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Umzug aus beruflichen Gründen: Kosten absetzen

Sie müssen aus Job-Gründen umziehen? Setzen Sie die Kosten für zum Beispiel Umzugswagen oder den Pack-Service von der Steuer ab.

Das Vorstellungsgespräch war ein Erfolg. Sie haben einen neuen Job, allerdings in einer 300 Kilometer entfernten Stadt. Die Kosten für die Fahrten zu einer Wohnungsbesichtigung, den Makler oder die Maklerin, den Transport von Kisten und Möbeln und vieles mehr können Sie von der Steuer absetzen – wenn Ihr/e neue/r Arbeitgeber/in diese Ausgaben nicht für Sie übernimmt. Das gilt auch, wenn Sie aus anderen beruflichen Gründen umziehen, also nicht nur bei einem Jobwechsel.

Berufliche Gründe für einen Umzug

Die Kosten für einen Umzug können Sie auch dann absetzen, wenn Ihr/e Chef/in Sie an einen neuen Arbeitsort versetzt. Oder Sie aus betrieblichen Gründen in eine Dienstwohnung ziehen müssen, zum Beispiel weil Sie als Hausmeister/in arbeiten. Sie sind Berufspendler/in? Wenn Sie durch Ihren Umzug mindestens eine Stunde Fahrt zur Arbeit sparen, können Sie die Umzugskosten ebenfalls in der Steuererklärung eintragen.

Sie wollen in Sekundenschnelle wissen, wie Sie Ihren Umzug aus beruflichen Gründen absetzen können? Dann schauen Sie sich unser Video an. Für detailliertere Informationen lesen Sie einfach weiter.

Kosten zählen zu den Werbungskosten

Ausgaben rund um den Job, also auch für den job-bedingten Umzug, gehören im Steuerrecht zu den sogenannten Werbungskosten. Es gibt zwei Gruppen: Zum einen die allgemeinen Umzugskosten und zum anderen die sonstigen.

Zu den allgemeinen Umzugskosten gehören:

  • Fahrten zur Suche und Besichtigung der neuen Wohnung
  • Die erste Fahrt zur neuen Wohnung,
  • Fullservice einer Umzugsfirma wie Pack-, Trage- oder Transportservice,
  • Markler/innen/kosten für die Vermittlung der alte Wohnung 
  • Die Miete für die bisherige Wohnung, die Sie zusätzlich zur neuen Wohnung zahlen (für bis zu sechs Monate).

Zu den sonstigen Umzugskosten zählt unter anderem:

  • Zeitungsannoncen 
  • Telefonanschluss
  • Gebühr für neue Kfz-Kennzeichen
  • Gebühr für das Ummelden bei der Gemeinde und das Ändern des Personalausweises
  • Trinkgelder für das Umzugspersonal
     

Übrigens:

Benötigen Ihre Kinder am neuen Wohnort zusätzlichen Unterricht aufgrund des Umzugs, können Sie auch diese Kosten als Werbungskosten von der Steuer absetzen. Der Höchstbetrag für die Anerkennung umzugsbedingter Unterrichtskosten beträgt ab 1. April 2021 immerhin noch 1.160 Euro. Davor waren es 2.066 Euro und ab 1. April 2022 sind es 1.181 Euro.

Allgemeine Kosten: Tatsächliche Kosten absetzen

Die allgemeinen Kosten, also Fahrtkosten, Kosten für Makler/innen, Spedition und Doppelmiete, können Sie in voller Höhe angeben. Sammeln Sie alle Quittungen und Rechnungen, addieren Sie die Ausgaben und tragen Sie die Summe in Ihrer Steuererklärung ein. Zusätzlich dazu können Sie noch die sonstigen Kosten absetzen – entweder mit der Umzugskostenpauschale oder den tatsächlichen Kosten.

Sonstige Kosten: Umzugskostenpauschale nutzen

Für die sonstigen Umzugskosten müssen Sie keine Quittungen oder Rechnungen sammeln. Sie können die Umzugskostenpauschale nutzen. Zwischen März und Juni 2020 lag die Pauschale bei 820 Euro für Ledige und bei 1.639 Euro für Verheiratete. Für jede weitere Person, die im Haushalt lebte, gab es zusätzlich 361 Euro. Die Umzugskostenpauschale erhöht sich um 50 Prozent, wenn Sie innerhalb der letzten fünf Jahre schon einmal aus beruflichen Gründen umziehen mussten.

Von 1. Juni 2020 bis 1. April 2021 galt dann eine Pauschale von 860 für alle Berechtigten. Für jede weitere Person, die mit umzog, egal ob Ehegatte, Lebenspartner, ledige Kinder, Stief- oder Pflegekinder, erhöhte sich die Summe um 573 Euro. Und von 1. April 2021 bis 31. März 2022 darf man mit einer Pauschale von 870 für alle Berechtigten rechnen. Für jede weitere Person, die mit umzieht, erhöht sich die Summe um 580 Euro. 

Zwei Rechenbeispiele:

  • Eine vierköpfige Familie zieht am 31. März 2021 um. Ihr steht eine Umzugskostenpauschale in Höhe von 2.579 Euro zu (860 Euro + 573 Euro + 573 Euro + 573 Euro).
  • Eine vierköpfige Familie zieht am 2. April 2021 um. Ihr steht eine Umzugskostenpauschale in Höhe von 2.610 Euro zu (870 Euro + 580 Euro + 580 Euro + 580 Euro).

Wichtig: Es kommt exakt auf den Tag an, an dem Sie Ihren Umzug starten. Seit 1. April 2021 ist der Tag vor dem Einladen des Umzugsguts maßgeblich für die Ermittlung der Pauschalen.

Übrigens:

Das Bundesfinanzministerium erhöht regelmäßig die Umzugskostenpauschale. Daher gilt ab 1. April 2022 eine Pauschale von 886 Euro für jede/n Berechtigte/n. Für jede weitere Person, die mit umzieht, erhöht sich die Summe um 590 Euro. Personen, die vor dem Umzug noch keine eigene Wohnung hatten, können 177 Euro ansetzen.

Verwitwete, Geschiedene und Alleinerziehende nutzen Partner-Pauschale

Die Umzugskostenpauschale für Verheiratete bis Juni 2020 dürften nicht nur Verheiratete nutzen. Auch sogenannte gleichgestellte Personen hatten einen Anspruch darauf. Dazu gehörten Sie zum Beispiel, wenn Sie verheiratet waren – also jetzt geschieden oder verwitwet sind und ebenso wenn Sie als Alleinerziehende/r mit Kindern umzogen. 

Sonstige Kosten: Wann es besser ist, die Kosten einzeln nachzuweisen

Ihre sonstigen Kosten sind höher als die Pauschale? Sammeln Sie alle Quittungen, Kassenbons und Rechnungen, die direkt etwas mit Ihrem Umzug zu tun haben. Rechnen Sie alles zusammen und tragen Sie den Gesamtbetrag in Ihrer Steuererklärung ein. Sie sind sich unsicher, was Sie alles von der Steuer absetzen können? Die VLH-Berater/innen sind Profis in Sachen Umzug. Finden Sie hier eine Beratungsstelle in Ihrer Nähe: Beratersuche.

Umzugskosten für Zweitwohnung absetzen

Wenn Sie aus beruflichen Gründen eine zweite Wohnung am Arbeitsort mieten, können Sie die Kosten des Umzugs ebenfalls absetzen – und noch vieles mehr wie zum Beispiel die Kosten für notwendige Einrichtungsgegenstände. Unser Artikel Doppelte Haushaltsführung: Diese Kosten können Sie absetzen zeigt Ihnen detailliert, welche Steuervorteile Ihnen als Besitzer/in einer Zweitwohnung zustehen.

Umzug aus privaten Gründen – Steuerabzug nur eingeschränkt möglich

Wer der Liebe wegen oder aus einem anderen privaten Grund umzieht, kann nur wenige Kosten des Umzugs steuerlich geltend machen. Nämlich die Kosten einer Umzugsspedition – abzüglich etwaiger Erstattungen. Die Kosten für ein angemietetes Umzugsauto, das Sie selbst fahren, können Sie dagegen nicht geltend machen.

Warum? Nun, einen privaten Umzug können Sie nur unter den haushaltsnahen Dienstleistungen oder Handwerkerleistungen verbuchen. Engagieren Sie eine Spedition, die Ihre Möbel von A nach B bringt, ist das eine haushaltsnahe Dienstleistung. Bauen die Spediteur/innen Ihre Möbel auch noch auf, zählen Ihre Kosten zu den Handwerkerleistungen. Das Finanzamt entscheidet bei einem privaten Umzug mit Spedition also durchaus im Einzelfall, wo die Kosten geltend gemacht werden können. Ziehen Sie privat und ohne fremde Hilfe um, gehen Sie steuerlich gesehen leider leer aus.

Übrigens:

Falls Sie in Ihrer alten Wohnung unmittelbar nach dem Umzug Schönheitsreparaturen zum Beispiel durch eine/n Maler/in machen lassen, gilt diese Leistung noch als in Ihrem Haushalt erbracht – Sie können die Kosten also absetzen. Anders sieht die Sache aus, wenn Sie vor dem Einzug ins neue Heim dort zum Beispiel den Garten verschönern lassen. Die Ausgaben für den neuen Haushalt können Sie erst in Ihrer Steuererklärung eintragen, wenn Sie den neuen Haushalt "begründet" haben – also erst nach dem Einzug.

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Dies ist ein redaktioneller Text des Redaktionsteams der VLH. Es erfolgt keine Beratung zu Themen, die außerhalb der steuerlichen Beratungsbefugnis eines Lohnsteuerhilfevereins liegen. Eine Beratungsleistung im konkreten Einzelfall kann nur im Rahmen der Begründung einer Mitgliedschaft und ausschließlich innerhalb der Beratungsbefugnis nach § 4 Nr. 11 StBerG erfolgen.

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