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Elektroauto und Steuer: Das müssen Sie beachten

Elektromobilität wird steuerlich gefördert. Wie die Förderung genau aussieht, hängt davon ab, wann der Dienstwagen mit Elektromotor angeschafft wurde.

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Neben dem klassischen Benziner oder Diesel setzen mehr und mehr Unternehmen auf umweltfreundliche Elektroautos für die Dienstwagen-Flotte. Ein Trend, den Vater Staat gerne sieht und weiter vorantreiben möchte. Deshalb gibt es für Dienstwagen mit Elektromotor seit 2019 auch neue Förderungen für die Versteuerung von Privatfahrten, die mehrfach angepasst wurden.

Seit 2019: 1 Prozent des halben Listenpreises

Grundsätzlich müssen private Fahrten mit dem Dienstwagen versteuert werden. Die bequemste Methode ist die 1-%-Regelung, bei der pauschal ein Prozent des Buttolistenpreises des Firmenwagens zum monatlichen Gehalt dazu gerechnet wird.

Da die sogenannten Stromer allerdings nach wie vor mehr kosten als Benzin- oder Dieselfahrzeuge, mussten Arbeitnehmer/innen mit Elektro-Dienstwagen tiefer in die Tasche greifen. Das änderte sich am 1. Januar 2019: Der geldwerte Vorteil wurde jetzt mit ein Prozent des halben Listenpreises angesetzt. Und seit 1. Januar 2020 ist es noch einmal günstiger geworden, denn seit dem gilt die neue 0,25-%-Regelung für "reine" Elektrofahrzeuge. Beide Steuervorteile werden übrigens auch bei der Fahrtenbuch-Methode berücksichtigt.

Übrigens:

Die neue Regelung gilt für Elektrofahrzeuge, die vom 01. Januar 2019 bis 31. Dezember 2030 angeschafft oder geleast werden. Maßgeblich ist nicht das Datum des Kaufvertrags, sondern der Zeitpunkt der Lieferung des Autos. 

Seit 2020: Die neue 0,25-Prozent-Regelung für "reine" Elektroautos 

Seit Januar 2020 werden Elektroautos ohne Kohlendioxidemission mit einem Bruttolistenpreis bis 40.000 Euro, die mehr als die Hälfte dienstlich genutzt werden, nochmal begünstig. Monatlich müssen für diese Dienstwagen nur noch 0,25 Prozent des Bruttolistenpreises als geldwerter Vorteil versteuert werden. Ab Juli 2020 wurde die Kaufpreisgrenze auf 60.000 Euro angehoben.

Für andere Elektrofahrzeuge oder "reine" Elektroautos mit einem höheren Bruttolistenpreis bleibt die 0,5-%-Regelung von 2019 bestehen.

Sonderregelung für Hybridelektrofahrzeuge

Erfüllt das aufladbare Hybridelektrofahrzeug eine der folgenden Voraussetzungen, greift seit 1. Januar 2019 ebenfalls die 0,5-%-Regelung:

  1. Bei einer Anschaffung vor dem 1.1.2022, wenn das Fahrzeug maximal 50g CO2/km emittiert oder eine rein elektrische Reichweite von mindestens 40 km nach WLTP hat.
     
  2. Bei einer Anschaffung nach dem 31.12.2021 und vor dem 1.1.2025, wenn das Fahrzeug maximal 50g Co2/km emittiert oder eine rein elektrische Reichweite von mindestens 60 km nach WLTP hat.
     
  3. Bei einer Anschaffung nach dem 31.12.2024, wenn das Fahrzeug maximal 50g Co2/km emittiert oder eine rein elektrische Reichweite von mindestens 80 km nach WLTP hat.

Erfüllt der Hybrid keine der Voraussetzungen, gilt weiterhin der Nachteilsausgleich, der bis Ende 2018 gültig war. Dazu gleich mehr.

Ladesäule beim Arbeitgeber: Nutzung steuerfrei

Seit 2017 ist das kostenlose oder verbilligte Aufladen eines Elektroautos oder Hybrids im Betrieb steuerfrei. Das gilt nicht nur für Dienstwagen mit Elektromotor, sondern auch für private Elektrofahrzeuge, die am Ladestrom hängen.

Für das private Laden gibt es steuerfreie Pauschalen

Erstattet der Arbeitgeber bzw. die Arbeitgeberin privat getragene Stromkosten des Arbeitnehmers bzw, der Arbeitnehmerin, ist das ein sogenannter steuerfreier Auslagenersatz. Der Arbeitgeber bzw. die Arbeitgeberin kann die Stromkosten für den privaten Ladestrom auch pauschal erstatten. Ein Einzelnachweis ist somit nicht nötig. Wer den Elektro-Dienstwagen auch privat nutzen darf und zuhause auflädt, kann aus Vereinfachungsgründen folgende Pauschalen nutzen:

  • Gibt es eine zusätzliche Lademöglichkeit beim Arbeitgeber bzw. der Arbeitgeberin, können monatlich pauschal 30 Euro für Elektrofahrzeuge und 15 Euro für Hybridelektrofahrzeuge angesetzt werden.
  • Gibt es keine Lademöglichkeit beim Arbeitgeber bzw. der Arbeitgeberin, dürfen monatlich sogar 70 Euro für Elektrofahrzeuge und 35 Euro für Hybridelektrofahrzeuge geltend gemacht werden.

Diese Pauschalen werden offiziell von den Finanzbehörden anerkannt und gelten bis zum 31. Dezember 2030.

Übrigens:

Erstattet der Arbeitgeber bzw. die Arbeitgeberin keine Kosten für Ladestrom und der Arbeitnehmer trägt die Kosten selbst, mindern diese Kosten den geldwerten Vorteil aus der Firmenwagengestellung.

Bis 2018: Minderung des Bruttolistenpreises um pauschale Beträge für das Batteriesystem

Für alle Fahrzeuge, die bis zum 31.12.2018 angeschafft wurden, gilt der sogenannte Nachteilsausgleich. Der Nachteilsausgleich sieht vor, dass der Bruttolistenpreis gemindert wird – und zwar um pauschale Beträge für das Batteriesystem.

Ganz konkret: Wer 2018 einen Dienstwagen mit Elektromotor bestellte, konnte den Listenpreis um 250 Euro pro Kilowattstunde verringern, maximal aber um 7.500 Euro.

Anschaffungsjahr / Jahr der Erstzulassung Mindestbetrag in Euro / kWh der Batteriekapazität Höchstbetrag in Euro
2019 200 7.000
2020 150 6.500
2021 100 6.000
2022 50 5.500

Diese Form der Förderung sollte 2022 vorerst auslaufen. Deshalb verringerte sich auch Jahr für Jahr der Minderungsbetrag.

Bis 2018: Auch hier Sonderreglung für Hybridautos

Schlechte Karten hatten bis Ende 2018 Fahrer/innen, die sich für ein Hybridauto ohne Steckdosenanschluss entschieden haben. Steuerlich gesehen gingen sie leer aus, denn für diese Hybridautos gab es keine expliziten Steuervergünstigungen. Keine Regel ohne Ausnahme: Neben batteriebetriebenen Elektrofahrzeugen kam man auch mit einem Auto mit Plug-in-Hybrid in den Genuss der Steuererleichterungen.

Übrigens:

Das Thema Elektroauto und Steuer ist Ihnen zu komplex? Kommen Sie zu uns, der VLH. Wir machen Ihre Steuererklärung und sichern Ihnen die Steuervorteile, die Ihnen zustehen. Eine Beratungsstelle in Ihrer Nähe finden Sie hier: Beratersuche.

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Dies ist ein redaktioneller Text des Redaktionsteams der VLH. Es erfolgt keine Beratung zu Themen, die außerhalb der steuerlichen Beratungsbefugnis eines Lohnsteuerhilfevereins liegen. Eine Beratungsleistung im konkreten Einzelfall kann nur im Rahmen der Begründung einer Mitgliedschaft und ausschließlich innerhalb der Beratungsbefugnis nach § 4 Nr. 11 StBerG erfolgen.

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