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Krankengeld und Steuer im Überblick

Einfach erklärt: Auf Krankengeld brauchen Sie keine Steuern zu zahlen. Dennoch müssen Sie es meistens in Ihre Steuererklärung eintragen.

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Krankengeld ist steuerfrei

Egal ob Sie eine langwierige Krankheit haben oder einen komplizierten Bruch auskurieren müssen, wenn Sie arbeitsunfähig krankgeschrieben sind, bekommen Sie sechs Wochen lang Ihren vollen Lohn vom Arbeitgeber weiterbezahlt. Das nennt sich „Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall" und ist im Entgeltfortzahlungsgesetz geregelt. Nach dieser Zeit gibt es von der gesetzlichen Krankenkasse das Krankengeld. Dieses ist zwar etwas niedriger als Ihr normales Gehalt, hilft Ihnen aber Ihre Unkosten zu bezahlen.

So bekommen Sie Krankengeld

Um Krankengeld zu erhalten, müssen Sie keinen gesonderten Antrag stellen. Ihre Krankenkasse wird mit Ihnen Kontakt aufnehmen und die weitere Vorgehensweise abstimmen. Wichtig ist nur, dass Sie die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung bzw. Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen, die Ihnen Ihr Arzt ausgestellt hat, direkt an Ihre Krankenversicherung senden – am besten per Einschreiben.

Übrigens:

Krankengeld wird grundsätzlich ohne zeitliche Beschränkung gezahlt, wegen derselben Krankheit jedoch nicht länger als 78 Wochen.

Auch wenn Ihr Kind krank ist und Sie es so zeitintensiv pflegen müssen, dass Sie nicht arbeiten können, haben Sie eventuell Anspruch auf Krangengeld - umgangssprachlich auch Kinderkrankengeld genannt. Das gilt aber nur, wenn Ihr Kind unter 12 Jahre alt und gesetzlich mitversichert ist. Falls Sie dazu Fragen haben, wenden Sie sich am besten direkt an Ihre Krankenkasse.

Krankengeld ist eigentlich steuerfrei

Wenn Sie Krankengeld bekommen, ist das steuerfrei. Einen Haken hat die Sache aber: Entgeltersatzleistungen, wie das Krankengeld, unterliegen dem Progressionsvorbehalt. Der sorgt dafür, dass die Steuern auf Ihr restliches Gehalt steigen.

Ein Rechenbeispiel: Ruth bekommt drei Monate lang 4.800 Euro steuerfreies Krankengeld. Danach und davor hat sie neun Monate lang normal gearbeitet und in dieser Zeit 22.500 Euro verdient. Normalerweise müsste Ruth diese 22.500 Euro mit ihrem persönlichen Steuersatz von 15,6 Prozent versteuern - also 3.510 Euro Steuern zahlen.

In den Augen des Finanzamts hat Ruth jedoch nicht 22.500 Euro verdient sondern 27.300 Euro (22.500 Euro + 4.800 Euro) und ihr Steuersatz klettert auf 18,3 Prozent. Das Krankengeld von 4.800 Euro bleibt weiterhin steuerfrei, doch die 22.500 Euro muss Ruth nun mit 18,3 Prozent versteuern. Das sind  4.117,50 Euro, also über 600 Euro mehr Steuern, die Sie zahlen muss.

Übrigens:

Das Krankengeld ist grundsätzlich beitragspflichtig zur Renten-, Arbeitslosen- und Pflegeversicherung. Die Krankenkasse zieht daher die Beiträge direkt von Ihrem Krankengeld ab, bevor Sie es überwiesen bekommen.

Krankengeld in die Steuererklärung eintragen

Wenn Sie mehr als 410 Euro Krankengeld im Jahr bekommen haben, müssen Sie eine Steuererklärung abgeben. Die Summe des Krankengelds tragen Sie im Mantelbogen unter „Sonstige Angaben und Anträge“, in der Zeile für „Einkommensersatzleistungen“ ein. Zu diesem Zweck sollten Sie automatisch, von der Krankenkasse eine "Bescheinigung für das Finanzamt" bekommen haben, wo die Höhe Ihres Krankengelds vermerkt ist.

Sie sind unsicher, wie Sie das Krankengeld in Ihrer Steuererklärung eintragen müssen? Unsere Beraterinnen und Berater helfen Ihnen dabei. Finden Sie hier eine Beratungsstelle in Ihrer Nähe: Beratersuche.

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