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Was ist die Kapitalertragsteuer?

Zinsen vom Sparbuch, Dividenden aus Aktien, Gewinne aus Fonds: Auf Kapitalerträge sind Steuern fällig. Alle wichtigen Infos im Überblick.

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Was ist die Kapitalertragsteuer?

Was sind Kapitalerträge?

Ein Kapitalertrag ist ein Gewinn aus einer Geldanlage. Dazu gehören:

  • Zinsen, zum Beispiel vom Sparbuch oder Girokonto
  • Dividenden, zum Beispiel aus Aktien
  • Erträge aus Zertifikaten, zum Beispiel auf Rohstoffe oder Fonds
  • Wertzuwächse beim Verkauf, zum Beispiel von Aktien: Wenn eine Aktie günstig gekauft und teurer verkauft wird, gilt die Gewinnspanne als Wertzuwachs.

Wie funktioniert die Kapitalertragsteuer?

Jeder Gewinn auf einen Kapitalertrag wird versteuert. Früher galten für die verschiedenen Kapitalerträge jeweils unterschiedliche Steuern – also für Zinserträge andere als für Aktiengewinne und so weiter. Seit dem 1. Januar 2009 hat sich das geändert: Die Kapitalertragsteuer heißt seither "Abgeltungssteuer" und für jeden Kapitalertrag gibt es 25 Prozent Steuerabzug.

Ein Vorher-Nachher-Beispiel:

Nehmen wir an, Sie haben ein Sparbuch mit 5.000 Euro Guthaben. Dafür erhalten Sie jedes Jahr 80 Euro Zinsen. Vor dem 1. Januar 2009 mussten Sie Kapitalertragsteuer auf Ihre Zinsen zahlen, genauer gesagt die Zinsabschlagsteuer in Höhe von 30 Prozent:

 

5.000 Euro Guthaben = 80 Euro Zinsen/Jahr, davon 30% Steuern = 24 Euro fürs Finanzamt

 

Seit dem 1. Januar 2009 gilt die Abgeltungssteuer und es sind nur noch 25 Prozent Steuern auf Ihre Zinsen fällig:

 

5.000 Euro Guthaben = 80 Euro Zinsen/Jahr, davon 25% Steuern = 20 Euro fürs Finanzamt

 

Was ist der Unterschied zwischen der Kapitalertragsteuer und der Abgeltungssteuer?

Zwei Dinge haben sich geändert, seit die Kapitalertragssteuer zum 1. Januar 2009 als Abgeltungssteuer bezeichnet wird:

Sie und jeder andere Steuerzahler müssen

  • einheitlich 25 Prozent Steuern plus Solidaritätszuschlag auf Ihre Kapitalerträge zahlen
  • und Ihre Kapitalerträge nicht mehr in der Steuererklärung angeben.

Warum wurde die Abgeltungssteuer eingeführt?

Der Gesetzgeber wollte dadurch zwei Dinge erreichen:

  • Erstens: Alles sollte einfacher und übersichtlicher werden. Denn vorher gab es steuerpflichtige und nicht-steuerpflichtige Kapitalerträge sowie unterschiedlich hohe Steuern für die verschiedenen Kapitalerträge. Außerdem musste jeder Kapitalertrag in unterschiedliche Abschnitte der Steuererklärung eingetragen werden.
  • Zweitens: Durch diese Vereinfachungen und vor allem durch die relativ niedrige Einheitssteuer sollte ein Anreiz geschaffen werden, kein Kapital mehr ins Ausland zu schaffen.

Wie kommt die Abgeltungssteuer zum Finanzamt?

Sie selbst müssen nicht aktiv werden. Seit Einführung der Abgeltungssteuer werden die fälligen Steuern von deutschen Banken automatisch einbehalten und an das Finanzamt überwiesen. Gleichzeitig erhalten Sie von Ihrer Bank jedes Jahr eine Übersicht über alle Kapitalerträge und die dafür fälligen Steuern.

Auf was sollte jeder Kapitalanleger achten?

Es gibt Steuersparmöglichkeiten, die Ihre Bank oder Ihr Finanzdienstleistungsinstitut nicht automatisch für Sie übernimmt. Zum Beispiel den Freistellungsauftrag, den Sie selbst bei Ihrer Bank beantragen müssen. Dadurch müssen Sie auf Kapitalerträge in Höhe von bis zu 801 Euro pro Jahr keine Steuern zahlen.

Wie kann ich die Abgeltungssteuer sparen?

Zum Beispiel indem Sie Verluste mit Gewinnen verrechnen: Ist der Preis eines Zertifikats oder Fondsanteils beim Kauf höher als beim Verkauf, entsteht für Sie ein Verlust. Seit Einführung der Abgeltungssteuer im Jahr 2009 können Sie solche Verluste mit Gewinnen aus anderen Kapitalanlagen verrechnen lassen und so die Abgeltungssteuer sparen. Welche Regeln für die Verlustrechnung gelten, erfahren Sie in unserem Artikel Bei Verlusten aus Kapitalanlagen Abgeltungssteuer sparen.

Noch mehr Steuerspartipps kennen unsere Beraterinnen und Berater. Hier finden Sie eine VLH-Beratungsstelle in Ihrer Nähe: Beratersuche.

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