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Feststellungserklärung: Was muss ich beachten?

Manche Steuerzahler müssen eine Feststellungserklärung ausfüllen, bevor sie die Steuererklärung abgeben können. Wir beantworten alle Fragen zum Thema.

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Feststellungserklärung: Was muss ich beachten?

In manchen Fällen bittet das Finanzamt um eine „Erklärung zur gesonderten (und einheitlichen) Feststellung von Besteuerungsgrundlagen für die Einkommensbesteuerung“. Diese Erklärung besteht aus mehreren Formularen und wird in der Regel kurz Feststellungserklärung genannt.

Wir beantworten Ihnen alle Fragen rund um die Feststellungserklärung.

Wer muss eine Feststellungserklärung ausfüllen?

Es gibt zwei Fälle, in denen eine Feststellungserklärung steuerrechtlich vorgeschrieben ist:

  1. Sie sind ein Einzelunternehmer und Ihr Wohnsitzfinanzamt weicht von Ihrem Betriebsfinanzamt ab. Sprich: Ihr Wohnsitz und Ihr Unternehmenssitz sind nicht identisch, deshalb sind zwei Finanzämter für Sie zuständig.

  2. Eine Personengesellschaft mit mehreren Gesellschaftern erzielt Einnahmen zum Beispiel aus einer Grundstücksvermietung.

Übrigens:

Klassischer Fall für eine Feststellungserklärung: Eine Erbengemeinschaft erbt ein Haus, das Einkünfte aus Vermietung generiert. Jeder Miterbe ist Teil dieser Personengesellschaft. Durch eine Feststellungserklärung wird festgelegt, wie hoch der individuelle Anteil an den Einkünften ist. Diesen Anteil wiederum muss jeder Miterbe in der Einkommensteuererklärung berücksichtigen. Der Gewinn oder auch Verlust erhöht oder mindert dann die Steuerlast.

Warum muss man eine Feststellungserklärung beim Finanzamt abgeben?

Die Feststellungserklärung dient – völlig unabhängig von der persönlichen Steuererklärung – zur Ermittlung von Einkünften. Vor allem bei Personengesellschaften stellt das Finanzamt durch die Feststellungserklärung sicher, dass die Ermittlung der Einkünfte für alle Beteiligten auf die gleiche Weise erfolgt. Unterschiedliche Abschreibungs- und Bewertungsmethoden können somit verhindert werden.

Was ist der Unterschied zwischen einer gesonderten und einer einheitlichen Feststellung?

Da in den oben genannten Fällen die Besteuerungsgrundlage in einem eigenen Verfahren ermittelt wird, wird das Verfahren grundsätzlich gesonderte Feststellung genannt.

Eine gesonderte Feststellungserklärung füllen Sie als Einzelunternehmer aus. Sind Sie Teil einer Personengesellschaft, handelt es sich um eine gesonderte und einheitliche Feststellung, da die Besteuerung für jede Person der Gesellschaft zwar gesondert, aber einheitlich erfolgt.

ÜBRIGENS:

Die gesonderte Feststellung ist in der Abgabenordnung geregelt.

Wie viele Formulare gibt es?

Rund um die gesonderte und einheitliche Feststellung gibt es mehr als 15 Formulare. Die „Anlage FB zur gesonderten und einheitlichen Feststellung von Grundlagen für die Einkommensbesteuerung“ ist vergleichbar mit dem Mantelbogen der Steuererklärung. Hier werden Basisinformationen abgefragt, wie zum Beispiel die Anzahl der Beteiligten, Art der Beteiligung und Aufteilungsquote.

Darüber hinaus gibt es mehrere Formulare unter anderem zur Aufteilung von Besteuerungsgrundlagen, zur Aufteilung von ausländischen Einkünften sowie zur Aufteilung von Kapitalvermögen.

Wie ist der Ablauf rund um die Feststellungserklärung?

Im ersten Schritt müssen Sie die für Sie zutreffenden Formulare der Feststellungserklärung ausfüllen und elektronisch an das zuständige Finanzamt schicken. Bei Personengesellschaften ist grundsätzlich jede Person zur Abgabe der Feststellungserklärung verpflichtet. Es ist daher sinnvoll, wenn die Personengesellschaft einen Vertreter bestellt, der sich um die steuerlichen Belange kümmert.

Die Feststellungserklärung ist die Grundlage für den Feststellungsbescheid, den das Finanzamt erlässt. Im Feststellungsbescheid finden Sie nicht nur die Höhe der Einkünfte, sondern auch die Aufteilung der Einkünfte auf die Einzelpersonen.

Im zweiten Schritt füllen Sie Ihre persönliche Steuererklärung aus. Die Beträge aus dem Feststellungsbescheid müssen Sie an entsprechender Stelle übernehmen. Nach Absenden an das Finanzamt und die Prüfung, erhalten Sie einen Steuerbescheid, der in diesem Fall Folgebescheid genannt wird. Erst jetzt wissen Sie, wie viel Steuererstattung Ihnen zusteht oder wie viel Geld Sie nachzahlen müssen.

Der Feststellungsbescheid ist fehlerhaft – was nun?

Sie halten den Feststellungsbescheid in den Händen und bemerken einen Fehler? Dann müssen Sie gegen den Feststellungsbescheid innerhalb eines Monats nach Bekanntgabe Einspruch einlegen.

Das ist wichtig, denn der Feststellungsbescheid ist ein Grundlagenbescheid, der für den Folgebescheid – zum Beispiel den Steuerbescheid Ihrer Einkommensteuererklärung – bindend ist.

Hinweis:

Laut § 4 Nr. 11 StBerG dürfen Lohnsteuerhilfevereine Selbstständige nicht beraten. Bei Fragen zur Feststellungserklärung wenden Sie sich als Einzelunternehmer bitte an einen Steuerberater. Sind Sie Gesellschafter einer nicht gewerblichen Personengesellschaft (Erbengemeinschaft, Grundstücksgemeinschaft oder ähnliches), können Sie eine unserer VLH-Beratungsstellen aufsuchen, die gerne prüft, ob wir Sie beraten dürfen. Eine Beratungsstelle in Ihrer Nähe finden Sie hier: Beratersuche.

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