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Günstigerprüfung: Finanzamt sucht günstigste Variante

In manchen Fällen nimmt das Finanzamt eine sogenannte Günstigerprüfung vor. Das Ziel: Herausfinden, welche Variante dem Steuerpflichtigen mehr Geld bringt.

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Günstigerprüfung: Finanzamt sucht günstigste Variante

Zu den Aufgaben des Finanzamtes gehört die Günstigerprüfung. Das heißt: Der Finanzbeamte prüft, was für den Steuerzahler günstiger ist – also steuerlich größere Vorteile bringt. Der Fiskus führt vor allem in diesen vier Fällen eine Günstigerprüfung durch:

  • Kindergeld oder Kinderfreibetrag
  • Riester-Rente: Sonderausgabenabzug oder staatliche Zulage
  • Pendeln: Entfernungspauschale oder tatsächliche Kosten bei öffentlichen Verkehrsmitteln
  • Kapitalerträge: Abgeltungssteuer oder Besteuerung mit dem individuellen Steuersatz

Kindergeld oder Kinderfreibetrag

Familien bekommen entweder Kindergeld oder den Kinderfreibetrag. Das Kindergeld wird monatlich überwiesen, der Kinderfreibetrag ist eine jährliche Rechengröße in Höhe von 7.248 Euro für ein Elternpaar. Da Eltern nur eine Form der Steuererleichterung erhalten, führt das Finanzamt eine Günstigerprüfung durch. In unserem Artikel Wie funktioniert das mit dem Kinderfreibetrag? zeigen wir Ihnen anhand unserer Beispielrechnung, wie das im Detail funktioniert.

Riester-Rente: Sonderausgabenabzug oder staatliche Zulagen

Als Riester-Sparer können Sie während der Ansparphase Ihre selbst gezahlten Beiträge sowie die staatliche Zulage jedes Jahr als Sonderausgabe in Ihrer Steuererklärung geltend machen – und zwar bis maximal 2.100 Euro. Allerdings ergibt erst die Günstigerprüfung, ob der Fiskus Ihre Beiträge tatsächlich als Sonderausgabe anerkennt:

  • Der Sonderausgabenabzug findet nicht statt, wenn die Steuerersparnis niedriger ist als die Zulage.
  • Ist die Steuerersparnis höher als die Zulage, bleibt es beim Sonderausgabenabzug.

Erfahren Sie hier mehr zum Thema Riester-Rente: Was ist die Riester-Rente?

Pendeln: Entfernungspauschale oder tatsächliche Kosten

Fahren Sie als Berufspendler den täglichen Weg zur Arbeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln, muss der Finanzbeamte prüfen, ob die Entfernungspauschale oder die tatsächlichen Kosten für Sie günstiger sind. Mehr zu diesem Thema erfahren Sie in unserem Überblick Fahrtkosten: Das müssen Sie wissen.

Kapitalerträge: Abgeltungssteuer oder persönlicher Steuersatz

Liegt Ihr persönlicher Steuersatz unter 25 Prozent – also unter dem Prozentsatz der Abgeltungssteuer – können Sie beim Fiskus eine Günstigerprüfung beantragen. Zu viel bezahlte Steuern erhalten Sie dann vom Finanzamt zurück. Dafür müssen Sie in der Anlage KAP auf Seite 1 die Günstigerprüfung beantragen. Unser Artikel Wie funktioniert die Abgeltungssteuer? erklärt Ihnen, wann sich die Günstigerprüfung lohnt.

Übrigens:

Beim Kindergeld bzw. dem Kinderfreibetrag, beim Sonderausgabenabzug der Riester-Rente, und der Entfernungspauschale führt das Finanzamt die Günstigerprüfung automatisch durch. Nur bei den Kapitalerträgen müssen Sie die Günstigerprüfung bei der Abgabe der Steuererklärung beantragen. Setzen Sie einfach den entsprechenden Haken auf Seite 1 der Anlage KAP. 

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