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Haushaltshilfe anmelden, Kosten absetzen?

Wer seine Haushaltshilfe anmeldet, kann Steuern sparen und ist zudem versichert. Das lohnt sich.

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Haushaltshilfe anmelden, Kosten absetzen

Fast jeder zehnte Privathaushalt in Deutschland engagiert eine Haushaltshilfe. Das heißt: Tätigkeiten wie Fenster putzen, Wäsche waschen, Teppich reinigen oder eine warme Mahlzeit zubereiten, werden von einer externen Person erledigt. Zu den Haushaltshilfen gehören aber auch über 150.000 Pflegehilfen aus Osteuropa. Sie unterstützen Familien bei der Betreuung pflegebedürftiger Angehöriger und helfen beim Aufstehen und Anziehen, beim Duschen und Waschen, beim Essen und sogar dem Gang zur Toilette. Hoch im Kurs stehen polnische Pflegekräfte.

Doch etwa 80 Prozent der Haushaltshilfen waren im Jahr 2015 schwarz beschäftigt. Das zeigt eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln. Das bedeutet: Acht von zehn Putzfrauen, Küchenhilfen, Gärtnern und Pflegehilfen sind weder gegen Unfälle noch gegen Altersarmut abgesichert. Und auch der Arbeitgeber nimmt einige Risiken in Kauf und kann sogar mit Geldbußen bestraft werden. Dabei hat eine offizielle Haushaltshilfe für beide Seiten Vorteile.

Wie werde ich Arbeitgeber?

Engagieren Sie eine Haushaltshilfe privat, werden Sie zum Arbeitgeber. Sie benötigen dann einen Arbeitsvertrag, den Sie und Ihre Haushaltshilfe unterschreiben. Zudem müssen Sie sich an Höchstarbeitszeit, Mindestlohn, Kündigungsfrist und weitere Vorschriften halten. Und Sie sind als Arbeitgeber verpflichtet, Beiträge zur Sozialversicherung und Lohnsteuer zu zahlen. Das Ganze nennt sich Arbeitgebermodell.

Übrigens:

Ausführliche Informationen, wie man eine Haushaltshilfe legal anstellt – mit Checkliste und einem Musterarbeitsvertrag – finden Sie bei der Caritas.

Wichtig: Eine Haushaltshilfe darf keine medizinische Fachpflege verrichten, sondern nur hauswirtschaftliche Tätigkeiten und pflegerische Alltagshilfen. Benötigt ein Pflegedürftiger zu Hause medizinische Behandlungspflege, muss diese zwingend von einer ausgebildeten Pflegekraft durchgeführt werden – beispielsweise von einem ambulanten Pflegedienst.

Wie melde ich meine Haushaltshilfe als Minijobber an?

Eine Haushaltshilfe, die bis zu 450 Euro im Monat verdient, können Sie ganz einfach über die Minijob-Zentrale mit dem Haushaltsscheck anmelden. Auf Basis der Angaben zum Verdienst Ihrer Haushaltshilfe berechnet die Zentrale Ihre Abgaben zur Sozialversicherung und Sie erhalten automatisch eine Betriebsnummer für Ihren privaten Haushalt. Weitere Infos dazu erhalten Sie bei der Minijob-Zentrale.

Übrigens:

Sie können Ihre Haushaltshilfe nur mit dem Haushaltsscheck anmelden, wenn ein geringfügiges Beschäftigungsverhältnis in einem Privathaushalt vorliegt. Die Tätigkeit muss zudem haushaltsnah sein. 

Und was ist, wenn ich eine 24-Stunden-Pflege brauche?

Verdient Ihre Haushaltshilfe mehr als 450 Euro, weil sie nicht nur kleinere Arbeiten für Sie erledigt sondern beispielsweise die 24-Stunden-Betreuung Ihrer Mutter übernimmt, dann müssen Sie Ihre Pflegekraft eigenständig beim Finanzamt, der Arbeitsagentur, der gesetzlichen Unfallversicherung, der Krankenkasse usw. anmelden. Kommt ihre Haushaltshilfe aus Osteuropa und wohnt bei Ihnen, müssen Sie außerdem die Meldebehörde informieren.

Übrigens:

Wenn Sie nicht selbst als Arbeitgeber auftreten wollen sondern eine Vermittlungsagentur die ganze Organisation für Sie übernimmt, nennt sich das Entsendungsmodell. Auch das Gehalt Ihrer Haushaltshilfe überweisen Sie dann an die Agentur.

Wie hoch sind die Abgaben?

Als Arbeitgeber eines 450-Euro-Jobbers zahlen Sie neben der Unfallversicherung einen pauschalen Beitrag zur Krankenversicherung und zur Rentenversicherung sowie Steuern und Umlagen an die Minijob-Zentrale. Welche Art der Besteuerung gewählt wird, entscheiden Sie. Wenn Sie die einheitliche sogenannte pauschale Versteuerung (die Minijob-Zentrale nennt sie Pauschsteuer) wählen, übernehmen Sie die Lohnsteuer für Ihre Haushaltshilfe in Höhe von zwei Prozent des monatlichen Bruttogehaltes. Wenn nicht, wird das Einkommen nach Lohnsteuerkarte versteuert. Die Höhe der Lohnsteuer hängt dann von der Steuerklasse Ihres Minijobbers ab.

Die genauen Abgaben können Sie ganz einfach mit dem Haushaltsscheck-Rechner ermitteln.

Übrigens:

Fällt Ihre Haushaltshilfe von der Leiter, ist sie automatisch unfallversichert – doch nur wenn sie legal beschäftigt ist.

Komplizierte wird es, wenn Ihre Haushaltshilfe kein Minijobber ist und beispielsweise aus Polen kommt. Wie hoch Ihre monatlichen Kosten für eine polnische Pflegekraft tatsächlich sind, lässt sich pauschal nicht sagen. Das hängt zum Beispiel auch von den Fähigkeiten Ihrer Haushaltshilfe ab. Aber eine Musterrechnung gibt eine grobe Orientierung: Bekommt Ihre Haushaltshilfe monatlich rund 1.460 Euro Bruttogehalt, bleiben ihr am Ende des Monats knapp 870 Euro netto übrig. Sie als Arbeitgeber zahlen, neben dem Gehalt, auch die Beiträge zur Sozialversicherung und haben monatliche Ausgaben von gut 1.815 Euro. Bei dieser Rechnung geht man davon aus, dass Sie als Arbeitgeber auch die Kosten für Unterkunft und Verpflegung übernehmen.

Kann ich die Kosten von der Steuer absetzen?

Wenn Ihre Haushaltshilfe legal beschäftig ist, können sie 20 Prozent der Lohnkosten von der Steuer absetzen. Die Steuerersparnis für eine Haushaltshilfe mit geringfügigem Beschäftigungsverhältnis ist allerdings auf 510 Euro im Jahr begrenzt. Die Kosten für eine 24-Stunden-Pflege können Sie bis zu 4.000 Euro im Jahr absetzen, und zwar als haushaltsnahe Dienstleistungen. Wichtig ist, dass Sie Ihre Haushaltshilfe nicht bar bezahlen, sondern das Geld auf ihr Konto überweisen.

Die Kosten für eine Haushaltshilfe, die schwarzarbeitet, können Sie natürlich nicht absetzen.

Übrigens:

Wer zuhause einen Angehörigen in der höchsten Pflegegrade betreut, hat einen Anspruch auf den sogenannten Pflege-Pauschbetrag. Und es gibt noch weitere Steuervorteile.

Gerne helfen Ihnen unsere Beraterinnen und Berater dabei, alle Steuervorteile zu sichern, die Ihnen zustehen. Finden Sie hier eine Beratungsstelle in Ihrer Nähe: Beratersuche.

Wie finde ich eine Haushaltshilfe?

Eine gute und preiswerte Haushaltshilfe zu finden, ist gar nicht so leicht. Und wenn Sie sogar eine tägliche Hilfe bei der Pflege Ihrer Angehörigen suchen, wird es noch schwerer. Deshalb dürfen seit dem 1. Mai 2011 deutsche Familien ganz legal eine osteuropäische Haushaltshilfe beschäftigen. Voraussetzung dafür: Die ausländische Haushaltshilfe muss in einem Haushalt mit einer pflegebedürftigen Person arbeiten.

Bei der Suche nach einer polnischen Pflegekraft oder einer Haushaltshilfe aus Ungarn, Tschechien, Slowenien, Estland, Lettland oder Litauen sowie Bulgarien oder Rumänien hilft die Zentrale Auslands- und Fachvermittlung (ZAV) der Bundesagentur für Arbeit. Die Webseite der ZAV mit vielen weiteren Informationen finden Sie hier: ZAV.

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