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Berufsunfähigkeit: Steuern sparen bei Versicherung und Rente

Die Beiträge zur Berufsunfähigkeitsversicherung können Sie als Arbeitnehmer von der Steuer absetzen – seit 2014 sogar komplett.

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Berufsunfähigkeit: Versicherung absetzen, Rente beziehen

Nehmen wir einmal an, der 55-jährige Metzger Karl-Heinz erleidet einen Arbeitsunfall. Sein Arm ist so schwer verletzt, dass er nicht mehr in seinem Beruf arbeiten kann. Dann steht Karl-Heinz eine staatliche Rente zu, die Erwerbsunfähigkeitsrente.

Doch Karl-Heinz wollte sich nicht allein auf staatliche Hilfe verlassen. Mit 22 Jahren hat er eine Versicherung gegen Berufsunfähigkeit (BU) abgeschlossen. Das bedeutet, dass er seither jeden Monat freiwillig einen Betrag in diese Versicherung einzahlt. Wird er vor dem normalen Rentenalter berufsunfähig – durch einen Unfall oder eine Krankheit – zahlt ihm die Versicherung eine monatliche BU-Rente aus. 

Übrigens:

Wie hoch Ihre Erwerbsunfähigkeitsrente ist, hängt von vielen Faktoren ab: Wie lange Sie gearbeitet haben, wie alt Sie zum Zeitpunkt Ihrer Berufsunfähigkeit sind, ob Sie überhaupt nicht mehr arbeiten können oder wenigstens ein paar Stunden in der Woche. Wenn Sie wissen wollen, wie hoch Ihre Erwerbsunfähigkeitsrente ausfällt, können Sie sich bei der Deutschen Rentenversicherung informieren.

Wie Sie bei der BU-Versicherung Steuern sparen

Als Karl-Heinz seinen Versicherungsvertrag abschloss, musste er entscheiden, wie hoch seine Rente sein soll, wenn er tatsächlich berufsunfähig wird. Damals überlegte er, ob er mit nur 400 Euro im Monat auskommen würde, oder ob es 800 Euro sein müssten. Er entschied sich für die höhere BU-Rente. Dementsprechend höher war der monatliche Betrag, den er in die Versicherung einzahlte.

1. Bis 2013: BU-Beiträge nur eingeschränkt absetzen

Egal, wie teuer seine BU-Versicherung ist: Solange Karl-Heinz nicht mehr als 1.900 Euro im Jahr für seine Kranken- und Pflegeversicherung ausgibt, kann er seine BU-Versicherungsbeiträge von der Steuer absetzen.

Rechenbeispiel:

Versicherung Jährliche Kosten
Krankenversicherung 1.230 Euro
   
Pflegeversicherung    190 Euro
   
Summe 1.420 Euro

Zahlt Karl-Heinz 1.420 Euro im Jahr für seine Kranken- und Pflegeversicherung, kann er Beiträge seiner BU-Versicherung in Höhe von 480 Euro absetzen. Denn 480 Euro fehlen noch zum jährlichen Höchstbetrag von 1.900 Euro.

Allerdings: Runtergerechnet stehen Karl-Heinz von den 1.900 Euro im Jahr nur knapp 159 Euro im Monat zur Verfügung. Schon mit einem Bruttogehalt von 2.000 Euro liegt man allein mit den Krankenversicherungsbeiträgen über diesen monatlichen 159 Euro. Als Beamter dürfte Karl-Heinz immerhin 2.800 Euro im Jahr für Kranken- und Pflegeversicherung ausgeben. Sie wollen wissen, ob Sie über den 1.900 Euro liegen? Dann nutzen Sie unseren Brutto-Netto-Rechner 2014.

2. Ab 1. Januar 2014: BU-Beiträge komplett absetzen

Im Juni 2013 wurde das Altersvorsorge-Verbesserungsgesetz (AltvVerbG) verkündet. Ein Beschluss darin lautet, dass die Beiträge zur BU-Rente ab 1. Januar 2014 komplett von der Steuer absetzbar sind.

Allerdings: Nur, wenn Karl-Heinz seine BU-Rente lebenslang ausgezahlt wird, kann er die Beiträge komplett absetzen. Die meisten BU-Versicherungen zahlen aber nur bis zum 67. Lebensjahr. Jedes weitere Jahr, in dem die Versicherung zahlen soll, kostet Karl-Heinz höhere Beiträge – Schätzungen zufolge nämlich rund doppelt so viel wie bei einem Produkt mit einer Leistung bis zum Alter von 67 Jahren.

Weitere Voraussetzungen dafür, dass die BU-Beiträge komplett absetzbar sind: Die BU-Rente darf nicht vererblich, nicht übertragbar, nicht beleihbar, nicht veräußerbar und nicht kapitalisierbar sein.

Wann für die BU-Rente Steuern fällig sind

Sobald Karl-Heinz seine BU-Rente bekommt, können Steuern dafür fällig werden. Genauer gesagt für den sogenannten Ertragsanteil. Wie hoch dieser Anteil ist, kommt darauf an, wie lange die BU-Rente an ihn gezahlt wird (auch "Laufzeit" genannt).

Grundsätzlich gilt: Je kürzer der Zeitraum ist, in dem Karl-Heinz seine BU-Rente erhält, desto geringer ist der steuerpflichtige Ertragsanteil. Andererseits erhalten Arbeitnehmer immer später die gesetzliche Rente. Deshalb kann es sinnvoll sein, die Laufzeit der BU-Rente zu verlängern, auch wenn der Ertragsanteil steigt.

Für unsere Berater gehört die Ermittlung des steuerpflichtigen Ertragsanteils zum Tagesgeschäft – genauso wie die vielen anderen Steuervorteile, die Ihnen zustehen, wenn Sie fürs Alter vorsorgen oder bereits Rente bekommen. Eine Beraterin oder ein Berater in Ihrer Nähe finden Sie über unsere Beratersuche.

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