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Für Studenten gibt es Sonderregelungen beim Praktikum

Pflichtpraktikum oder freiwilliges Praktikum, das ist die Frage. Die Antwort entscheidet, ob für das Praktikumsgehalt Sozialabgaben fällig werden oder nicht.

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Für Studenten gibt es Sonderregelungen beim Praktikum

Für Studenten rückt die Praxiserfahrung mehr und mehr in den Vordergrund. Jonas absolviert deshalb während seines Studiums ein Praktikum. Was viele Studenten nicht wissen: Wer ein Praktikums-Gehalt bekommt, muss auch Sozialabgaben zahlen.

Doch Praktikum ist nicht gleich Praktikum: Man unterscheidet zwischen einem Pflichtpraktikum und einem freiwilligen Praktikum. Außerdem ist auch der Zeitpunkt der praktischen Tätigkeit – also ob vor, während oder nach dem Studium – ausschlaggebend für die Berechnung der Lohnsteuer und der Beiträge zur Sozialversicherung.

Pflichtpraktika

In manchen Studiengängen ist ein Praktikum zwingend vorgeschrieben. So auch für Jonas. Er muss laut Studienordnung ein achtwöchiges Praktikum absolvieren. Das Praktikum bei einer Werbeagentur, für das er sich entschieden hat, dauert allerdings zwölf Wochen. Wichtig: Die Regelungen für ein Pflichtpraktikum gelten dann nur für acht Wochen. Die restlichen vier Wochen werden vom Finanzamt wie ein freiwilliges Praktikum behandelt.

Pflichtpraktikum während des Studiums

Jonas hat sich für ein Zwischenpraktikum, also ein Praktikum während des Studiums, entschieden. Da er die ganze Zeit über immatrikuliert ist, bleibt er offiziell Student, auch wenn er als Praktikant arbeitet. Er genießt Versicherungsfreiheit in der Sozialversicherung, zahlt also keine Renten-, Arbeitslosen-, Kranken- oder Pflegeversicherung. Egal wie viel er verdient, wie lange er Praktikant ist und wie viele Wochenstunden er leistet.

Was der junge Student aber beachten muss: Auch wenn für ihn als Praktikant Versicherungsfreiheit besteht, muss er trotzdem in der studentischen Kranken- und Pflegeversicherung versichert sein. Die gibt es bei allen gesetzlichen Krankenkassen. Oft sind Studenten aber sowieso beitragsfrei in der Familienversicherung mitversichert. Das reicht aus.

Pflichtpraktikum vor oder nach dem Studium

Studenten, die ein Vorpraktikum machen müssen oder nach Abschluss des Studiums ein Pflichtpraktikum absolvieren, werden wie Auszubildende behandelt. Das bedeutet: Sie sind versicherungspflichtig in der Renten-, Arbeitslosen-, Kranken- und Pflegeversicherung. Verdient der Praktikant monatlich weniger als 325 Euro, trägt der Arbeitgeber die Versicherungsbeiträge in voller Höhe. Bei mehr als 325 Euro im Monat tragen der Arbeitgeber und der Student die Beträge jeweils zur Hälfte. Was Netto vom Brutto bleibt, zeigt Ihnen unser Artikel Das wird Arbeitnehmern vom Lohn abgezogen.

Aber Achtung: Verdient der Praktikant mehr als 405 Euro im Monat muss er sich zu den Konditionen der studentischen Krankenversicherung kranken- und pflegeversichern, denn dann greift die Familienversicherung nicht mehr.

Freiwillige Praktika

Die Studentin Verena möchte ihren Horizont erweitern und macht ein freiwilliges Praktikum, also eine praktische Tätigkeit, die nicht in der Studienordnung festgeschrieben ist.

Freiwilliges Praktikum während des Studiums

Verena bekommt 350 Euro im Monat. Sie gilt deshalb als geringfügig Beschäftigte – auch Minijobber genannt – und bleibt sozialversicherungsfrei. Würde sie bei bis zu 20 Wochenstunden Arbeitszeit mehr als 450 Euro verdienen, müsste sie Abgaben für die Rentenversicherung zahlen. Bei mehr als 20 Wochenstunden wäre Verena sogar komplett versicherungspflichtig.

Freiwilliges Praktikum vor oder nach dem Studium

Grundsätzlich ist ein freiwilliger Praktikant vor oder nach dem Studium versicherungspflichtig in der Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung. Aber auch hier gelten die Regeln für geringfügig Beschäftigte. Das bedeutet, dass unter 450 Euro für den Praktikanten keine Beiträge für die Sozialversicherung fällig werden.

Übrigens:

Egal ob davor, während oder danach: Liegt das Gehalt beim freiwilligen Praktikum zwischen 451 und 850 Euro, gilt die so genannte Gleitzonenregelung. Praktikanten zahlen dann einen geringeren Anteil an der Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung – je weniger man verdient, desto geringer ist auch der Anteil.

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