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Haushaltsnahe Dienstleistungen: So sparen Sie Steuern

Ob Putzfrau oder Hausmeister – beschäftigen Sie in Ihrem privaten Haushalt jemanden, der Ihnen hilft, können Sie sich über Steuerermäßigungen freuen.

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Haushaltsnahe Dienstleistungen: So sparen Sie Steuern

Fast jeder zehnte Privathaushalt in Deutschland engagiert eine Haushaltshilfe. Fenster putzen, Wäsche waschen, Teppich reinigen oder eine warme Mahlzeit zubereiten – von Woche zu Woche erledigen Putzfrauen oder Kochhilfen klassische Haushaltsarbeiten. Doch etwa 80 Prozent von ihnen waren im Jahr 2015 schwarz beschäftigt. Das zeigt eine aktuelle Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln.

Dabei kann jeder, der sich anders entscheidet und seine Putzfrau legal beschäftigt, kräftig Steuern sparen: 20 Prozent der Lohnkosten Ihrer Haushaltshilfe können Sie von der Steuer absetzen. Einen schnellen Überblick dazu verschafft Ihnen unser Video:

 

Auch Handwerkerleistungen gehören zu den haushaltsnahen Dienstleistungen. Mehr dazu lesen Sie in unserem Überblick Kosten für Handwerker von der Steuer absetzen

So viel können Sie für haushaltsnahe Dienstleistungen absetzen

Wie hoch der vom Fiskus begünstigte Betrag letztendlich ist, hängt von der Art der Beschäftigung ab und ist im § 35a des EStG geregelt. Dabei sind folgende drei Gruppen zu unterscheiden:

  1. Die Haushaltshilfe ist in einem Minijob beschäftigt: Eine Putzfrau oder eine andere Haushaltshilfe, die bis zu 450 Euro im Monat verdient, können Sie als sogenannten Minijobber anstellen. 20 Prozent des Arbeitslohns Ihrer Putzfrau dürfen Sie dann direkt von Ihrer Steuer absetzen. Die Steuerersparnis ist allerdings auf 510 Euro im Jahr begrenzt.

    Ein weiterer Vorteil: Ihre Haushaltshilfe ist automatisch unfallversichert, wenn sie bei Ihnen in einem Minijob beschäftigt ist.

  2. Die Haushaltshilfe ist als Angestellte beschäftigt: Für sozialversicherungspflichtige Angestellte in Voll- oder Teilzeit vergibt der Staat ebenfalls eine Steuervergünstigung von 20 Prozent. Hier können Sie für haushaltsnahe Dienstleistungen maximal 4.000 Euro im Jahr steuerlich geltend machen.

  3. Die Haushaltshilfe ist selbstständig tätig: Auch für selbstständige Personen oder Unternehmen, die in Ihrem Privathaushalt Arbeiten erledigen, gilt ein Steuerbonus von 20 Prozent. Der Betrag, den Sie jährlich von der Steuer abziehen können, ist auf 4.000 Euro begrenzt.

Hier eine Übersicht zu den Steuermäßigungen für haushaltsnahe Dienstleistungen :

 Art der Beschäftigung Steuerermäßigung
Haushaltshilfe im Minijob
(auf 450 Euro Basis)
20 %,
max. 510 Euro
Haushaltshilfe in sozial-
versicherungspflichtiger Anstellung      
20 %,
max. 4.000 Euro
Haushaltsnahe Dienstleistungen in
selbstständiger Tätigkeit
20 %,
max. 4.000 Euro

Das gehört zu den haushaltsnahen Dienstleistungen

Haushaltsnahe Dienstleistungen sind alle Arbeiten, die gewöhnlich Sie selbst oder andere Mitglieder Ihres privaten Haushalts erledigen können, für die Sie aber einen Dienstleister beauftragen. Die Aufgaben müssen einen haushaltsnahen Charakter haben und in Ihrem Haushalt oder auf Ihrem Grundstück erbracht werden. Neben Reinigungsarbeiten, gehören auch Hausmeisterdienste, Betreuungsdienste oder Pflegedienste dazu.
Folgende Arbeiten sind Beispiele für haushaltsnahe Dienstleistungen:

  • Wohnung reinigen
  • Fenster putzen
  • Teppich reinigen
  • Mahlzeiten vorbereiten
  • Wäsche bügeln
  • Schäden an Haus und Garten reparieren (Handwerkerdienste)
  • Gartenpflege (Rasen mähen, Hecke schneiden, Unkraut jäten, Bäume fällen)
  • Winterdienst
  • Betreuung, Versorgung oder Pflege von kranken oder älteren Menschen (ambulante Pflegedienste, Hand- und Fußpflegedienste, Betreuungspauschale für Betreutes Wohnen)
  • Betreuung von Kindern im eigenen Haushalt (durch eine selbstständige Tagesmutter oder ein Au-Pair)
  • Betreuung und Versorgung von Haustieren auf dem eigenen Grundstück 

Übrigens

An den Kosten für einen privaten Umzug können Sie den Fiskus ebenfalls beteiligen. Denn die Dienste einer Umzugsspedition erkennt das Finanzamt als haushaltsnahe Dienstleistung an. So können Sie 20 Prozent der Speditionskosten, maximal aber 4.000 Euro, von der Steuer absetzen. Mehr dazu erfahren sie in unserem Überblick zum Thema Umzug.

Die Kosten für einen Schornsteinfeger von der Steuer absetzen

Die Dienste eines Schornsteinfegers zählen zu den haushaltsnahen Dienstleistungen. Und zwar gilt das in der Regel für alle Arbeiten, die der Schornsteinfeger in Ihrem privaten Haushalt erbringt. Neben der klassischen Dienstleistung, dem Kehren des Kamins, gehören mittlerweile auch Wartungsarbeiten, Überprüfungs- oder Messarbeiten, Legionellenprüfungen sowie die sogenannten Feuerstättenschau dazu. Das wurde 2015 von der Finanzverwaltung entschieden (BMF-Schreiben vom 10.11.2015).

Einzige Voraussetzung für die Anerkennung beim Finanzamt ist, dass Sie die Dienste Ihres Schornsteinfegers durch eine Rechnung belegen können und das Geld nicht bar ausgezahlt, sondern auf das Konto Ihres Schornsteinfegers überwiesen haben.

Einen sekundenschnellen Überblick zum Thema Schornsteinfeger und Steuern gibt Ihnen auch unser Video:

 

Das müssen Sie tun, um Ihre Ausgaben von der Steuer absetzen zu können

Ist Ihre Haushaltshilfe selbstständig bei Ihnen tätig, benötigen Sie die Rechnung über die erbrachten Leistungen. Doch Vorsicht: Sie können nicht alles absetzen.

Folgende Kosten können Sie steuerlich geltend machen:

  • Arbeitskosten (ohne Mehrwertsteuer)
  • Fahrtkosten
  • Maschinenkosten
  • Entsorgungskosten
  • Kosten für Verbrauchsmittel (z. B. Reinigungsmittel, Streugut)

Nicht in Ihrer Steuererklärung eintragen, dürfen Sie dagegen:

  • Materialkosten
  • Verwaltergebühren bei einer Wohneigentumsgemeinschaft
  • Müllabfuhrgebühren
  • Kosten für Warenanlieferungen

Unser Tipp

Prüfen Sie zunächst, ob Ihr Dienstleister die Kosten in der Rechnung aufgeschlüsselt hat. Denn nur die zuerst genannten Kosten dürfen Sie in Ihrer Steuererklärung eintragen. Denken Sie auch daran, die Rechnung per Überweisung zu begleichen. Barzahlungen erkennt das Finanzamt nicht an. Sammeln Sie über das Jahr alle Rechnungen und die entsprechenden Kontoauszüge und geben Sie Ihre Ausgaben für haushaltsnahe Dienstleistungen am Ende des Jahres im Mantelbogen auf Seite 3 an.

Wer haushaltsnahe Dienstleistungen von der Steuer absetzen darf

Nicht nur Hausbesitzer können die Ausgaben für Ihre Haushaltshilfe steuerlich geltend machen. Auch Mitglieder einer Wohnungseigentümergemeinschaft oder Mieter können Kosten für haushaltsnahe Dienstleistungen in ihrer Steuererklärung eintragen. Beispiele dafür sind die Ausgaben für einen Hauswart, Treppenhausreinigung, Gartenpflege, Wartungsarbeiten oder Schornsteinfegerdienste. Diese Kosten werden in der Regel über die Nebenkostenabrechnung auf alle Mieter oder Wohnungseigentümer umgelegt.

Alle Steuervergünstigungen in Sachen haushaltsnahe Dienstleistungen sind ebenfalls für Bewohner eines Seniorenheims gültig. Voraussetzung ist allerdings, dass sie in einem eigenen, abschließbaren Appartement leben mit Bad, Küche, Wohn- und Schlafbereich.

Übrigens

Sind die haushaltsnahen Dienstleistungen nicht in Ihrer Jahresnebenkostenabrechnung aufgeschlüsselt, so können Sie Ihren Verwalter, Vermieter oder den Träger des Seniorenheims bitten, Ihnen die anteiligen Kosten für die haushaltsnahen Dienstleistungen zu bescheinigen.

Eine anschauliche Zusammenfassung zum Thema haushaltsnahe Dienstleistungen bietet Ihnen auch unsere Infografik:

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