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Unwetter-Schäden von der Steuer absetzen

Sturm, Hagel, Hochwasser, Erdbeben – Schäden durch ein Unwetter verursachen oft sehr hohe Kosten. Immerhin: Der Fiskus unterstützt Geschädigte.

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Unwetter-Schäden von der Steuer absetzen

Meist trifft es einen unvorbereitet: Überflutete Keller, abgedeckte Dächer, eingestürzte Gebäudeteile. Unwetter können innerhalb kürzester Zeit verheerende Schäden anrichten. Die große Flut im Frühsommer 2016 in Bayern ist vielen noch in Erinnerung. Je nach Schaden können die Aufräumarbeiten und Reparaturen mehrere Wochen, Monate oder sogar Jahre dauern. Ein kleiner Lichtblick: Der Staat hilft finanziell und bietet Geschädigten steuerliche Entlastungen. Das heißt, dass Sie die Kosten, die Ihnen durch das Unwetter entstanden sind, in Ihre Steuererklärung eintragen können.

Katastrophenerlass sichert Steuererleichterungen

Betreffen Unwetter eine oder mehrere Regionen, zeigt die Finanzverwaltung oft ein Herz für die Geschädigten – Stichwort Katastrophenerlass. Bei einer "Naturkatastrophe mit Breitenwirkung" erscheint es angebracht, den Geschädigten durch steuerliche Maßnahmen zur Vermeidung unbilliger Härten entgegen zu kommen. Was das bedeutet? Betroffene bekommen nach einer Katastrophe besondere Steuererleichterungen.

Finanzverwaltung entscheidet im Einzelfall

Aber: Welche Erleichterungen die Finanzverwaltung einräumt, entscheidet sie von Fall zu Fall. In der Vergangenheit konnten Betroffene zum Beispiel die Kosten für die Beseitigung der Unwetterschäden, also Räumungs- und Reparaturarbeiten, als außergewöhnliche Belastung in ihrer Steuererklärung eintragen. Auch die Ausgaben für die Wiederbeschaffung von Kleidung, Möbel oder anderen Haushaltsgegenständen wurde vom Finanzamt anerkannt.  

Übrigens:

Sie sind zwar nicht von einem Unwetter betroffen, möchten die Opfer aber mit einer Spende unterstützen? Dann haben Sie einen steuerlichen Vorteil: Spenden müssen dem Fiskus in der Regel mit einer Zuwendungsbestätigung – also einer schriftlichen Spendenbescheinigung – nachgewiesen werden. Im Katastrophenfall gilt aber der vereinfachte Spendennachweis. Es reicht aus, beispielsweise den Kontoauszug oder den abgestempelten Überweisungsbeleg einzureichen, und Ihre Spende wird als Sonderausgabe anerkannt. Unser Artikel Spenden im Katastrophenfall: Vereinfachter Nachweis genügt erklärt Ihnen, wie Sie vorgehen müssen.

Schäden am selbst genutzten Haus

Doch nicht immer muss es gleich eine Naturkatastrophe mit Breitenwirkung sein. Auch ein kurzes, heftiges Unwetter kann enorme Schäden verursachen. Orkan, Blitz und Donner, Hagelkörner, die mit voller Wucht auf das geliebte Eigenheim prasseln: Nach zehn Minuten ist der Spuk vorbei, doch die Schäden bleiben: Zerschmetterte Dachziegeln, verwüstete Rollläden und demolierte Fensterscheiben.In der Regel springen in solchen Fällen zum Beispiel Gebäudeversicherungen oder Hausratversicherungen ein. Wenn nicht, ist es unter bestimmten Voraussetzungen auch möglich, die Kosten von der Steuer abzusetzen.

Existenziell wichtige Bereiche sind betroffen

Die Reparaturkosten bei solchen Schäden können Sie nur in Ihrer Steuererklärung eintragen, wenn die Schäden einen existenziell wichtigen Bereich treffen – also Ihr Haus. Trifft es die Garage oder die Terrasse, gehen Sie leer aus. Doch das ist noch nicht alles, was das Finanzamt verlangt. Sie müssen drei weitere Voraussetzungen erfüllen:

  • Es darf kein eigenes Verschulden vorliegen. Das heißt, Sie dürfen den Schaden nicht selbst verursacht haben.
  • Sie dürfen keine Ersatzansprüche gegen Dritte haben. Hat eine dritte Person den Schaden verursacht, müssen Sie das Geld zuerst von ihr fordern.
  • Der Schaden darf nicht über eine übliche Versicherung – wie die Gebäudeversicherung oder Hausratsversicherung – abgedeckt sein. Eine Elementarversicherung gegen Überschwemmung oder Erdbeben gilt übrigens nicht als "üblich". Haben Sie aber eine Elementarversicherung abgeschlossen und die Versicherung deckt den Schaden ab, können Sie die Kosten nicht zusätzlich von der Steuer absetzen.

Unser Tipp

Sie sollten die Reparatur unbedingt innerhalb von drei Jahren nach dem Schaden beginnen. Halten Sie sich nicht an diese Frist, können Sie die Kosten auch nicht in Ihrer Steuererklärung angeben.

Den Schaden beseitigen: außergewöhnliche Belastung

Erfüllen Sie alle Voraussetzungen, sind Ihre tatsächlichen Kosten zur Beseitigung des Schadens oder Wiederherstellen eines Gebäudeteils als außergewöhnliche Belastung von der Steuer absetzbar – zumindest in angemessener Höhe. Unser Steuer ABC Was sind außergewöhnliche Belastungen? erklärt Ihnen, wie die angemessene Höhe berechnet wird.

Ein Unwetter ist über Sie hinweggezogen und Sie sind sich nicht sicher, ob es einen Katastrophenerlass gibt? Oder wie Sie die Kosten am besten absetzen? Unsere Beraterinnen und Berater helfen Ihnen gerne weiter. Finden Sie hier eine Beratungsstelle in Ihrer Nähe.

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