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Kinderbetreuung – welche Kosten kann ich absetzen?

Die Betreuungskosten für Ihr Kind können Sie als Sonderausgaben absetzen – immerhin bis zu 4.000 Euro pro Jahr und Kind.

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Kinderbetreuung – welche Kosten kann ich absetzen?

2012 hat der Gesetzgeber die Absetzbarkeit von Kosten für die Kinderbetreuung vereinfacht. Seither gilt: Bis zum 14. Lebensjahres Ihres Kindes können Sie Kinderbetreuungskosten als Sonderausgaben von der Steuer absetzen. Allerdings nicht in unbegrenzter Höhe. Der Fiskus akzeptiert bis zu zwei Drittel der Kosten, maximal aber 4.000 Euro pro Kind und Jahr.

Welche Kosten der Kinderbetreuung kann ich absetzen?

Lebt Ihr Kind in Ihrem Haushalt, können Sie viele Kosten rund um die Kinderbetreuung geltend machen. Zum Beispiel für einen Platz in einem Kindergarten, einer Kindertagesstätte oder einem Kinderhort. Zu den Betreuungskosten zählen außerdem die Ausgaben für einen Babysitter, ein Au-Pair oder eine Nanny. Wichtig: Sie müssen eine Rechnung über die Kosten der Kinderbetreuung vorliegen haben und diese per Überweisung begleichen. Barzahlungen erkennt das Finanzamt nicht an.

Weiterer wichtiger Hinweis: Die Kosten für beispielsweise Essensgeld oder Spielgeld dürfen Sie steuerlich leider nicht berücksichtigen. Die Konsequenz ist, dass Sie bei der Rechnung genau darauf achten müssen, dass die Kosten für die Betreuung extra ausgewiesen sind.

Kinderbetreuung durch Oma – kann ich das absetzen?

Unser Video gibt in Sekundenschnelle eine Antwort:

Oder Sie lesen die Antwort hier: Hüten die Großeltern das Enkelkind, können Sie als Eltern die Fahrtkostenerstattung von der Steuer absetzen. Das Finanzgericht Baden-Württemberg hat hierzu entschieden (Aktenzeichen 4 K 3278/11): Wer seine Eltern oder Schwiegereltern bittet, auf die Enkel aufzupassen, kann ihnen die Fahrtkosten erstatten und dann in der eigenen Steuererklärung angeben. Das gilt auch dann, wenn die Betreuung eine „familiäre Gefälligkeit" darstellt, die Großeltern also grundsätzlich nicht fürs Kinderhüten bezahlt werden. 30 Cent pro gefahrenem Kilometer sind dabei durchaus angemessen, urteilten die Richter aus Baden-Württemberg. Die Großmutter selbst muss die Erstattung der Fahrtkosten nicht versteuern, da es sich um eine Aufwandsentschädigung handelt.

Übrigens:

Auch wenn Ihre Eltern bzw. Schwiegereltern kein Geld für die Kinderbetreuung des Enkels nehmen: Setzen Sie einen Vertrag für die Betreuung auf. Die Betreuungsperson schreibt ihren Name und ihre Adresse auf, dass sie Ihr Kind regelmäßig betreut und dafür eine Erstattung der Fahrtkosten erhält.

Muss ich Betreuungsgeld versteuern?

Am 1. August 2013 trat folgende Regelung in Kraft: Eltern haben Rechtsanspruch auf einen öffentlich geförderten Betreuungsplatz für ihr Kind im Alter von zwei und drei Jahren. Eltern, die diesen Rechtsanspruch nicht nutzen, erhalten ein Betreuungsgeld in Höhe von 150 Euro pro Monat.Das Bundesverfassungsgericht erklärte am 21. Juli 2015 die Gesetzesregelung zum Betreuungsgeld als nichtig. Der Grund: Dem Bundesgesetzgeber fehle die Gesetzgebungskompetenz für das Betreuungsgeld, so die Richter aus Karlsruhe.Heute gibt es das Betreuungsgeld, umgangssprachlich Herdprämie genannt, nur noch in Bayern als "Bayerisches Betreuungsgeld".

Das Betreuungsgeld ist steuerfrei. Aber es wird - im Gegensatz zum Elterngeld - nicht in den Progressionsvorbehalt einbezogen, "da es sich nicht um eine Lohnersatzleistung handelt und auch nicht mit anderen dem Progressionsvorbehalt unterliegenden Lohnersatzleistungen vergleichbar ist. Ziel ist nicht, entgangene Einkünfte zu ersetzen, sondern es werden sozialpolitische Zwecke verfolgt" (BT-Drucksache 17/10012 vom 15.6.2012, Seite 15).

Kann ich die Kosten für den Sportverein geltend machen?

Nein, denn absetzbar sind nur Ihre Ausgaben für die behütende und beaufsichtigende Betreuung des Kindes. Die Quittungen für den Sportverein, die Reitstunden oder den Musikunterricht akzeptiert das Finanzamt nicht. Auch der Nachhilfeunterricht ist nur in Ausnahmefällen absetzbar. Lesen Sie mehr dazu in unserem Steuer-Tipp Nachhilfe von der Steuer absetzen.

Sind die Kosten für einen bilingualen Kindergarten absetzbar?

Die Betreuung der Kinder steht bei einem bilingualen Kindergarten im Vordergrund, auch wenn dem Nachwuchs "nebenbei" und ungezwungen eine Fremdsprache beigebracht wird. Deshalb können Sie als Eltern Ihre Ausgaben für einen bilingualen – also zweisprachigen – Kindergarten als Sonderausgaben von der Steuer absetzen. 

Gilt die Altersgrenze auch bei Kindern mit Behinderung?

Ist Ihr Kind aufgrund der Behinderung nicht in der Lage, für sich selbst zu sorgen, können Sie die Kosten der Kinderbetreuung auch über das 14. Lebensjahr hinaus geltend machen.

Wo trage ich die Betreuungskosten in der Steuererklärung ein?

In der Anlage Kind auf Seite 3. Vergessen Sie außerdem nicht, im Hauptformular – auch Mantelbogen genannt – auf Seite 2 unter "Angaben zu Kindern" das erste Kästchen "lt. Anlage(n) Kind" anzukreuzen. Haben Sie mehr als ein Kind, das unter 14 Jahre alt ist und betreut wird, müssen Sie für jeden Sprössling eine eigene Anlage Kind ausfüllen.

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