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Kinderbonus in der Corona-Krise

Wegen der Corona-Krise hatte die Regierung 2020 einen Kinderbonus beschlossen. Auch 2021 wird es einen Corona-Kinderbonus geben.

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Kinderbonus in der Corona-Krise

Für jedes Kind, für das Eltern Anspruch auf Kindergeld hatten, wurde im Herbst 2020 ein Kinderbonus von 300 Euro ausgezahlt. Und zwar unabhängig von der Höhe des Einkommens. Diese Sonderzahlung hatte die Bundesregierung wegen der Corona-Pandemie beschlossen. Damit sollten Familien unterstützt werden, die besonders von den Einschränkungen betroffen waren, so die damalige Begründung.

Der Kinderbonus komme vor allem Familien mit kleinen und mittleren Einkommen zugute, hieß es dazu. Daher wurde der Kinderbonus auch nicht auf Familien- und Sozialleistungen angerechnet. Familien mit höheren Einkommen hatten hingegen weniger von dem Corona-Kinderbonus: Besserverdiener profitieren üblicherweise vom Kinderfreibetrag – und auf diesen wurde der Bonus angerechnet. 

Die Frage, bis zu welchem Einkommen Familien vom Kinderbonus profitieren, kann nicht pauschal beantwortet werden, weil bei der Vergleichsrechnung für jedes Kind individuell geprüft wird, ob der Kinderfreibetrag günstiger ist. Ein Beispiel: Ein zusammenveranlagtes Elternpaar mit drei Kindern profitiert bis zu einem Einkommen von 67.816 Euro in voller Höhe vom Kinderbonus für alle drei Kinder. Oberhalb dieses Einkommens schmilzt der Kinderbonus allmählich ab. Ab einem Einkommen von 105.912 Euro wird er bei der Einkommensteuererklärung für 2020 mit den drei Kinderfreibeträgen komplett verrechnet.

Fazit: Mehr als 75 Prozent der Kinder erhalten die volle Entlastung durch den Kinderbonus, knapp 25 Prozent werden nur teilweise oder nicht entlastet, so das Bundesministerium für Familie, Senioren,Frauen und Jugend.

Übrigens

Der Corona-Kinderbonus stellt kein steuerpflichtiges Einkommen dar, muss aber wie das Kindergeld in der Steuererklärung eingetragen werden. Denn bei der Einkommensteuerveranlagung wird der Kinderbonus zusammen mit dem Kindergeld bei der Günstigerprüfung  berücksichtigt. Dabei prüft das Finanzamt, ob Kindergeld und Kinderbonus für die jeweilige Familie günstiger sind oder die Entlastung aus den Kinderfreibeträgen.

Kinderbonus in zwei Raten ausgezahlt

Zunächst war geplant gewesen, den Corona-Kinderbonus in zwei Raten à 150 Euro auszuzahlen. Der Finanzausschuss des deutschen Bundestags empfahl dann aber eine Auszahlung von zunächst 200 Euro und anschließend weiteren 100 Euro. Dem stimmten Bundestag und Bundesrat zu, und so erhielten Familien 2020 für jedes Kind, für das sie Anspruch auf Kindergeld hatten, 200 Euro im September und 100 Euro im Oktober.

Kinderbonus auch im Jahr 2021

Familien mit Kindern sind auch 2021 noch stark durch die Corona-Krise belastet, zum Beispiel wegen der Schließung von Schulen und Kindertagesstätten. Deshalb hat die Bundesregierung am 3. Februar 2021 erneut einen Kinderbonus beschlossen. Statt 300 Euro wie 2020 sollen voraussichtlich im Mai 2021 pro Kind 150 Euro als Zuschuss zum Kindergeld ausgezahlt werden. Der Kinderbonus wird erneut mit dem Kinderfreibetrag verrechnet, aber nicht auf die Grundsicherung angerechnet. Dadurch sollen Geringverdiener stärker profitieren.

Die Frage, bis zu welchem Einkommen Familien vom Kinderbonus profitieren, kann auch 2021 nicht pauschal beantwortet werden, weil bei der Vergleichsrechnung nach wie vor für jedes Kind individuell geprüft wird, ob der Kinderfreibetrag günstiger ist. Ein Beispiel: Ein zusammenveranlagtes Elternpaar mit zwei Kindern profitiert bis zu einem Einkommen von 69.040 Euro in voller Höhe vom Kinderbonus für beide Kinder. Oberhalb dieser Höhe wird der Kinderbonus allmählich abgeschmolzen und ab einem Einkommen von 85.974 Euro im Rahmen der Einkommensteuerveranlagung für das Jahr 2021 vollständig mit den zwei Kinderfreibeträgen verrechnet.

Wichtig: Für Kinder, die 2020 geboren wurden und für die noch kein Antrag auf Kindergeld gestellt wurde, kann der Corona-Kinderbonus für 2020 auch noch nachträglich im Jahr 2021 überwiesen werden. Voraussetzung ist, dass für die betroffenen Kinder ein Anspruch auf Kindergeld für mindestens einen Monat des Jahres 2020 bestand. Das Gleiche hilt für Kinder, die erst Mitte oder Ende 2021 geboren werden. Sie erhalten den Kinderbonus für 2021 nachdem der Abtrag auf Kindergeld gestellt wurde.

Übrigens

Familien können trotz Kinderbonus auch weiterhin Kinderbetreuungskosten in ihrer Steuererklärung geltend machen. Unsere Beraterinnen und Beratern helfen dabei gerne: Beratersuche

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Dies ist ein redaktioneller Text des Redaktionsteams der VLH. Es erfolgt keine Beratung zu Themen, die außerhalb der steuerlichen Beratungsbefugnis eines Lohnsteuerhilfevereins liegen. Eine Beratungsleistung im konkreten Einzelfall kann nur im Rahmen der Begründung einer Mitgliedschaft und ausschließlich innerhalb der Beratungsbefugnis nach § 4 Nr. 11 StBerG erfolgen.