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Pauschbetrag: Diese Pauschalen gibt es

Pflegepauschbetrag, Behindertenpauschbetrag, Werbungskostenpauschale: Wir zeigen Ihnen die 12 wichtigsten pauschalen Steuervorteile.

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Pauschbetrag: Diese Pauschalen gibt es

Mit pauschalen Steuererleichterungen unterstützt der Staat Menschen, die ganz bestimmte Ausgaben haben.

Dazu gehören zum Beispiel Arbeitnehmer, Eltern, Alleinerziehende oder körperlich bzw. geistig eingeschränkte Menschen. In unserem Überblick informieren wir Sie, welche pauschalen Steuervorteile es gibt, wem sie zustehen und wie hoch sie sind.

1. Werbungskostenpauschale

1.000 Euro Steuervergünstigung rechnet der Staat jedem Arbeitnehmer pauschal am Ende des Jahres an – die so genannte Werbungskostenpauschale. Nur auf den Rest Ihres Jahreseinkommens zahlen Sie Steuern.

Das funktioniert allerdings nur, wenn Sie Ihre Steuererklärung abgeben. Und das kann sich lohnen, denn abgesehen von Ihren beruflichen Ausgaben können Sie auch einige Rechnungen und Ausgaben von der Steuer absetzen, die als Sonderausgaben oder als außergewöhnliche Belastung zählen.

Übrigens:

All das, was ein Arbeitnehmer für seinen Beruf ausgibt, bezeichnet die Finanzverwaltung als "Werbungskosten". Der größte Posten für die meisten sind die Fahrtkosten zur Arbeit, aber auch Arbeitskleidung, Fachbücher oder die Fortbildung gehören zu den Werbungskosten.

2. Pendlerpauschale

Viele Arbeitnehmer liegen allein mit ihren Fahrtkosten zur Arbeit über den 1.000 Euro Werbungskostenpauschale, die Ihnen als Berufstätiger am Ende des Jahres automatisch angerechnet wird (siehe Punkt 1). Beträgt der Weg von Ihrem Zuhause zu Ihrem Arbeitsplatz beispielsweise 16 Kilometer, können Sie 1.056 Euro im Jahr für Ihre Fahrtkosten absetzen. Dann sollten Sie nicht die Werbungskostenpauschale annehmen, sondern Ihre Werbungskosten individuell nachweisen.

Alle Details zur Berechnung der Pendlerpauschale erfahren Sie in unserem ausführlichen Artikel Die Pendlerpauschale für Einsteiger.

3. Werbungskostenpauschale für Rentner

Auch Rentner können Werbungskosten von der Steuer absetzen – entweder individuell oder über eine Pauschale. Die Werbungskostenpauschale für Rentner fällt allerdings viel niedriger aus als die für Arbeitnehmer: Nur 102 Euro im Jahr wird jedem Rentner automatisch abgezogen. Das Gleiche gilt für auch für Pensionäre. Die bekommen neben der Werbungskostenpauschale für Rentner auch den Versorgungsfreibetrag sowie einen Zuschlag. Wie hoch die beiden Beträge – also Versorgungsfreibetrag und Zuschlag – ausfallen, hängt vom Renteneintritt ab.

Das Thema ist sehr komplex, aber unsere Beraterinnen und Berater kennen sich damit aus. Fragen? Eine Beratungsstelle in Ihrer Nähe finden Sie über unsere Beratersuche.

4. Umzugskosten-Pauschale

Wenn sie aus beruflichen Gründen umziehen, können Sie die Umzugskosten-Pauschale in Anspruch nehmen. Das sind fast 1.400 Euro im Jahr für Verheiratete und die Hälfte für Singles.

Das Gute daran: Sie müssen keinerlei Rechnungen oder Belege in Ihrer Steuererklärung anhängen. Lediglich beantragen müssen Sie die Umzugspauschale, nämlich mit einer Eintragung in der Anlage N auf Seite 2.

5. Verpflegungspauschale

Gehen Sie auf Dienstreise, dürfen Sie sich über Verpflegungspauschalen freuen: Sind Sie länger als acht Stunden im Auftrag Ihres Chefs unterwegs, können Sie ab 1. Januar 2014 pauschal zwölf Euro von der Steuer absetzen. Zudem gewährt der Fiskus pro An- und Abreisetag generell zwölf Euro, egal wie kurz oder lang Sie an diesen Tagen unterwegs sind. 24 Euro Verpflegungspauschale gibt es, wenn Sie 24 Stunden und länger auf Dienstreise sind, also mindestens einen Tag und eine Nacht.

Die Verpflegungspauschale wird Ihnen als Arbeitnehmer in der Regel von Ihrem Arbeitgeber ausgezahlt. Übernimmt Ihr Arbeitgeber die Kosten nicht, können Sie Ihre Dienstreisekosten auf Seite 2 der Anlage N Ihrer Steuererklärung eintragen. 

6. Sparerpauschbetrag

Früher hieß er noch "Sparerfreibetrag", heute heißt er "Sparerpauschbetrag" – gemeint ist aber weiterhin das Gleiche: Jeder, der Geld spart, darf 801 Euro von seinen Kapitalerträgen steuerfrei behalten. Das Doppelte, also 1.602 Euro, steht Ihnen zu, wenn Sie verheiratet oder verpartnert sind.

Genau wie bei vielen anderen Pauschbeträgen auch, müssen Sie den Sparerpauschbetrag nicht extra beantragen. Aber ganz wichtig ist es, einen "Freistellungsauftrag" bei Ihrer Bank zu stellen. Beim Ausfüllen unterstützt SIe gerne eine Beraterin oder ein Berater der VLH.

7. Behinderten-Pauschbetrag

Sind Sie körperlich oder geistig eingeschränkt, entstehen Ihnen Kosten, die ein gesunder Mensch nicht hat. Das gilt zum Beispiel für Medikamente, Therapien oder medizinische Hilfsmittel. Der Behinderten-Pauschbetrag soll Sie bei diesen Kosten unterstützen und liegt zwischen 310 und 1.420 Euro.

Entscheidend dafür, wie hoch der Pauschbetrag ausfällt, ist Ihr persönlicher "Grad der Behinderung (GdB)". Der GdB wird individuell bei jedem Einzelnen festgelegt, nämlich durch ein ärztliches Gutachten. 25 ist der niedrigste GdB, 100 der höchste. Wie hoch der Pauschalbetrag für die verschiedenen GdB ausfällt, haben wir in unserem Artikel Was ist der Behinderten-Pauschbetrag? für Sie zusammengestellt. Steht Ihr GdB fest, tragen Sie Ihre Daten im Mantelbogen auf Seite 3 ein.

Weitere wichtige Informationen zum Thema finden Sie in unserem Artikel Menschen mit Behinderung: Die wichtigsten Vergünstigungen auf einen Blick.

8. Pflegepauschbetrag

Der Pflegepauschbetrag soll Sie entlasten, wenn Sie einen schwerstpflegebedürftigen Menschen betreuen. Das kann, muss aber nicht zwingend ein Familienangehöriger sein.

Mit einem steuerfreien Pauschbetrag in Höhe von 924 Euro im Jahr unterstützt Sie der Staat. Dafür müssen aber bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein. Welche das sind, lesen Sie in unserem Artikel Pflege-Pauschbetrag entlastet Angehörige. Um den Pflegepauschbetrag zu erhalten, tragen Sie Name und Anschrift der pflegebedürftigen Person im Mantelbogen auf Seite 3 ein.

9. Sonderausgaben-Pauschbetrag

Bestimmte Kosten gelten im Steuerrecht als Sonderausgaben. Dazu gehören zum Beispiel Ihre Beiträge zur gesetzlichen und privaten Altersvorsorge, Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung, Ausbildungskosten, Kirchensteuer oder auch Spenden und Mitgliedsbeiträge. Wenn Sie keine Sonderausgaben in Ihrer Steuererklärung eintragen, berücksichtigt das Finanzamt automatisch den Sonderausgaben-Pauschbetrag. Das sind jährlich 36 Euro für Singles und 72 Euro für Verheiratete bzw. eingetragene Lebenspartner.

Wichtig: Falls Ihre Sonderausgaben höher sind, sollten Sie diese Kosten unbedingt angeben. Der Sonderausgaben-Pauschbetrag ist nämlich so niedrig, dass Sie allein mit Ihrer gezahlten Kirchensteuer bzw. einer Spende oft schon höher liegen.

10. Kinderfreibetrag

Ob leibliche Kinder, adoptierte oder – je nach Betreuungsumfang – Pflegekinder: Sie als Eltern können 7.248 Euro im Jahr einnehmen, ohne dafür Steuern zu zahlen. Das ist der sogenannte Kinderfreibetrag. Mit dieser pauschalen Steuervergünstigung will der Staat erreichen, dass Ihnen als Eltern genug Geld übrig bleibt, um für Ihre Kinder Dinge wie Essen, eine Wohnung, Betreuung oder eine Ausbildung zahlen zu können.

Sie als Eltern dürfen allerdings nur eine Form der Steuererleichterung bekommen: Kindergeld oder Kinderfreibetrag. Wenn Sie am Ende des Jahres Ihre Steuererklärung ans Finanzamt abgegeben haben, prüfen deshalb die Finanzbeamten, was für Sie günstiger ist und womit Sie der Staat mehr unterstützt – Kindergeld oder Kinderfreibetrag ("Günstigerprüfung"). Wie das genau abläuft und ab wann sich der Kinderfreibetrag lohnt, zeigt Ihnen unser Artikel Wie funktioniert das mit dem Kinderfreibetrag?

11. Entlastungsbetrag für Alleinerziehende

Sind Sie alleinerziehend, steht Ihnen der "Entlastungsbetrag für Alleinerziehende" in Höhe von 1.908 Euro zu. Für jedes weitere Kind erhöht sich der Entlastungsbetrag um weitere 240 Euro. Das bedeutet, dass Ihnen der entsprechende Betrag von Ihren Jahreseinkünften abgezogen wird und Sie nur auf die Summe, die übrig bleibt, Steuern zahlen. Dafür müssen Sie im Steuerformular "Anlage Kind" alle erforderlichen Eintragungen machen, dann wird Ihnen der Entlastungsbetrag automatisch angerechnet. 

Wichtige Voraussetzung: Sie sind als alleinerziehend beim Finanzamt registriert, nämlich über die eigens für Alleinerziehende eingerichtete Steuerklasse – die Steuerklasse II.

12. Altersentlastungsbetrag

Rentner, die über 64 Jahre alt sind, können mit dem Altersentlastungsbetrag Ihre Steuerlast um maximal 1.900 Euro im Jahr senken. Wie hoch der Altersentlastungsbetrag für Sie persönlich ausfällt, hängt von Ihrem Geburtsjahr ab. Haben Sie zum Beispiel im Jahr 2015 Ihren 64. Geburtstag gefeiert, erhalten Sie einen Altersentlastungsbetrag von maximal 1.140 Euro.

Die komplette Übersicht dazu vom Bundesjustizministerium können Sie hier einsehen: § 24a Altersentlastungsbetrag. Sie selbst müssen überhaupt nicht tätig werden, da der Fiskus Ihren persönlichen Altersentlastungsbetrag automatisch über Ihr Geburtsdatum ermittelt.

Wichtig: Für alle, die nach dem 1. Januar 1975 geboren sind, entfällt der Altersentlastungsbetrag.

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