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Was ist Insolvenzgeld?

Ist eine Firma zahlungsunfähig, haben Mitarbeiter unter bestimmten Voraussetzungen Anspruch auf Insolvenzgeld – und das ist sogar steuerfrei.

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Was ist Insolvenzgeld?

Eine schreckliche Meldung für jeden Arbeitnehmer: Der Arbeitgeber ist pleite und kann das Gehalt nur noch zum Teil oder gar nicht mehr bezahlen. In solchen Fällen springt unter bestimmten Voraussetzungen die Agentur für Arbeit ein. Sie zahlt nicht nur Insolvenzgeld, sondern übernimmt auch die Beiträge zur gesetzlichen Kranken-, Renten- und Pflegeversicherung.

Wie läuft das mit der Agentur für Arbeit?

Eines steht fest: Die Agentur für Arbeit zahlt drei Monate lang Insolvenzgeld. Doch in welchen Fällen die Agentur für Arbeit überhaupt einspringt, hängt vom Einzelfall ab. Deshalb sollten Sie, sobald Sie von der Insolvenz Ihres Chefs erfahren, sich so schnell wie möglich bei Ihrer Agentur für Arbeit melden, um Ihren Fall zu besprechen.

Muss ich das Insolvenzgeld versteuern?

Insolvenzgeld gehört wie zum Beispiel das Arbeitslosengeld zu den "Lohnersatzleistungen" – und die sind steuerfrei. Sie bekommen das Geld also ohne Abzüge auf Ihr Konto überwiesen. Einen Haken hat die Sache aber doch: Lohnersatzleistungen unterliegen dem sogenannten Progressionsvorbehalt. Der sorgt dafür, dass die Steuern auf Ihr Gehalt steigen.

Was hat es mit dem Progressionsvorbehalt auf sich?

Ein Rechenbeispiel zeigt, wie das mit dem Progressionsvorbehalt funktioniert: Marie bekommt drei Monate lang Insolvenzgeld. In Ihrem Fall sind das 4.800 Euro, die sie steuerfrei bekommt. Danach arbeitet sie neun Monate lang in einer neuen Firma und verdient in dieser Zeit 22.500 Euro.

Marie muss diese 22.500 Euro mit ihrem persönlichen Steuersatz versteuern. Der persönliche Steuersatz ist der Durchschnittssteuersatz des gesamten Einkommens. Lesen Sie mehr dazu in unserem Steuer ABC Was ist der persönliche Steuersatz?

Zurück zu Marie: Ihr persönlicher Steuersatz liegt bei 15,6 Prozent. Das Insolvenzgeld ist an sich steuerfrei. Aber: Das Finanzamt rechnet zur Ermittlung des Steuersatzes die 4.800 Euro auf ihr Einkommen drauf. In den Augen des Finanzamts hat Marie also 27.300 Euro verdient – und ihr Steuersatz klettert auf 18,3 Prozent. Ihr Steuersatz für ihr Einkommen in Höhe von 22.500 Euro erhöht sich von 15,6 auf 18,3 Prozent. Marie muss also aufgrund des Insolvenzgelds mehr Steuern bezahlen.

Muss ich bei der Steuererklärung noch was beachten?

Es gibt etwas, dass Sie beachten müssen: Haben Sie Insolvenzgeld bekommen, sind Sie dazu verpflichtet, eine Steuererklärung abzugeben.

 

Übrigens:

Früher nannte man eine Insolvenz auch Konkurs. Wenn Sie also noch irgendwo auf das Wort "Konkursausfallgeld" stoßen, ist damit das Insolvenzgeld gemeint. Sie sind sich noch unsicher, wie Sie das Insolvenzgeld in Ihrer Steuererklärung eintragen müssen? Unsere Beraterinnen und Berater stehen Ihnen gerne zur Seite. Finden Sie hier eine Beratungsstelle in Ihrer Nähe: Beratersuche.

Was ist das Transferkurzarbeitergeld?

Wenn Ihr Arbeitgeber plant den ganzen Betrieb oder wesentliche Teile des Betriebs stillzulegen oder an einen anderen Standort zu verlegen und Sie davon betroffen sind, dann steht Ihnen eventuell das sogenannte „Transferkurzarbeitergeld“ zu.

Voraussetzung: Sie sind von der Arbeitslosigkeit bedroht und werden daher in einer Transfergesellschaft aufgefangen. In dieser Transfergesellschaft werden Sie qualifiziert, damit sie so schnell wie möglich wieder Arbeit bekommen. Außerdem verpflichten Sie sich an allen Maßnahmen der Agentur für Arbeit teilzunehmen, um die drohende Arbeitslosigkeit abzuwenden.

Das Transferkurzarbeitergeld entspricht für Arbeitnehmer mit Kind 67 Prozent des alten Lohns, für Arbeitnehmer ohne Kind 60 Prozent. Es wird zwölf Monate lang von der Agentur für Arbeit gezahlt und muss normal versteuert werden. Da das Transferkurzarbeitergeld niedriger ist als der alte Lohn, zahlt der Arbeitgeber in einigen Fällen einen zusätzlichen Betrag dazu. Dieser Zusatzbeitrag gilt als außerordentliche Einkünfte und muss daher nur mit der sogenannten Fünftelregelung besteuert werden.

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