Beratersuche starten
Berater suchen
Servicetelefon
06321 96 39 96 9

Erziehungsrente: Wie funktioniert’s?

Wie hoch die Erziehungsrente ausfällt, wo Sie den Antrag stellen müssen und wie die Erziehungsrente versteuert wird – dies und noch viel mehr beantworten wir Ihnen.

Mit anderen teilen
Erziehungsrente: Wie funktioniert’s?

Von Erziehungsrente haben Sie bisher noch nichts gehört? Dann geht es Ihnen so wie der Mehrheit der Deutschen. Denn die Erziehungsrente ist eine kaum bekannte Leistung der Deutschen Rentenversicherung.

Was bedeutet Erziehungsrente?

Stellen Sie sich vor, Sie sind geschieden und leben mit dem gemeinsamen Kind zusammen. Stirbt Ihr geschiedener Ehepartner, können Sie unter Umständen eine Erziehungsrente bekommen. Diese Art der Rente dient quasi als Ersatz für den Kindesunterhalt, der durch den Tod des geschiedenen Partners entfällt. Das gilt auch für eingetragene Partnerschaften, die gerichtlich aufgehoben wurden.

Übrigens:

Im Gegensatz zur Witwenrente wird die Erziehungsrente nicht aus der Versicherung Ihres geschiedenen Ehepartners abgeleitet, sondern ist eine Leistung Ihrer eigenen Versicherung.

Wer bekommt die Erziehungsrente?

Anspruch auf Erziehungsrente hat, wer folgende Voraussetzungen erfüllt:

  • Sie haben die allgemeine Wartezeit von fünf Jahren erfüllt. Sprich: Ihre Mindestversicherungszeit in der gesetzlichen Rentenversicherung beträgt fünf Jahre.

  • Ihre Ehe ist nach dem 30. Juni 1977 geschieden, für nichtig erklärt oder aufgehoben worden.

  • Ihr geschiedener Ehepartner ist gestorben.

  • Sie selbst haben nach der Scheidung nicht wieder geheiratet und sind keine eingetragene Lebenspartnerschaft eingegangen.

  • Sie erziehen ein eigenes Kind oder ein Kind des geschiedenen Ehepartners, das das 18. Lebensjahr noch nicht vollendet hat. Hat das Kind eine Behinderung, spielt das Alter keine Rolle.

Wie hoch ist die Erziehungsrente?

Die Erziehungsrente fällt genauso hoch aus wie die Rente wegen voller Erwerbsminderung. Sind Sie jünger als 63 Jahre, müssen Sie allerdings mit einem Abschlag rechnen. Außerdem wird Ihr eigenes Einkommen angerechnet, wenn es einen festgelegten Freibetrag übersteigt.

Wie hoch ist der Freibetrag bei der Einkommensanrechnung?

Es gibt einen Freibetrag für die neuen Bundesländer und einen für die alten Bundesländer. Von Juli 2018 bis voraussichtlich Juni 2020 liegt der Freibetrag in den alten Bundesländern bei 845,59 Euro, in den neuen Bundesländern bei 810,22 Euro.

Wo beantragt man die Erziehungsrente?

Die Erziehungsrente beantragen Sie bei der Deutschen Rentenversicherung. Die Rentenzahlung beginnt mit dem Ersten des Kalendermonats, zu dessen Beginn Sie die Voraussetzungen erfüllen. Das gilt aber nur, wenn Sie den Antrag innerhalb von drei Kalendermonaten stellen. Geht der Antrag erst danach bei der Deutschen Rentenversicherung ein, startet die Erziehungsrente vom Antragsmonat an.

Wann endet die Erziehungsrente?

Die Rente endet in der Regel, sobald Sie nicht mehr alle Voraussetzungen erfüllen – also sobald Sie beispielsweise wieder heiraten oder das Kind das 18. Lebensjahr erreicht. Die Erziehungsrente endet spätestens, wenn Sie die Regelaltersgrenze erreichen. Denn ab dann startet die Regelaltersrente, wenn Sie nichts anderes bestimmen.

Muss ich die Erziehungsrente versteuern?

Ja, die Erziehungsrente muss – wie alle Renten aus der gesetzlichen Rentenversicherung – versteuert werden. Allerdings nicht in voller Höhe. Die Erziehungsrente ist mit dem Besteuerungsanteil steuerpflichtig. Der Besteuerungsanteil liegt 2019 bei 78 Prozent, 22 Prozent bleiben also steuerfrei. Alle Informationen rund um die Besteuerung finden Sie in unserem Artikel Wann muss ich als Rentner Steuern zahlen?

Mit anderen teilen
Mit der Nutzung dieser Website erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. Mehr Informationen Schließen