Beratersuche starten
Berater suchen
06321 96 39 96 9

Elektroauto und Steuer: Das müssen Sie beachten

Elektromobilität wird steuerlich gefördert. Wie die Förderung genau aussieht, hängt davon ab, wann der Dienstwagen mit Elektromotor angeschafft wurde. Was Sie beachten müssen, zeigen wir Ihnen hier.

Mit anderen teilen

Neben dem klassischen Benziner oder Diesel setzen mehr und mehr Unternehmen auf umweltfreundliche Elektroautos für die Dienstwagen-Flotte. Ein Trend, den Vater Staat gerne sieht und weiter vorantreiben möchte. Deshalb gibt es für Dienstwagen mit Elektromotor seit 2019 auch neue Förderungen für die Versteuerung von Privatfahrten.

Seit 2019: 1 Prozent des halben Listenpreises

Grundsätzlich müssen private Fahrten mit dem Dienstwagen versteuert werden. Die bequemste Methode ist die 1-%-Regelung, bei der pauschal ein Prozent des Buttolistenpreises des Firmenwagens zum monatlichen Gehalt dazu gerechnet wird.

Da die sogenannten Stromer allerdings nach wie vor mehr kosten als Benzin- oder Dieselfahrzeuge, mussten Arbeitnehmer mit Elektro-Dienstwagen tiefer in die Tasche greifen. Das änderte sich am 1. Januar 2019: Der geldwerte Vorteil wird jetzt mit ein Prozent des halben Listenpreises angesetzt. Dieser Steuervorteil wird übrigens auch bei der Fahrtenbuch-Methode berücksichtigt.

Übrigens

Diese neue Regelung gilt für Elektrofahrzeuge, die vom 01. Januar 2019 bis 31. Dezember 2030 angeschafft oder geleast werden. Maßgeblich ist nicht das Datum des Kaufvertrags, sondern der Zeitpunkt der Lieferung des Autos. 

Seit Januar 2020 werden "reine" Elektroautos mit einem Bruttolistenpreis bis 40.000 Euro, die mehr als die Hälfte dienstlich genutzt werden, nochmal begünstig. Monatlich müssen für diese Dienstwagen noch 0,25 Prozent des Bruttolistenpreises als geldwerter Vorteil versteuert werden. Ab Juli 2020 wurde die Kaufpreisgrenze auf 60.000 Euro angehoben. Für Elektrofahrzeuge mit einem höheren Bruttolistenpreis bleibt die 0,5-%-Regelung von 2019 bestehen.

Sonderregelung für Hybridelektrofahrzeuge

Erfüllt das extern aufladbare Hybridelektrofahrzeug eine der folgenden Voraussetzungen, greift seit 1. Januar 2019 ebenfalls die 0,5-%-Regelung:

  1. Das Fahrzeug hat eine Kohlendioxidemission von höchstens 50 Gramm je gefahrenem Kilometer.
     
  2. Die Reichweite des Fahrzeugs beträgt bei ausschließlicher Nutzung der elektrischen Antriebsmaschine mindestens 40 Kilometer.

Erfüllt der Hybrid keine der Voraussetzungen, gilt weiterhin der Nachteilsausgleich, der bis Ende 2018 gültig war. Dazu gleich mehr.

Ladesäule beim Arbeitgeber: Nutzung steuerfrei

Seit 2017 ist das kostenlose oder verbilligte Aufladen eines Elektroautos oder Hybrids im Betrieb des Arbeitgebers steuerfrei. Das gilt nicht nur für Dienstwagen mit Elektromotor, sondern auch für private Elektrofahrzeuge, die am Ladestrom hängen.

Für das private Laden gibt es steuerfreie Pauschalen

Erstattet der Arbeitgeber privat getragene Stromkosten des Arbeitnehmers, ist das ein sogenannter steuerfreier Auslagenersatz. Der Arbeitgeber kann die Stromkosten für den privaten Ladestrom auch pauschal erstatten. Ein Einzelnachweis ist somit nicht nötig. Wer den Elektro-Dienstwagen auch privat nutzen darf und zuhause auflädt, kann aus Vereinfachungsgründen von 2017 bis vorerst 2020 folgende Pauschalen nutzen:

  • Gibt es eine zusätzliche Lademöglichkeit beim Arbeitgeber, können monatlich pauschal 20 Euro für Elektrofahrzeuge und 10 Euro für Hybridelektrofahrzeuge angesetzt werden.
     
  • Gibt es keine Lademöglichkeit beim Arbeitgeber, dürfen monatlich sogar 50 Euro für Elektrofahrzeuge und 25 Euro für Hybridelektrofahrzeuge geltend gemacht werden.

Übrigens:

Erstattet der Arbeitgeber keine Kosten für Ladestrom und der Arbeitnehmer trägt die Kosten selbst, mindern diese Kosten den geldwerten Vorteil aus der Firmenwagengestellung.

Bis 2018: Minderung des Bruttolistenpreises um pauschale Beträge für das Batteriesystem

Für alle Fahrzeuge, die bis zum 31.12.2018 angeschafft wurden, gilt der sogenannte Nachteilsausgleich. Der Nachteilsausgleich sieht vor, dass der Bruttolistenpreis gemindert wird – und zwar um pauschale Beträge für das Batteriesystem.

Ganz konkret: Wer 2018 einen Dienstwagen mit Elektromotor bestellte, konnte den Listenpreis um 250 Euro pro Kilowattstunde verringern, maximal aber um 7.500 Euro.

Diese Form der Förderung sollte 2022 vorerst auslaufen. Deshalb verringerte sich auch Jahr für Jahr der Minderungsbetrag. Im Jahr 2019 durfte der Listenpreis nur noch um 200 Euro pro Kilowattstunde verringert werden. Die Obergrenze lag bei 7.000 Euro.

Bis 2018: Auch hier Sonderreglung für Hybridautos

Schlechte Karten hatten bis Ende 2018 Fahrer, die sich für ein Hybridauto ohne Steckdosenanschluss entschieden haben. Steuerlich gesehen gingen sie leer aus, denn für diese Hybridautos gab es keine expliziten Steuervergünstigungen. Keine Regel ohne Ausnahme: Neben batteriebetriebenen Elektrofahrzeugen kamen auch Autos mit Plug-in-Hybrid in den Genuss der Steuererleichterungen.

Übrigens:

Das Thema Elektroauto und Steuer ist Ihnen zu komplex? Kommen Sie zu uns, der VLH. Wir machen Ihre Steuererklärung und sichern Ihnen die Steuervorteile, die Ihnen zustehen. Eine Beratungsstelle in Ihrer Nähe finden Sie hier: Beratersuche.

Mit anderen teilen