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Was sind Nebeneinkünfte?

Was sind Nebeneinkünfte? Und wie versteuert man sie richtig? Unser Steuer ABC gibt Antworten.

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Was sind Nebeneinkünfte?

Nebeneinkünfte sind Gelder, die Sie neben Ihrem regelmäßigen Gehalt einnehmen. Dazu zählen auch Einkünfte aus Mieten, Renten und einer selbstständigen Tätigkeit. Ein Beispiel: Sie sind Angestellte und veranstalten zusätzlich zu Ihrem Job einmal im Jahr einen Nähworkshop für zehn Leute. Nehmen Sie mit diesem Workshop 300 Euro ein und geben noch 50 Euro für die Stoffe aus, dann sind die übrigen 250 Euro Ihr Nebeneinkommen.

Wie werden Nebeneinkünfte versteuert?

Nebeneinkünfte sind grundsätzlich einkommensteuerpflichtig. In manchen Fällen müssen Sie aber keine Steuern zahlen. Es kommt für das Finanzamt auf die Höhe Ihrer Nebeneinkünfte an. Bei einem Nebenverdienst, der durch eine selbstständige Nebentätigkeit verdient wird, gilt:

  • Liegt Ihr Nebeneinkommen unter 410 Euro pro Jahr, zahlen Sie keine Steuern und müssen wegen dieser Einnahmen auch keine Steuererklärung abgeben.
  • Liegen Ihre Nebeneinkünfte zwischen 410 und 820 Euro im Jahr, müssen Sie die Einnahmen dem Finanzamt mitteilen. Waren Sie bis dahin nicht verpflichtet, eine Steuererklärung abzugeben, sind Sie es jetzt. Das Finanzamt gewährt Ihnen dann einen sogenannten Härteausgleich. Das heißt, dass Sie weniger Steuern zahlen, als eigentlich für Ihre Einkünfte fällig wären. Die konkrete Höhe der Steuern wird im Einzelfall berechnet.
  • Nebeneinkünfte von 820 Euro und mehr pro Jahr müssen voll versteuert werden.

Seit Juli 2014 steht im Gesetz, dass Nebeneinkünfte aus Zinsen, Dividenden und andere Kapitalerträge nicht mehr unter diese Regel fallen. Das heißt: Sie sind nicht mehr steuerfrei oder steuerbegünstigt.

Wichtig:

Die oben beschriebenen Regeln gelten nicht für den Nebenverdienst im Angestelltenverhältnis, also wenn Sie zum Beispiel neben Ihrem Hauptberuf als Minijobber bei einem weiteren Arbeitgeber angestellt sind. Mehr dazu in unserem Artikel zum Thema Nebenjob.

Muss ich ein Gewerbe anmelden, wenn ich Nebeneinkünfte habe?

Wenn Sie als Arbeitnehmer einem zweiten Job nachgehen, müssen Sie meistens kein Gewerbe anmelden. Diese Regel wird jedoch aufgehoben, wenn Sie "regelmäßig und nachhaltig am wirtschaftlichen Verkehr teilnehmen". Das ist dann der Fall, wenn Sie beispielsweise immer wieder etwas über das Internet verkaufen. Infos darüber erhalten Sie beim Gewerbeamt oder von der Industrie- und Handelskammer (IHK). Hier erfahren Sie auch, ob Sie noch ein Kleingewerbe betreiben.

Und was gilt bei einer ehrenamtlichen Tätigkeit?

Der Staat will ehrenamtliche Arbeit unterstützen. Deshalb können beispielsweise Jugendbetreuer pauschal 2.400 Euro im Jahr steuerfrei verdienen, ehrenamtliche Helfer 720 Euro. Alle Details dazu erfahren Sie im Artikel Ehrenamt und Steuer: Diese Freibeträge gibt es.

Sie wollen Sicherheit bei der Steuererklärung? Setzen Sie auf eine persönliche Beratung.

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