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Bis wann muss die Steuererklärung abgegeben werden?

Die Abgabefrist für die Steuererklärung endet in der Regel am 31. Juli - also sieben Monate nach Jahresende. Steuer-Profis haben länger Zeit.

Wer zur Abgabe einer Einkommensteuererklärung verpflichtet ist, hat in der Regel bis zum 31. Juli Zeit, die Formulare beim Finanzamt einzureichen.

Wenn Sie sich nun fragen, ob Sie zur Abgabe einer Steuererklärung verpflichtet sind oder nicht – wir haben die Antwort. Alles zur sogenannten Veranlagungspflicht können Sie in unserem Artikel Wer muss eine Steuererklärung abgeben? nachlesen.

Ist die Abgabefrist immer am 31. Juli?

In der Regel muss die Steuererklärung seit 2019 jedes Jahr bis zum 31. Juli beim Finanzamt sein – also immer sieben Monate nach dem Veranlagungszeitraum. Der Veranlagungszeitraum ist das Jahr, für das Sie die Steuererklärung machen, zum Beispiel vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2021. Bis 2019 war jahrzehntelang der 31. Mai der Steuerstichtag.

Viertes Corona-Steuerhilfegesetz: Steuerzahler/innen bekommen wegen der Corona-Pandemie bis zum 31. Oktober 2022 Zeit, um ihre Steuererklärung 2021 beim Finanzamt abzugeben. Die Regierung hat dabei auch gleich Verlängerungen für die kommenden Jahre beschlossen: Die Steuererkläung für 2022 muss bis zum 30. September 2023 beim Finanzamt sein und die Steuererklärung für 2023 bis zum 30. August 2024.

Was ist, wenn die Abgabefrist am Wochenende endet?

Fällt der Stichtag auf Samstag oder Sonntag, verschiebt er sich auf den Montag nach dem Wochenende. 

Übrigens:

Wer die Steuererklärung freiwillig abgibt, ist nicht an die üblichen Abgabefristen gebunden – die Steuererklärung kann bis zu vier Jahre rückwirkend abgegeben werden. Die Steuererklärung 2021 muss also erst am 31.12.2025 beim Finanzamt sein. Aber wie gesagt: Diese Regelung gilt nur für Steuerzahler/innen, die nicht zur Abgabe verpflichtet sind, die Steuererklärung aber freiwillig abgeben möchten.

Gilt die Abgabefrist 31. Juli für alle?

Nein, kümmert sich ein/e Steuerberater/in oder ein Lohnsteuerhilfeverein, wie wir, um Ihre Steuererklärung, verlängert sich die Abgabefrist automatisch. Der Abgabetermin für die Steuer-Profis ist in der Regel Ende Februar des übernächsten Jahres. 

Aber auch hier greift das vierte Corona-Steuerhilfegesetz: Die Abgabefrist für die Steuererklärung 2020 durch einen Steuerprofi verlängert sich bis 31. August 2022, für die Steuererklärung 2021 bis 31. August 2023, für die Steuererklärung 2022 bis 31. Juli 2024, für die Steuererklärung 2023 bis 31. Mai 2025 und für die Steuererklärung 2024 bis 30. April 2026.

Die Abgabefristen und Zeiten auf einen Blick:

  Steuerjahr 2020 Steuerjahr 2021 Steuerjahr 2022
Abgabefrist mit Hilfe
vom Profi
31. August 2022

31. August 2023

31. Juli 2024
Abgabefrist ohne Hilfe
vom Profi
31. Oktober 2021

31. Oktober 2022

30. September 2023
Verspätungszuschlag ab 31. August 2022* 30. Juni 2023* 30. April 2024*
Ersattungs-/ Verzugs-
zinsen ab

30. September 2022*

31. Juli 2023*

31. Mai 2024*

*Die Karenzzeit, in der keine Verzugszinsen auf die Steuerschuld erhoben werden, wurde bei der Abgabe mit einem Steuer-Profi ebenfalls verlängert. Das Gleiche gilt für den Verspätungszuschlag, wenn Sie sich bei der Steuererklärung professionell helfen lassen.

Wie kann ich die Frist verlängern?

Seit 2019 ist es deutlich schwieriger geworden, das Finanzamt persönlich um eine Fristverlängerung zu bitten. Denn mit der Umsetzung des neuen Gesetzes ist eine Fristverlängerung nur noch in Ausnahmefällen möglich, wenn der/die Steuerpflichtige ohne eigenes Verschulden die Abgabe versäumt hat. Außerdem müssen Sie das Finanzamt grundsätzlich schriftlich um eine Fristverlängerung bitten.

Was passiert, wenn ich den Steuerstichtag verpasse?

Nehmen wir an, Sie haben die Abgabefrist für die Steuererklärung verpasst. Das Finanzamt wird jetzt einen sogenannten Verspätungszuschlag festsetzen. Bis 2019 lag es im Ermessen des Finanzamts, ob es den Zuschlag festsetzt oder nicht – das ist nun nicht mehr so. Heute gilt, dass für Einkommensteuererklärungen, die nicht innerhalb von 14 Monaten nach Ablauf des Kalenderjahres beziehungsweise nach dem Besteuerungszeitpunkt abgegeben werden, zwingend ein Verspätungszuschlag vom Finanzamt festgesetzt werden muss.

Diese Pflicht zur Festsetzung eines Verspätungszuschlags kann das Finanzamt allerdings umgehen, wenn es beispielsweise eine rückwirkende Fristverlängerung gewährt, die Steuerfestsetzung auf null Euro oder einen negativen Betrag lautet oder es sich um einen Erstattungsfall handelt. In diesen Fällen hat das Finanzamt also weiterhin Ermessenspielraum.

Übrigens:

Einen Verspätungszuschlag greift auch automatisch bei Steuererklärungen, die vom Finanzamt vorab angefordert und nicht innerhalb der gesetzten Frist abgegeben werden.

Unser Video gibt Ihnen einen schnellen Überblick zum Thema Abgabefrist:

Wie hoch ist der Verspätungszuschlag?

Seit 2019 ist die Höhe des Verspätungszuschlags gesetzlich festgelegt und beträgt 0,25 Prozent der festgesetzten Steuer, mindestens aber 25 Euro pro verspätetem Monat. Maximal werden 25.000 Euro Verspätungszuschlag fällig. Der Verspätungszuschlag wird automatisch im Steuerbescheid zur Steuerschuld hinzugerechnet oder von einer Steuererstattung abgezogen.

Übrigens:

Es gibt weitere Möglichkeiten, wie das Finanzamt eine verspätete Abgabe sanktionieren kann. Dazu gehören zum Beispiel das Zwangsgeld und die Ersatzzwanghaft, Zinsen sowie die Steuerschätzung.

Die Fristen als Grafik:

Bis wann muss die Steuererklärung abgegeben werden? 

Welche Fristen galten früher?

Die Steuererklärung 2017 musste noch bis zum 31. Mai 2018 beim Finanzamt eingegangen sein. Steuer-Profis hatten Zeit bis zum 31. Dezember 2018. In Sachen Verspätungszuschlag hatten die Finanzbeamten und -beamtinnen früher freie Hand: Sie konnten selbst festlegen, ob und in welcher Höhe ein Verspätungszuschlag fällig wird.

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Dies ist ein redaktioneller Text des Redaktionsteams der VLH. Es erfolgt keine Beratung zu Themen, die außerhalb der steuerlichen Beratungsbefugnis eines Lohnsteuerhilfevereins liegen. Eine Beratungsleistung im konkreten Einzelfall kann nur im Rahmen der Begründung einer Mitgliedschaft und ausschließlich innerhalb der Beratungsbefugnis nach § 4 Nr. 11 StBerG erfolgen.

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