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Abgabefrist für die Steuererklärung verpasst – was nun?

Stichtag 31. Mai: Wir zeigen Ihnen, wie Sie vorgehen müssen, wenn Sie die Abgabefrist für Ihre Steuererklärung verpasst haben.

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Abgabefrist für die Steuererklärung verpasst – was nun?

Freitag, kurz nach 17 Uhr. Die Arzthelferin Natalie kommt gerade von einem stressigen Arbeitstag nach Hause. Und dann das: Sie fischt Post vom Finanzamt aus dem Briefkasten.

Nun sitzt sie in ihrer Küche, neben sich die Einkäufe fürs Wochenende und vor sich das Schreiben vom Finanzamt "Erinnerung an die Abgabe der Steuererklärung". Hat sie etwa den Stichtag zur Abgabe der Steuererklärung verpasst? Die junge Frau wird unruhig. Was muss Sie jetzt tun?

Fristverlängerung beantragen

Natalie ruft ihren besten Freund an, der kennt sich mit solchen Dingen aus. "Du solltest jetzt dein zuständiges Finanzamt schriftlich um eine Fristverlängerung bitten – es reicht ein formloses Schreiben“, erklärt er ihr. Die Frist, die die Arzthelferin dann von ihrem Finanzamt bekommt, sollte sie unbedingt einhalten. Sonst drohen Zwangsgeld, Verspätungszuschlag und im schlimmsten Fall sogar eine Steuerschätzung.

Verspätungszuschlag

Wer die Steuererklärung nicht pünktlich abgibt, muss mit einem Verspätungszuschlag rechnen. Die Kosten fallen aber nicht sofort an und die Höhe liegt aktuell noch im Ermessen des Finanzamts. Es können bis zu zehn Prozent des festgesetzten Steuerbetrags sein, höchstens aber 25.000 Euro.

Doch das wird sich ändern. Ab Januar 2017 muss jeder, der die Steuererklärung zu spät abgibt, in der Regel mit einem Verspätungszuschlag in Höhe von 0,25 Prozent der festgesetzten Steuer, mindestens aber mit 25 Euro pro verspätetem Monat rechnen. Das gilt aber nur für Steuerzahler, die Steuern nachzahlen müssen. Für alle, die Steuern erstattet bekommen, wird sich nichts ändern.

Fristverlängerung verpasst: Erst Erinnerungsschreiben, dann Verspätungszuschlag

Gehen wir einmal davon aus, dass Natalie nun ihr Finanzamt um eine Fristverlängerung bittet. In der Regel stimmt das Finanzamt einer Verlängerung bis zum 30. September zu. Verpasst die junge Frau – genau wie jeder andere Steuerzahler – auch diese Frist, schickt das Finanzamt zunächst ein Erinnerungsschreiben mit einer erneuten Abgabefrist. Wird auch diese Frist verpasst, kommt per Post eine nochmalige "Aufforderung zur Abgabe der Steuererklärung unter Androhung eines Zwangsgeldes" inklusive der Festsetzung eines letzten Abgabetermins. Zu diesem Zeitpunkt darf das Finanzamt auch einen sogenannten Verspätungszuschlag festsetzen. Beim Verspätungszuschlag gilt: Je später man abgibt, umso höher kann er ausfallen.

Im schlimmsten Fall: Steuerschätzung

Nun wird es ernst: Versäumt der Steuerzahler diese letzte, vom Finanzamt vorgegebene Frist, bekommt er einen "Bescheid über Zwangsgeldfestsetzung". Das Finanzamt kann jetzt die Besteuerungsgrundlage schätzen und einen entsprechenden Steuerbescheid erlassen. In der Regel schätzt das Finanzamt dabei eher zu Ungunsten des Steuerzahlers. Das bedeutet, dass man mehr Steuern zahlen muss, als es tatsächlich der Fall wäre.

Übrigens:

Grundsätzlich haben Sie mit der professionellen Hilfe durch einen Berater bzw. eine Beraterin der VLH oder einen Steuerberater bis zum 31. Dezember Zeit, Ihre Steuererklärung abzugeben. Das Beste daran: Sie selbst müssen gar nichts dafür tun, das erledigt alles Ihr Berater. Eine Beratungsstelle in Ihrer Nähe finden Sie über unsere Beratersuche.

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