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Steuerformular: Die wichtigen Anlagen auf einen Blick

Anlage N oder Anlage KAP, Anlage R oder Anlage AV: Was ist eine "Anlage"? Und was muss wo eingetragen werden? Wir zeigen es Ihnen.

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Steuerformular: Alle Anlagen auf einen Blick

Die meisten würden alles andere lieber tun, sind schon beim Gedanken daran genervt und schieben es tage- und wochenlang vor sich her. Aber es hilft nix – wer seine Steuererklärung selbst macht, muss sie spätestens bis zum 31. Mai abgeben. Und zwar jedes Jahr aufs Neue.

Haben Sie sich endlich aufgerafft, sortieren Sie am besten erst einmal Ihre Rechnungen, Belege, Versicherungsverträge oder amtliche Schreiben und legen Sie alles in drei Stapel:

  • Sonderausgaben
    Als Sonderausgaben gelten zum Beispiel Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung oder auch zur privaten Haftpflichtversicherung sowie Spenden.

  • Außergewöhnliche Belastungen
    Arzt- und Medikamentenrechnungen, Krankheits-, Pflegeheim- oder Beerdigungskosten sind Beispiele dafür, was Sie als außergewöhnliche Belastung von der Steuer absetzen können.


  • Werbungskosten
    Dazu zählen unter anderem Ihre Fahrtkosten zur Arbeit, Gewerkschaftsbeiträge oder auch Beratungskosten für die Erstellung Ihrer Steuererklärung.

Wichtige Waffen im Kampf um eine möglichst hohe Steuerrückerstattung ist außerdem ein Taschenrechner – denn Ihre Aufgabe beim Ausfüllen einer Steuererklärung ist es, die Summe Ihrer absetzbaren Kosten zusammenzurechnen und sie in das dafür vorgesehen Formular und in die dafür vorgesehene Zeile zu schreiben. Doch was muss in welches Formular eingetragen werden und welche Zeile ist richtig?

Es gibt einen Mantelbogen, den jeder ausfüllen muss und sage und schreibe 20 sogenannte Anlagen dazu. Welches die wichtigsten davon sind und welche Kosten Sie in welcher Anlage eintragen müssen, um Ihre Steuerlasten zu drücken, zeigt Ihnen unser Überblick:

1. Mantelbogen

Der Hauptvordruck wird oft auch Mantelbogen genannt und besteht aus insgesamt vier Seiten:

  • Seite 1
    Ihre Steuernummer und die Adresse des zuständigen Finanzamts, Ihr Name und die Adresse, Ihr Beruf und Familienstand, Ihre Religionszugehörigkeit und Bankverbindung – auf der ersten Seite des Steuerhauptvordrucks tragen Sie Ihre persönlichen Daten und ggf. die Ihres Ehe- bzw. Lebenspartners ein.

    Gut zu wissen: Sind Sie kirchensteuerpflichtig und wurde auf Ihre Kapital­erträge keine Kirchensteuer einbehalten, z.B. weil Sie dem  Datenabruf zur Kirchensteuererhebung widersprochen haben, sind Sie zur Abgabe der "Erklärung zur Festset­zung der Kirchensteuer auf Kapitalerträge" verpflichtet. 

  • Seite 2
    Auf Seite 2 tragen Sie Ihre Sonderausgaben ein, dazu gehören die von Ihnen gezahlte Kirchensteuer und gesetzlichen Rentenversicherungsbeiträge, Unterhaltsleistungen, Ausbildungskosten oder Spenden. Denn wenn Sie dafür im letzten Kalenderjahr Geld ausgegeben haben, können Sie diese Beträge absetzen.

    Gut zu wissen: Manche Ausgaben können Sie komplett absetzen, bei anderen dürfen Sie nur Kosten bis zu einer bestimmten Obergrenze absetzen.

  • Seite 3
    Hier dreht es sich zunächst um außergewöhnliche Belastungen: Als Mensch mit einer körperlichen oder geistigen Einschränkung tragen Sie hier die Nummer Ihres Behindertenausweises sowie den Grad der Behinderung ein. Hatten Sie Krankheitskosten oder Pflegekosten ist in den nächsten Zeilen Platz dafür. Außerdem machen Sie hier das Kreuzchen für den Pflegepauschbetrag, wenn er Ihnen zusteht.  

    Gut zu wissen: Kaum etwas, was als außergewöhnliche Belastung gilt, können Sie ab dem ersten Cent von der Steuer absetzen. Die meisten außergewöhnlichen Belastungen sind erst ab einem bestimmten Grenzwert absetzbar. Für jeden einzelnen Steuerbürger gilt ein individueller Grenzwert, die sogenannte zumutbare Eigenbelastung.

    In den nächsten Zeilen auf Seite drei des Mantelbogens können Sie die Kosten für Ihre haushaltsnahen Dienstleistungen und Handwerkerkosten angeben – also wie viel Geld Sie für Ihre Putzhilfe auf Minijob-Basis gezahlt haben oder auch Rechnungen für Renovierungs-, Erhaltungs- oder Modernisierungsarbeiten in Ihrem eigenen Haushalt.

    Gut zu wissen: Wurde für Sie im letzten Jahr ein verbleibender Verlustvortrag festgestellt, kreuzen Sie bitte das entsprechende Auswahlfeld an. Der Verlustvortrag wird dann automatisch vom Finanzamt berücksichtigt.

  • Seite 4
    Sie haben im letzten Jahr eine Lohnersatzleistung, die dem Progressionsvorbehalt unterliegt, bekommen? Sie haben eine Zeit lang im Ausland gelebt? Solche und ähnliche Dinge bzw. Zahlen tragen Sie in die verschiedenen Zeilen auf Seite vier des Mantelbogens ein.

    Zum Schluss unterschreiben Sie das Formular. Sind Sie verheiratet oder verpartnert und zusammen veranlagt, dann unterschreibt auch Ihr Ehe- bzw. Lebenspartner. Wenn ein Steuer-Profi Ihre Steuererklärung macht, wird das über die genutzte Steuersoftware automatisch im rechten unteren Kästchen vermerkt.

2. Anlage Vorsorgeaufwand

Die Anlage Vorsorgeaufwand besteht aus zwei Seiten – aber die haben es in sich.

  • Seite 1
    Auf der ersten Seite geht es um Ihre Beiträge zur Altersvorsorge. Das Verwirrende dabei: Es gibt viele verschiedene Formen der Altersvorsorge und für jede existieren unterschiedliche Regeln, wie man die Beiträge absetzen kann. Je nachdem, was Sie an Versicherungen haben, zählen Sie Ihre Jahresbeiträge zusammen und tragen sie in die entsprechende Zeile ein. Mehr dazu erfahren Sie in unserem Steuer ABC Vorsorgeaufwendungen – was ist das?

    Das Gleiche gilt für den nächsten Abschnitt: Die Beiträge zur gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung. Ob Zusatzbeitrag, erstattete Beiträge oder Zuschüsse, ob Arbeitnehmer, Rentner oder freiwillig gesetzlich versicherter Selbstzahler – hier sind Detailinfos gefragt.

  • Seite 2
    Auf dieser Seite dreht sich alles um die Beiträge zur privaten Kranken- und Pflegeversicherung: Arbeitnehmer- und Arbeitgeberanteile, von der Versicherung erstattete Beiträge, erhaltenes Krankengeld und einiges mehr. Wenn Sie die Kranken- und Pflegeversicherung für jemand anderen bezahlen, können Sie das in den entsprechenden Zeilen eintragen. Mit "andere Personen", wie es in der Anlage steht, sind zum Beispiel erwachsene Kinder gemeint, für die Sie keinen Anspruch auf Kindergeld haben.

    Letztes Thema auf Seite 2 sind andere Vorsorgeaufwendungen, zum Beispiel Versicherungen gegen Arbeitslosigkeit, gegen Berufsunfähigkeit oder bestimmte Unfall- und Haftpflichtversicherungen.

3. Anlage Kind

Die Anlage Kind besteht aus drei Seiten:

  • Seite 1
    Wichtig ist erst mal Ihr Name und Ihre Steuernummer, genauso der Name und die Identifikationsnummer Ihres Kindes – ja, Sie haben richtig gelesen: In Deutschland bekommt jeder von Geburt an eine Identifikationsnummer. Weitere Angaben, die Sie hier zu Ihrem Kind machen: Geburtsdatum oder auch das Kindschaftsverhältnis zu einer anderen Person, wenn das Kind adoptiert bzw. zur Pflege bei Ihnen ist.

    Viele gehen davon aus, dass der Fiskus nur an Infos zu minderjährigen Kindern interessiert ist. Stimmt nicht: Auch für volljährige Kinder gibt es Steuervorteile. Deshalb widmen sich viele Zeilen dem Thema "volljähriges Kind". Geben Sie an, ob es verheiratet oder verpartnert ist, noch zur Schule geht oder eine Ausbildung macht 
    usw.

    Gut zu wissen: Das Wichtigste rund um das Thema Kinder und Steuern haben wir Ihnen in unserem Artikel Was muss ich alles rund ums Kindergeld wissen? zusammengestellt.

  • Seite 2
    Hier interessiert sich der Fiskus für Informationen zur Kranken- und Pflegeversicherung Ihres Kindes: Ob Sie oder Ihr Ehe- bzw. Lebenspartner diese Beiträge für das Kind zahlen, ob mit oder ohne Basisabsicherung, ob mit oder ohne Zusatzleistungen und einiges mehr.

    Gut zu wissen: Eltern können den Versicherungsbeitrag fürs Kind absetzen, auch wenn sie die Kranken- und Pflegeversicherung gar nicht bezahlen.

    In den nächsten Zeilen geht es um die Übertragung von Kinder- und Ausbildungsfreibeträgen auf ein Elternteil oder auch auf Stief- oder Großeltern. Zum Schluss können Sie den Entlastungsbeitrag für Alleinerziehende beantragen, genauso wie den Freibetrag für die Berufsausbildung eines volljährigen Kindes. 

  • Seite 3
    Zahlen Sie Schulgeld für eine Privatschule? Einen Teil der Kosten können Sie absetzen und in die ersten Zeilen der Seite drei eintragen. Sorgen Sie für Ihr geistig oder körperlich eingeschränktes Kind, können Sie hier die Übertragung des Behindertenpauschbetrags oder des Hinterbliebenen-Pauschbetrags beantragen – also dass der Freibetrag Ihnen statt Ihrem Kind angerechnet wird.

    Letzter Punkt auf Seite drei sind die Kinderbetreuungskosten. Ob Kindergarten, Tagesmutter oder Babysitter: Geben Sie an, was eventuell der Arbeitgeber gezahlt hat und das, was Sie selbst ausgegeben haben.

4. Anlage N

Kommen wir zu den wichtigsten drei Seiten für alle angestellten Arbeitnehmer: Die Anlage N. Hier tragen Sie ein, was Sie verdienen, also die Daten aus Ihren Lohnsteuerbescheinigungen. Und Sie tragen ein, welche beruflichen Ausgaben Sie im letzten Jahr hatten, um diese Kosten von der Steuer abzusetzen.

  • Seite 1
    Ihr Name, Ihre Steuernummer, Ihr Gehalt, wie viel Soli und Kirchensteuer Sie gezahlt haben – das sind die ersten Fragen, die Sie beantworten müssen.  

    Anschließend geht es um Ihre steuervergünstigten Versorgungsbezüge – also zum Beispiel Beamtenpensionen oder Betriebsrenten – sowie steuerfreien Arbeitslohn – also zum Beispiel, wenn Sie im Ausland arbeiten und Ihr Gehalt dort besteuert wird. Auch Kurzarbeitergeld, Zuschuss zum Mutterschaftsgeld, Verdienstausfallentschädigung oder Insolvenzgeld tragen Sie hier ein, wenn diese Posten auf Ihrer Lohnsteuerbescheinigung stehen. 

    Gut zu wissen: Die Anlage N muss bei nichtselbständigen Einkünften immer ausgefüllt werden

  • Seite 2
    Jetzt geht es um Ihre Ausgaben für den Beruf, also Werbungskosten. Damit sind Ihre Fahrtkosten, Ausgaben für Arbeitskleidung oder Fachbücher gemeint und vieles mehr. Dazu gibt es viele Zeilen auszufüllen. Je gründlicher Sie vorgehen, umso mehr steuerliche Rückerstattung kann für Sie rausspringen.

    Gut zu wissen: Wenn Sie die Werbungskosten in Anlage N nicht ausfüllen, rechnet der Staat Ihnen – genau wie jedem anderen Arbeitnehmer auch – automatisch 1.000 Euro Werbungskostenpauschale an. Aber wenn Sie 220 Tage im Jahr zur Arbeit fahren und Ihr Arbeitsplatz mehr als 16 Kilometer von Ihrem zu Hause entfernt ist, liegen Sie schon allein mit Ihren Fahrtkosten über den 1.000 Euro. Dann könnte sich die individuelle Berechnung all Ihrer Werbungskosten lohnen. Mehr dazu erfahren Sie in unserem Artikel Die Pendlerpauschale für Einsteiger
  • Seite 3
    Viele Berufstätige arbeiten so weit weg von zu Hause, dass sie nicht jeden Tag zwischen Wohn- und Arbeitsort hin- und herfahren wollen. Sie mieten sich am Arbeitsort eine Wohnung oder ein Zimmer und können einen Teil der Kosten für Miete, Nebenkosten, Verpflegung und die Fahrerei von der Steuer absetzen. Genau darum geht es auf Seite 3 der Anlage N, und zwar ziemlich detailliert.

    Gut zu wissen: Seit 2014 gelten neue Regeln in Bezug auf die sogenannte doppelte Haushaltsführung

5. Anlage KAP

Diese Anlage KAP besteht aus zwei Seiten.

  • Seite 1
    Wie bei allen Anlagen, tragen Sie auch hier wieder zunächst Ihren Namen und Ihre Steuernummer ein. Als nächstes können Sie den Antrag auf die Günstigerprüfung für all Ihre Kapitalerträge stellen. Einfach eine "1" ins Kästchen eintragen und Ihr Finanzbeamter prüft, was sich für Sie steuerlich mehr lohnt: Ob er Ihre Kapitalerträge mit Ihrem persönlichen Steuersatz versteuert oder mit der Abgeltungssteuer. Unser Artikel Wie funktioniert die Abgeltungssteuer? erklärt Ihnen die Details dazu.

    Noch einen zweiten Antrag können Sie stellen: "Ich beantrage eine Überprüfung des Steuereinbehalts für bestimmte Kapitalerträge". Dieses Kästchen sollten Sie dann mit einer "1" ausfüllen, wenn Sie glauben, dass die Bank zu viel oder zu wenig Abgeltungssteuer einbehalten hat und deshalb der Steuereinbehalt dafür geprüft werden soll.

    Beispiel: Sie haben bei Ihrer Bank ein Sparguthaben und dafür einen zu niedrigen Sparer-Pauschbetrag angegeben. Ihre Bank hat deshalb die Kapitalertragssteuer abgeführt, aber diesen Betrag können und möchten Sie zurückerstattet bekommen. Beantragen Sie die Überprüfung des Steuereinbehalts, kalkuliert das Finanzamt die Rückerstattung mit ein.

    Die anschließend folgenden Zeilen sind nichts für Schusselige, denn hier werden exakte und detaillierte Angaben zu Ihren Kapitalerträgen erwartet. Zum Beispiel zu Ihren Aktienverkäufen oder Stillhalteprämien in Deutschland, Ihren nicht ausgeglichenen Verlusten mit und ohne Verluste aus Aktienverkäufen, Ihren ausländischen Kapitalerträgen und Ihren Kapitalerträgen, die der tariflichen Einkommensteuer unterliegen.

  • Seite 2
    Auch auf der zweiten Seite ist Genauigkeit gefragt, allerdings nur dann, wenn Sie Erträge aus Beteiligungen haben. Ob Aktienverkäufe oder Zinserträge, hier müssen Sie Ihre Gewinne aus einer Beteiligung eintragen, und zwar für solche mit inländischem Steuerabzug, ohne inländischem Steuerabzug und solche, die der tariflichen Einkommensteuer unterliegen.

    Vergessen Sie nicht, die Verrechnung von Altverlusten zu beantragen – einfach ganz unten eine "1" ins Kästchen schreiben und so Ihre Steuerlast senken. Weitere Infos zum Thema erhalten Sie in unserem Artikel zum Thema Verlustverrechnung.

6. Anlage R

Die wichtigsten zwei Seiten für Rentner und Pensionäre: In der Anlage R tragen Sie all das ein, was Sie als Rente bzw. aus einer privaten oder betrieblichen Altersvorsorge erhalten. An einer Stelle können Sie auch Ihre Werbungskosten eintragen. Aber Moment – müssen Rentner überhaupt Steuern zahlen? Ja, müssen Sie. Zumindest unter bestimmten Bedingungen – alle Details dazu gibt es in unserem Artikel Wann muss ich als Rentner Steuern zahlen? Und wie viel?

  • Seite 1
    Zunächst tragen Sie Ihren Namen und Ihre Steuernummer ein. Kreuzen Sie außerdem an, wer Sie sind: Ehemann bzw. Lebenspartner oder Ehefrau bzw. Lebenspartnerin. Wichtig ist folgendes: Sind Sie beide in Rente, muss jeder von Ihnen eine eigene Anlage R ausfüllen.

    Jetzt kommt der erste Teil von Seite 1: Sie machen detaillierte Angaben zu Ihrer Rente, die Sie aus nicht-privaten Versicherungen erhalten, also zum Beispiel eine gesetzliche Versicherung, eine landwirtschaftliche Alterskasse oder eine berufsständische Versorgungseinrichtung. Geben Sie die Höhe Ihrer Rente an, seit wann Sie Rente beziehen und eventuell auch wann die Rente geendet hat. Rentenanpassungsbeträge, Nachzahlungen für mehrere vorangegangene Jahre und Einmalzahlungen müssen Sie jeweils gesplittet angeben.

    Im zweiten Teil geben Sie ähnliche Informationen über Ihre Rente, die Sie aus privaten Versicherungen beziehen. Auch hier wieder die Steuerklasse, die Höhe und der Beginn Ihrer Rente. Anders als bei der gesetzlichen Rente will das Finanzamt außerdem bestimmte Details wissen, zum Beispiel ob und wann die Rente erlischt oder umgewandelt wird.

    Gut zu wissen: Seit Sommer 2013 ist das Altersvorsorge-Verbesserungsgesetz (AltVerbG) in Kraft. Dadurch soll die private Altersvorsorge attraktiver und transparenter gemacht werden.

    Sie bekommen nicht nur eine, sondern mehrere Renten? Kein Problem: Infos von bis zu sechs Renten – drei gesetzliche, drei private – können Sie auf Seite 1 der Anlage R unterbringen. Wer mehr Renten bekommt, füllt eben noch eine Anlage R aus.

  • Seite 2
    Im Rentenrecht und auch beim Fiskus wird nicht nur zwischen gesetzlicher und privater Rente unterschieden, sondern es gibt noch eine dritte Rubrik: Leistungen aus Altersvorsorgeverträgen und der betrieblichen Altersvorsorge.

    Die Rente aus einem Pensionsfonds, einer Pensionskasse oder einer Direktversicherung gehören beispielsweise auch dazu. Auf Seite 2 der Anlage R finden Sie in fast 20 Zeilen die verschiedenen Altersvorsorge-Leistungen aufgelistet. Kreuzen Sie die Altersvorsorgeleistung an, die Sie bekommen und beantworten Sie die entsprechenden Fragen.

    Als nächstes können Sie Ihre Werbungskosten angeben. Dazu gehören alle Ausgaben, die "zum Erwerb, zur Sicherung und zum Erhalt" Ihrer Renten dienen. Deshalb steht an dieser Stelle in der Anlage R auch "Werbungskosten zu den Zeilen X und Y" bis hin zu "Werbungskosten zu Zeile Z". Damit sind Ihre Ausgaben im Zusammenhang einer Rente gemeint, die Sie in der Anlage R auf Seite 1 und Seite 2 in den verschiedenen Zeilen angegeben haben.

    Gut zu wissen: Der Fiskus rechnet jedem Rentner automatisch eine Werbungskostenpauschale in Höhe von 102 Euro im Jahr an. Weitere Details zum Thema erfahren Sie in unserem Artikel Rentner können Werbungskosten von der Steuer absetzen

7. Anlage V

Die Anlage V ist wichtig für alle, die etwas vermieten oder verpachten. Das kann ein Haus, eine Wohnung oder ein Grundstück sein. Sie als Vermieter bzw. Verpächter können bestimmte Kosten für Ihre Immobilie oder Ihr Grundstück von der Steuer absetzen. Füllen Sie dazu die zwei Seiten der Anlage V aus.

  • Seite 1
    Tragen Sie Ihren Namen und Ihre Steuernummer ein. Falls es sich um eine Eigentümergemeinschaft oder eine Körperschaft handelt, tragen Sie auch diesen Namen ein. Nun die Adresse Ihres Grundstücks bzw. Ihrer Immobilie, wann Sie den Besitz gekauft, fertig gestellt oder auch veräußert haben.

    Gut zu wissen: Wieso der Fiskus wissen will, ob und wann Sie Ihre Immobilie verkauft haben? Und ob Sie es vorher selbst genutzt haben? Geht die doch nix an, könnte man meinen. Aber je nachdem, wann Sie beispielsweise eine Eigentumswohnung gekauft und wie Sie diese in den letzten Jahren genutzt haben, können für den Verkaufsgewinn Steuern fällig werden. Mehr dazu erfahren Sie in unserem Artikel zur Spekulationsfrist

    Nun geht's an die Zahlen: Wie groß ist die Wohnung, wie viele Stockwerke gibt es und auf wie vielen Quadratmeter wohnt jemand, ohne Miete zu zahlen. Wie viel Miete bekommen Sie für ganze Wohnungen oder einzelne Zimmer, für Garagen, Werbeflächen oder auch Grund und Boden, wie viele Einnahmen sind es mit und ohne Umlagen und so weiter. Machen Sie in den entsprechenden Zeilen ein Kreuz bzw. tragen Sie die korrekten Daten und Summen ein. Sind Sie Teil einer Grundstücksgemeinschaft, will der Fiskus Ihre anteiligen Einnahmen wissen.

  • Seite 2
    Die wahrscheinlich wichtigste Seite für alle Vermieter: Hier können Sie die Kosten eintragen, die Ihnen durch Ihre vermietete Immobilie oder Ihr verpachtetes Grundstück entstanden sind. Dazu zählt die sogenannte Absetzung durch Abnutzung für Gebäude, Kreditzinsen, Notar- und Grundbuchgebühren, Bürokosten, Hausnebenkosten oder auch Reparaturen. Eine komplette Übersicht finden Sie in unserem Artikel Was ein Vermieter von der Steuer absetzen kann.

8. Anlage AV

Hinter dem Kürzel "AV" steckt "Altersvorsorge" – und nur darum dreht es sich auf der Vorder- und Rückseite der Anlage AV.

Wichtig ist erst einmal, dass Sie Ihre Sozialversicherungsnummer oder Zulagennummer an gewünschter Stelle eintragen. In die restlichen Zeilen notieren Sie die Anzahl Ihrer Riester-Verträge, Ihre Entgeltersatzleistungen wie Elterngeld oder ALG II, Ihre Versorgungsbezüge wegen Dienstunfähigkeit – zum Beispiel für kranke Beamte – und vieles mehr ein. Zum Schluss geht es um die Frage, ob Sie Kindergeld bekommen und wenn ja, für wie viele Kinder.

 

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