sieben Millionen Menschen in Deutschland arbeiten als Minijobber – die meisten im Einzelhandel. Darunter finden sich auch zahlreiche Rentner, Studenten oder Nebenjobber, die sich zu ihrem Hauptberuf etwas hinzuverdienen möchten. Frauen sind dabei wesentlich häufiger betroffen als Männer.

Seit 2003 gibt es noch den sogenannten Midijob. Die Besonderheit: Bei einer Beschäftigung mit Arbeitsentgelten in der Gleitzone von 450,01 bis 850 Euro werden die Sozialabgaben von ansonsten rund 20 Prozent abgemildert. Dazu später mehr.

Minijob: max. 450 Euro im Monat

Wer bis zu 450 Euro (bis 2013: 400 Euro) im Monat verdient, gilt als Minijobber. In der Regel wird dieser mit einer einheitlichen Pauschalsteuer von zwei Prozent versteuert. Diese zahlt der Arbeitgeber. Für den Angestellten ist der Minijob dann steuerfrei und muss nicht mehr in die Steuererklärung eingetragen werden. Zudem werden für einen Minijob keine Sozialabgaben fällig. Auch von der seit 2013 gültigen Rentenversicherungspflicht kann man sich zum Teil befreien lassen.

Statt die Pauschalversteuerung  zu nutzen, können Minijobber ihr Einkommen auch nach Lohnsteuerkarte versteuern. Die Lohnsteuer richtet sich dann nach der eigenen Steuerklasse. Mehr zum Thema Minijob erfahren Sie in unserem Artikel Minijob: Was ist das?

Midijob: 450 – 850 Euro im Monat

Als Midijobber gilt, wer regelmäßig mehr als 450 Euro verdient, aber weniger als 850 Euro. Bis 2013 lag die Grenze für den Midijob noch bei 400 bis 800 Euro. Steuerfrei ist der Midijob nur unter bestimmten Voraussetzungen, Vorteile gibt es dafür bei den Sozialversicherungsbeiträgen.

Gleitzonenregelung im Midijob

Wenn der Midijob für Sie Ihre einzige Tätigkeit als Arbeitnehmer ist, profitieren Sie von reduzierten Sozialversicherungsbeiträgen. Eine spezielle Formel sorgt dafür, dass eine relativ starke Reduzierung der Beiträge im unteren Gleitzonenbereich des Midijobs erfolgt, während sich die Beiträge im oberen Bereich der Gleitzone den allgemeinen Beitragssätzen zunehmend anpassen. Das heißt: Mit steigendem Bruttoverdienst erhöht sich der Sozialversicherungsbeitragssatz im Midijob gleitend und bei einem Einkommen von 850 Euro wird dann das reguläre Niveau erreicht.

Übrigens:

Trotz Beitragsentrichtung in der Gleitzone besteht ein voller Leistungsanspruch in der gesetzlichen Rentenversicherung. Bei der Arbeitslosenversicherung hingegen werden nur Ansprüche erworben, die in ihrer Höhe den niedrigen Beitragssätzen angepasst sind.

Im Midijob steuerfrei arbeiten

Wenn der Midijob Ihre erste Tätigkeit ist, dürfen Sie Ihre „normale“ Steuerklasse bei der Steuererklärung anwenden. Mit Steuerklasse I (1) bis IV (4) ist Ihr Midijob dann sogar steuerfrei. Wenn Sie allerdings Steuerklasse V (5) oder VI (6) haben, müssen Sie auch für einen Midijob Lohnsteuer zahlen, da hier nur ein monatlicher Arbeitslohn von 105 Euro bzw. 0 Euro steuerfrei ist. Mehr dazu in unserem Artikel zum Thema Steuerklassen.

Wichtig: Für Arbeitnehmer, die bereits sozialversicherungspflichtig beschäftigt sind und für die der Midijob ein zweiter Job ist, entfällt der Vorteil der Gleitzone. Das heißt: Sie müssen die vollen Sozialversicherungsbeiträge zahlen und zudem ihr Gehalt im Midijob nach Steuerklasse VI (6) versteuern.

Übrigens:

Ihr Anstellungsverhältnis gilt automatisch als Midijob, sobald Ihr Gehalt auf knapp 850 Euro im Monat sinkt. Das ergibt sich aus den Beträgen. Ihr Arbeitgeber muss dafür nichts tun und auch Sie als Arbeitnehmer müssen nicht tätig werden.

Mehrere Minijobs oder Minijob + Midijob

Spannend wird es auch, wenn man mehrere Minijobs oder einen Midijob plus Minijob hat. Verdienen Sie mit allen Jobs zusammen mehr als 450 Euro, sind alle Jobs versicherungspflichtig – und damit keine Minijobs mehr. Eine Steuererklärung müssen Sie dann ebenfalls machen. Verdienen Sie trotz mehrerer Jobs nicht mehr als 850 Euro, gilt für Sie weiterhin die Gleitzonenregelung für die Sozialversicherungsbeiträge.

 

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