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Pflege-Bahr: Was ist das?

Der Pflege-Bahr ist eine private Pflegezusatzversicherung – inklusive staatlicher Förderung von bis zu 60 Euro pro Jahr. Wir zeigen Stärken und Schwächen.

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Pflege-Bahr: Was ist das?

Seit Januar 2013 gibt es den sogenannten Pflege-Bahr, benannt nach dem FDP-Politiker Daniel Bahr. Vereinfacht gesagt ist der Pflege-Bahr eine private Pflegezusatzversicherung, die staatlich gefördert wird.

Warum gibt es den Pflege-Bahr?

Die Studie "Die Ängste der Deutschen 2013" der R+V Versicherung ergab, dass 55 Prozent der Bundesbürger Angst davor haben, im Alter ein Pflegefall zu werden. Warum diese Angst? Nun, das Problem ist: Die gesetzliche Pflegeversicherung ist eine sogenannte Teilkostenabsicherung. Im Pflegefall deckt sie also nur einen Teil der Kosten ab. Den Restbetrag müssen Betroffene selbst aufbringen.

Und das ist der Knackpunkt, denn oft fehlt im Alter das Geld dafür. Der Staat möchte deshalb, dass Menschen schon in jungen Jahren damit beginnen, privat vorzusorgen. Um einen Anreiz zu schaffen, gibt es die staatliche Förderung. Neu ist das Prinzip nicht, eingesetzt wird es zum Beispiel schon seit einigen Jahren in der privaten Altersvorsorge – Stichwort Riester-Rente. Lesen Sie mehr zur privaten Absicherung im Alter im Artikel Was ist die Riester-Rente?

Was muss ich für die staatliche Förderung tun?

Um die staatliche Förderung zu kassieren, müssen Sie zuerst einen Vertrag über eine private Pflegezusatzversicherung abschließen. Das geht zum Beispiel bei vielen Versicherungsunternehmen. So weit, so gut. Sobald Sie eine Versicherung haben, müssen Sie jeden Monat mindestens zehn Euro einzahlen. Außerdem muss der Versicherer eine spätere Leistung von mindestens 600 Euro monatlich in Pflegestufe III vorsehen.

Wie hoch ist die staatliche Förderung?

Der Staat gibt Sparern fünf Euro pro Monat dazu, also insgesamt maximal 60 Euro pro Jahr. Gut zu wissen: Es gibt keine anteilige Förderung. Wenn Sie zum Beispiel monatlich weniger als zehn Euro einzahlen, bekommen Sie keine anteilige Förderung, sondern gehen leer aus.

Was ist der Vorteil von Pflege-Bahr?

Es gibt kein Höchsteintrittsalter. Das heißt, dass auch ältere und kranke Menschen eine private Pflegezusatzversicherung abschließen können und damit Anspruch auf die staatliche Förderung haben. Die Versicherer dürfen keinen Antragsteller aufgrund gesundheitlicher Risiken oder Vorerkrankungen ablehnen.

Gibt es Steuervorteile?

Ja und nein. Ja, weil die staatliche Förderung nicht versteuert werden muss. Sie bekommen also sozusagen 60 Euro netto im Jahr. Nein, weil Sie die monatlichen Beiträge in die Pflegezusatzversicherung nicht in Ihrer Steuererklärung eintragen dürfen.

Was ist der Nachteil von Pflege-Bahr?

Klarer Nachteil ist die Wartezeit: Erst fünf Jahre nach Versicherungsbeginn können Sie die Leistung des Versicherers in Anspruch nehmen. Davor erfolgt keine Auszahlung.

Experten sehen einen weiteren Nachteil: Das Geld aus der gesetzlichen Pflegeversicherung und der privaten Pflegezusatzversicherung wird im Pflegefall trotzdem nicht ausreichen. Stiftung Warentest hat 2013 ausgerechnet, dass die geförderten Tarife der Versicherer die finanzielle Lücke im Pflegefall nicht schließen kann. Sinnvoller seien Pflegetagegeldversicherungen ohne staatliche Zulage.

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