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Haushaltsnahe Dienstleistungen: So sparen Sie Steuern

Ob Putzfrau oder Hausmeister – beschäftigen Sie in Ihrem privaten Haushalt jemanden, der Ihnen hilft, können Sie sich über Steuerermäßigungen freuen.

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Haushaltsnahe Dienstleistungen: So sparen Sie Steuern

Alle Arbeiten, die gewöhnlich Sie selbst oder andere Mitglieder Ihres privaten Haushalts erledigen können, für die Sie aber einen Dienstleister beauftragen, heißen im Steuerrecht haushaltsnahe Dienstleistungen.

Wichtig: Die Aufgaben müssen einen „haushaltsnahen Charakter“ haben und in Ihrem Haushalt oder auf Ihrem Grundstück erbracht werden. Dazu zählen zum Beispiel Hausmeisterdienste, Betreuungsdienste oder Pflegedienste, und natürlich die Reinigungsarbeiten einer Putzfrau.

Einen schnellen Überblick zum Thema verschafft Ihnen unser Video:

 

Das gehört alles zu den haushaltsnahen Dienstleistungen

Folgende Arbeiten sind Beispiele für haushaltsnahe Dienstleistungen:

  • Wohnung reinigen
  • Fenster putzen
  • Teppich reinigen
  • Mahlzeiten vorbereiten
  • Wäsche bügeln
  • Schäden an Haus und Garten reparieren (Handwerkerleistungen)
  • Gartenpflege (Rasen mähen, Hecke schneiden, Unkraut jäten, Bäume fällen)
  • Winterdienst
  • Betreuung, Versorgung oder Pflege von kranken oder älteren Menschen (ambulante Pflegedienste, Hand- und Fußpflegedienste, Betreuungspauschale für Betreutes Wohnen)
  • Betreuung von Kindern im eigenen Haushalt (durch eine selbstständige Tagesmutter oder ein Au-Pair)
  • Betreuung und Versorgung von Haustieren auf dem eigenen Grundstück

Übrigens:

An den Ausgaben für einen privaten Umzug können Sie den Fiskus ebenfalls beteiligen. Denn die Dienste einer Umzugsspedition erkennt das Finanzamt als haushaltsnahe Dienstleistung an. Mehr dazu erfahren sie in unserem Überblick zum Thema Umzug.

Kosten für einen Schornsteinfeger von der Steuer absetzen

Einen sekundenschnellen Überblick zum Thema Schornsteinfeger und Steuern gibt Ihnen auch unser Video:

 

Oder Sie lesen hier weiter: Auch die Schornsteinfegerdienste zählen zu den haushaltsnahen Dienstleistungen. Und zwar gilt das in der Regel für alle Tätigkeiten, die der Schornsteinfeger in Ihrem privaten Haushalt erledigt, also das Kehren des Kamins, Wartungsarbeiten, Überprüfungs- oder Messarbeiten, Legionellenprüfungen sowie die sogenannte Feuerstättenschau. Das wurde 2015 von der Finanzverwaltung entschieden.

Soviel dürfen Sie in die Steuererklärung eintragen

Wenn jemand für Sie Arbeiten in Ihrem privaten Haushalt erledigt, dann können Sie in der Regel 20 Prozent von jeder Rechnung in Ihre Steuererklärung eintragen. Allerdings dürfen Sie nur maximal 4.000 Euro im Jahr steuerlich als haushaltsnahe Dienstleistungen geltend machen.

Etwas komplizierter wird es, wenn Sie zum Beispiel Ihre Putzfrau als Minijobber beschäftigen. Auch hier vergibt der Staat eine Steuervergünstigung von 20 Prozent. Die Steuerersparnis ist allerdings auf 510 Euro im Jahr begrenzt.

Das müssen Sie bei haushaltsnahen Dienstleistungen beachten

Zunächst benötigen Sie eine Rechnung über die erbrachten Leistungen. In dieser muss Ihr Dienstleister die einzelnen Posten genau aufgeschlüsselt haben, denn nur folgende Ausgaben können Sie steuerlich geltend machen:

  • Arbeitskosten (ohne Mehrwertsteuer)
  • Fahrtkosten
  • Maschinenkosten
  • Entsorgungskosten
  • Kosten für Verbrauchsmittel (z. B. Reinigungsmittel, Streugut)

Nicht in Ihrer Steuererklärung eintragen, dürfen Sie dagegen:

  • Materialkosten
  • Verwaltergebühren bei einer Wohneigentumsgemeinschaft
  • Müllabfuhrgebühren
  • Kosten für Warenanlieferungen

Wichtig: Denken Sie daran, die Rechnung per Überweisung zu begleichen. Barzahlungen erkennt das Finanzamt nicht an.

Wo werden haushaltsnahe Dienstleistungen eintragen?

Sammeln Sie über das Jahr alle Rechnungen und die entsprechenden Kontoauszüge und geben Sie Ihre Ausgaben für haushaltsnahe Dienstleistungen im Mantelbogen auf Seite 3 unter "Haushaltsnahe Beschäftigungsverhältnisse, Dienstleistungen und Handwerkerleistungen" an. 

Auch Mieter dürfen Ihre Nebenkosten absetzen

Nicht nur Hausbesitzer können die Ausgaben für die Treppenhausreinigung, die Gartenpflege, Wartungsarbeiten, den Hauswart oder Schornsteinfegerdienste steuerlich geltend machen. Auch Mitglieder einer Wohnungseigentümergemeinschaft oder Mieter können Ausgaben für haushaltsnahe Dienstleistungen in ihrer Steuererklärung eintragen.

Einige dieser Kosten finden Sie in der Nebenkostenabrechnung, die Sie jährlich von Ihrem Vermieter oder von der Hausverwaltung bekommen. Wichtig: Arbeitskosten und Materialkosten müssen auch in der Aufstellung Ihrer Nebenkosten klar getrennt sein, sonst erkennt das Finanzamt Ihre Mietnebenkosten für beispielsweise den Hausmeisterdienst nicht an.

Unser Tipp: Sind die haushaltsnahen Dienstleistungen in Ihrer Jahresnebenkostenabrechnung nicht aufgeschlüsselt, können Sie Ihren Verwalter oder Vermieter bitten, Ihnen die anteiligen Kosten für die haushaltsnahen Dienstleistungen zu bescheinigen.

Übrigens:

Alle Steuervergünstigungen in Sachen haushaltsnahe Dienstleistungen sind auch für Bewohner eines Seniorenheims gültig. Voraussetzung ist allerdings, dass sie in einem eigenen, abschließbaren Appartement leben mit Bad, Küche, Wohn- und Schlafbereich.

Eine anschauliche Zusammenfassung zum Thema haushaltsnahe Dienstleistungen bietet Ihnen auch unsere Infografik:

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