Beratersuche starten
Berater suchen
Servicetelefon
06321 96 39 96 9

Rentensplitting: Wie geht das?

Beim Rentensplitting werden die Rentenansprüche eines Ehepaares fair aufgeteilt. Doch das lohnt sich nicht immer. Wir beantworten die wichtigsten Fragen.

Mit anderen teilen
Rentensplitting: Wie geht das?

Ganz oft ist es ja so: Ein Ehepartner oder eingetragener Lebenspartner kümmert sich um die Erziehung der Kinder und tritt beruflich einige Jahre etwas kürzer. Das wirkt sich allerdings auf die Rente aus. Denn wer weniger arbeitet oder schlechter verdient, sammelt weniger Rentenansprüche, als der in Vollzeit arbeitende Partner.

Wer die Rentenansprüche fair zwischen beiden Partnern aufteilen möchte, kann sich für das sogenannte Rentensplitting entscheiden. Wie das geht, was Sie beachten müssen und welche Vor- und Nachteile das Rentensplitting hat, zeigen wir Ihnen jetzt.

Wie funktioniert das Rentensplitting?

Seit 2002 können Ehepaare und eingetragene Lebenspartner die während der Ehe erworbenen Rentenansprüche partnerschaftlich teilen. Dieses Prinzip nennt man Rentensplitting.

Und so funktioniert’s: Beim Rentensplitting gibt der Partner mit den höheren Rentenansprüchen einen Teil seiner Ansprüche an den anderen Partner ab – und zwar genau die Hälfte des Wertunterschiedes. Ein stark vereinfachtes Beispiel bringt Klarheit.

Gudrun und Klaus haben sich für das Rentensplitting entschieden. Gudrun hat während der Ehe Rentenansprüche in Höhe von 100 Euro erworben, Klaus in Höhe von 200 Euro. Der Wertunterschied liegt dementsprechend bei 100 Euro. Gudrun bekommt dank Rentensplitting die Hälfte des Wertunterschieds – also 50 Euro – von Klaus, so dass sie am Ende beide einen Rentenanspruch von 150 Euro haben.

Beide Ehepartner sind nach dem Rentensplitting also so gestellt, als hätten sie während der Ehe die gleichen Rentenansprüche erworben.

Übrigens:

Bei einer Scheidung werden Rentenpunkte ebenfalls zwischen den Ex-Partnern aufgeteilt. Das funktioniert so ähnlich wie das Rentensplitting, nennt sich aber Versorgungsausgleich.

Wie sehen die Voraussetzungen für ein Rentensplitting aus?

Damit Sie als Ehepaar überhaupt in den Genuss des Rentensplittings kommen, müssen folgende Voraussetzungen erfüllt sein:

  • Sie haben nach dem 31. Dezember 2001 geheiratet oder
  • Sie waren zu diesem Zeitpunkt bereits verheiratet und Sie und Ihr Partner sind beide nach dem 31. Dezember 1961 geboren.
  • Beide Partner haben außerdem mindestens 25 Jahre rentenrechtliche Zeiten.

Was ist die Splittingzeit?

Das Rentensplitting greift wirklich nur für Rentenansprüche, die während der Ehe angesammelt wurden. Dementsprechend beginnt die sogenannte Splittingzeit mit dem Ersten des Monats der Eheschließung. Die Splittingzeit endet üblicherweise mit dem Letzten des Monats, in dem der jüngere Partner die Regelaltersgrenze knackt. Wer über die Regelaltersgrenze hinaus arbeitet, schiebt auch das Ende der Splittingzeit weiter nach hinten: Sie endet dann mit Ablauf des Monats vor Rentenbeginn.

Wie beantrage ich das Rentensplitting?

Das Rentensplitting müssen Sie nicht beantragen, sondern als Ehepaar eine gemeinsame Erklärung abgeben – und zwar bei der Deutschen Rentenversicherung. Das geht allerdings frühestens sechs Monate, bevor Sie und Ihr Partner die Regelaltersgrenze erreichen und Anspruch auf eine Altersrente haben. Bekommt nur ein Partner eine Altersrente, ist entscheidend, wann der andere Partner die Regelaltersgrenze erreicht.

Stirbt ein Ehepartner, kann der Hinterbliebene das Rentensplitting alleine beantragen – allerdings nur, wenn zu Lebzeiten beider Partner die Möglichkeit des Splittings noch nicht bestand.

Was muss ich beim Rentensplitting besonders beachten?

Entscheiden Sie sich gemeinsam verbindlich für das Rentensplitting, gibt es einen Punkt, den Sie unbedingt beachten sollten: Es gibt im Todesfall keine Witwenrente.

Deshalb müssen Sie vor Ihrer Entscheidung einen Blick in die Glaskugel werfen und eine Prognose für die Zukunft wagen. Denn nicht für jedes Ehepaar ist das Rentensplitting sinnvoll. Die Deutsche Rentenversicherung berät Sie und errechnet die Rentenbeträge, die Ihnen nach einem Rentensplitting oder mit einer Witwenrente zustehen würden.

Was sind die Vorteile, was die Nachteile des Rentensplittings?

Egal ob ein Partner für die Kindererziehung zuhause geblieben oder beruflich kürzer getreten ist, um dem Partner den Rücken freizuhalten: Beim Rentensplitting werden die während der Ehe erworbenen Rentenansprüche als gemeinsame Lebensleistung angesehen und fair aufgeteilt. Ein klarer Vorteil.

Ein weiterer Vorteil des Rentensplittings ist, dass weder eine spätere Scheidung, noch der Todesfall des Partners einen Einfluss auf die Rentenansprüche haben. Es ist auch egal, wie viel der hinterbliebene Partner verdient, oder ob er erneut heiratet.

Von Nachteil ist allerdings, dass die Entscheidung für das Rentensplitting verbindlich ist. Nach Abgabe einer gemeinsamen Erklärung für ein Splitting gibt es keine Möglichkeit mehr, bei Tod des Partners statt des Rentensplittings eine Hinterbliebenenrente zu bekommen. Es empfiehlt sich daher, die Entscheidung über ein Rentensplitting nicht ohne ausführliche Beratung durch den Rentenversicherer zu treffen.

Für wen lohnt sich das Rentensplitting?

Das Rentensplitting lohnt sich vor allem für den Ehepartner, der während der Ehe deutlich weniger verdient hat. Denn durch das partnerschaftliche Teilen der Rentenansprüche profitiert dieser Partner im Rentenalter. Auch der Tod des Partners, eine Scheidung oder eine neue Ehe können diesem Partner die höheren Rentenansprüche nicht mehr nehmen.

Gibt es auch Rentensplitting für private Altersvorsorge?

Das Rentensplitting funktioniert nur bei der gesetzlichen Rente. Die Rentenansprüche aus einer betrieblichen Altersvorsorge (Verlinkung) können nicht in diesem Stil aufgeteilt werden.

Muss ich in Sachen Rentensplitting bei der Steuererklärung etwas beachten?

Die Entscheidung für das Rentensplitting hat keinen direkten Einfluss auf Ihre Steuererklärung. Ob Sie als Rentner eine Steuererklärung abgeben müssen und wann Sie Steuern bezahlen müssen, erklärt Ihnen unser Artikel Wann muss ich als Rentner Steuern zahlen? 

Übrigens:

Sie haben Fragen rund um das Thema Rente und Steuererklärung? Unsere Beraterinnen und Berater stehen Ihnen gerne zur Verfügung und erstellen Ihre Steuererklärung. Finden Sie hier eine Beratungsstelle in Ihrer Nähe: Beratersuche.

Mit anderen teilen

Quellen

Mit der Nutzung dieser Website erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. Mehr Informationen Schließen