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Wie Geringverdiener Steuern sparen

Mit unseren Tipps können Geringverdiener Steuern sparen und Zulagen gewinnen. Hier unser Überblick.

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Wie Geringverdiener Steuern sparen

Laut Sozialversicherungsrecht sind Geringverdiener alle Azubis, die maximal 325 Euro im Monat verdienen. Ebenso alle FSJler, FÖJler und Bufdis. Der Arbeitgeber trägt für sie den Gesamtsozialversicherungsbeitrag alleine.

Doch gemeinsprachlich wird der Begriff 'Geringverdiener' auch auf Beschäftigte angewandt, die geringfügig angestellt sind oder aus anderen Gründen einen Niedriglohn beziehen. Laut Definition der OECD gilt als Geringverdiener, wer weniger als zwei Drittel des mittleren Verdienstes aller sozialversicherungspflichtig Vollzeitbeschäftigten erhält.

1. Einkommensteuer und Beiträge sparen

Die meisten kennen das Prinzip Minijob: Bis zu 450 Euro im Monat kann man steuerfrei verdienen. Die nächste Stufe ist der Midijob. Als Midijobber können Sie bis zu 850 Euro im Monat einnehmen und profitieren von reduzierten Sozialversicherungsbeiträgen. Die 451 Euro bis 850 Euro im Monat werden nach Lohnsteuerkarte versteuert. Für die Lohnsteuerklassen I (1) bis IV (4) ist keine Lohnsteuer fällig, nur für die Klassen V (5) und VI (6) müssen Sie als Arbeitnehmer Lohnsteuern zahlen.

Was viele aber nicht wissen: Sie müssen gar keine Einkommensteuer und auch keine Kirchensteuer zahlen, wenn Ihr jährliches Einkommen unter 8.820 Euro liegt. Das sind 735 Euro im Monat. Für Ehepaare und eingetragene Lebenspartner gilt der doppelte Grundfreibetrag in Höhe von 17.640 Euro. Keine Rolle spielt dabei, welche Lohnsteuerklasse Sie haben – der Grundfreibetrag ist für jeden Steuerzahler steuerfrei.

2. Solidaritätszuschlag sparen

Als Arbeitnehmer müssen Sie neben Lohnsteuer und Kirchensteuer auch jeden Monat Solidaritätszuschlag zahlen. Das sind 5,5 Prozent Ihrer Lohn- und Einkommensteuer. Der Soli wird auch fällig für Gewinne aus Kapitalanlagen.

Ausnahme Geringverdiener: Sie sind vom Soli befreit, sobald Sie als Alleinstehender nur 972 Euro pro Jahr bzw. 1.944 Euro jährlich als Ehepaar oder Lebenspartner an Einkommensteuer zahlen. Ein verringerter Soli wird fällig, wenn Sie mit Ihrer zu zahlenden Einkommensteuer nur knapp über dieser sogenannten Nullzone liegen. Für Alleinstehende sind das aufs Jahr gerechnet zwischen 973 Euro und 1.340 Euro zu zahlende Einkommensteuer, bei Verheirateten 1.945 bis 2.680 Euro. Dann wird für Sie nicht der volle Solidaritätszuschlag in Höhe von 5,5 Prozent der Einkommensteuer fällig, sondern nur ein Teil. Wie hoch der Soli konkret für Sie ausfällt, hängt von Ihrem exakten Verdienst und Ihrem persönlichen Steuersatz ab. Ihr Arbeitgeber rechnet den für Sie fälligen Betrag aus.

3. Splittingtarif nutzen und Steuern sparen

Verheiratete und eingetragene Lebenspartner, die sich "zusammen veranlagen lassen", können mit dem Ehegattensplitting Einkommensteuer sparen. In der Regel zahlen Paare mit dem Ehegattensplitting weniger Steuern, als Paare, bei denen jeder die Einkommensteuer einzeln berechnen lässt. Sie sparen vor allem dann Steuern, wenn einer von Ihnen eher viel und der andere eher wenig verdient.

Ein Beispiel: Sie arbeiten Vollzeit und verdienen 45.000 Euro im Jahr, Ihr Partner arbeitet Teilzeit und verdient 15.000 Euro im Jahr. Als nicht zusammen veranlagtes Paar müssen Sie knapp 10.800 Euro und Ihr Partner gut 1.340 Euro Steuern zahlen (gerechnet nach dem Einkommensteuertarif 2014 und ohne Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer). Über 1.000 Euro weniger Steuern zahlen Sie beide, wenn sie sich zusammen veranlagen lassen und das Finanzamt mit dem Splittingtarif rechnen muss.

4. Wohnungsbauprämie und Arbeitnehmer-Sparzulage gewinnen    

Jeder, der nicht mehr als 25.600 Euro Einkommen im Jahr versteuern muss, wird vom Staat mit einer Wohnungsbauprämie unterstützt. Voraussetzung dafür ist, dass Sie einen Bausparvertrag abschließen. Mindestens 50 Euro müssen Sie jährlich einzahlen, höchstens 512 Euro pro Jahr werden gefördert. Dieses Geld wird dann mit 8,8 Prozent vom Staat bezuschusst. Für Verheiratete gelten jeweils die doppelten Beträge, also eine Einkommensgrenze von 51.200 Euro und Einzahlungen von mindestens 100 und höchstens 1.024 Euro im Jahr in den Bausparvertrag.

Viele Arbeitgeber fördern die Vermögensbildung ihrer Mitarbeiter. Das geht zum Beispiel, indem sie vermögenswirksame Leistungen direkt auf den Bausparvertrag des Mitarbeiters überweisen. Der Staat bezuschusst diese Zahlungen mit 9 Prozent Arbeitnehmer-Sparzulage. Von 470 Euro werden 9 Prozent im Jahr gefördert, Sie als Arbeitnehmer können also 43,00 Euro jedes Jahr dabei gewinnen. Weitere Details zum Thema erfahren Sie in unserem Artikel zu den vermögenswirksamen Leistungen.

Interessant zu wissen: Sie können sich die vermögenswirksamen Leistungen auch in Form von normalen Sparverträgen, Fondssparverträge, Aktien, Lebensversicherungen oder privaten Rentenversicherungen sichern.

5. Bildungsprämie sichern

Die Bildungsprämie vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) unterstützt Geringverdiener, die eine Weiterbildung machen. Den sogenannten Prämiengutschein können Sie als Arbeitnehmer erhalten, wenn Ihr zu versteuerndes Jahreseinkommen 20.000 (Alleinstehende) beziehungsweise 40.000 Euro (Ehepaare und Lebenspartner) nicht übersteigt. Weitere Informationen erhalten Sie in unserem Artikel zum Thema Bildungsprämie.

Übrigens:

Sie brauchen Unterstützung bei der Steuererklärung? Unsere Beraterinnen und Berater helfen Ihnen gerne dabei und sichern Ihnen die Steuervorteile, die Ihnen zustehen. 

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