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Bürgschaft: So machen Sie Verluste steuerlich geltend

Was eine Bürgschaft ist und wie Sie gegebenenfalls Bürgschaftsverluste von der Steuer absetzen können, erklärt Ihnen kurz und knapp unser Artikel.

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Bürgschaft: So machen Sie Verluste steuerlich geltend

Die vertragstypischen Pflichten einer Bürgschaft regelt § 765 des Bürgerlichen Gesetzbuches, kurz BGB: „Durch den Bürgschaftsvertrag verpflichtet sich der Bürge gegenüber dem Gläubiger eines Dritten, für die Erfüllung der Verbindlichkeit des Dritten einzustehen.“

Typischer Fall für eine Bürgschaft: Das studierende Kind zieht in die erste eigene Wohnung. Da der Studierende allerdings nur geringe oder gar keine Einnahmen hat, verlangt der Vermieter eine Bürgschaft der Eltern – die sogenannte Elternbürgschaft. Die Eltern haften für den Nachwuchs. Die Bürgschaft ist somit eine zusätzliche Sicherheit für den Vermieter, dass er ausstehende Zahlungen des Studierenden tatsächlich erhält.

Eine Bürgschaft ist dabei ein rechtlich bindender Vertrag mit einseitiger Verpflichtung. Es reicht aus, wenn der Bürge sich gegenüber dem Gläubiger verpflichtet. Weder der Gläubiger, noch der Schuldner müssen zustimmen.

ÜBRIGENS:

Kann der Schuldner Rate, Miete & Co. nicht mehr bezahlen, springt der Bürge ein. Wichtig: Der Bürge haftet für den Schuldner mit dem gesamten Vermögen. In der Regel ist kein Vertragsrücktritt möglich und die Bürgschaft bleibt auch im Falle einer Scheidung oder nach dem Tod bestehen. Das bedeutet, dass die Bürgschaft im Todesfall üblicherweise auf den Erben übergeht.

Verluste aus der Bürgschaft von der Steuer absetzen

Ganz grundsätzlich gilt in Sachen Bürgschaft und Steuer: Wird die Bürgschaft nicht in Anspruch genommen, ist sie steuerlich auch nicht von Bedeutung.

Wird die Bürgschaft in Anspruch genommen, prüft das Finanzamt die genauen Umstände. Nur unter bestimmten Voraussetzungen lassen sich Bürgschaftsverluste von der Steuer absetzen. Zwei Beispiele:

  1. Ein im Familienbetrieb angestellter Verwandter verpflichtet sich als Bürge, um seinen Arbeitsplatz zu erhalten. In diesem Fall können die Bürgschaftsverluste als Werbungskosten in der Steuererklärung eingetragen werden. Mit einer Einschränkung: Die Anstellung muss sozialversicherungspflichtig sein und über einen Minijob hinausgehen.

  2. Tritt die Ehefrau, die sich zuhause um Haushalt und Kinder kümmert, als Bürge ein, geht sie steuerlich gesehen leer aus. Ohne Einkünfte ist auch kein steuerlicher Abzug der Bürgschaftsverluste möglich.

Exkurs: Wann haften Ehepartner bei der Steuererklärung?

Bei einer Zusammenveranlagung haften Ehepartner gesamtschuldnerisch für die Steuerschulden. Wer eine gemeinsame Haftung umgehen will, muss nach der gemeinsamen Veranlagung einen Antrag auf Aufteilung der Gesamtschuld beim Finanzamt stellen. Diese Regelung greift allerdings nur bei Paaren, die in einer Zugewinngemeinschaft leben oder Gütertrennung vereinbart haben.

Bürgschaften von GmbH-Gesellschaftern sind nur noch ausnahmsweise absetzbar

Früher zählten Bürgschaftsverluste von GmbH-Gesellschaftern zu den nachträglichen Anschaffungskosten für die Beteiligung. Doch das hat sich nach einem Urteil des Bundesfinanzhofs grundlegend geändert.

Wer seit dem 27. September 2017 eine Bürgschaft übernommen hat, kann die Bürgschaftsverluste grundsätzlich nicht mehr von der Steuer absetzen. Ausnahme: Ist die Bürgschaft mit einer Einlage wirtschaftlich vergleichbar, können die Verluste aus der Bürgschaft ausnahmsweise abgesetzt werden.

Übrigens:

Bitte beachten Sie, dass die VLH als Lohnsteuerhilfeverein laut § 4 Nr. 11 StBerG nur Arbeitnehmer, Beamte, Rentner und Vermieter beraten darf. Als Selbstständiger wenden Sie sich bei Fragen bitte an einen Steuerberater.

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