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Was ist eine Steuer-ID und wo bekomme ich die her?

Die Steuer-ID ist eine einmalige, elfstellige Zahl. Für was Sie die Steuer-Identifikationsnummer brauchen und woher Sie sie bekommen, erfahren Sie hier.

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Was ist eine Steuer-ID und wo bekomme ich die her?

Zukünftig begleitet die Steuer-ID jeden Deutschen von der Wiege bis zur Bahre und darüber hinaus. Das heißt im Klartext: Bereits Babys bekommen die Identifikationsnummer zugeteilt. Die während des Lebens gesammelten Daten werden erst 20 Jahre nach dem eigenen Tod gelöscht.

Was ist die Steuer-ID?

ID steht für Identifikationsnummer. Elf Ziffern, die seit 2008 jeden Deutschen ein Leben lang begleiten. Sie ist unveränderlich, eindeutig und dauerhaft. Die Steuer-ID hilft vor allem den Finanzbehörden, die mit dieser Zahlenkolonne arbeiten. Das Bundeszentralamt für Steuern, kurz BZSt, verwaltet alle Steuer-IDs und die dazugehörigen Daten wie Ihren vollständigen Namen, Tag und Ort Ihrer Geburt und Ihre aktuelle Anschrift.

Welche Auswirkungen hat das für Sie?

Durch die Steuer-ID arbeiten künftig Banken, die Familienkassen und die Finanzbehörden enger zusammen. Steuerhinterzieher kann der Fiskus so schneller ausfindig machen. Seit 2011 müssen Sie als Bankkunde immer auch Ihre Steuer-ID angeben, wenn Sie beispielsweise einen Freistellungsauftrag stellen. So lassen sich Kapitalerträge wie Zinsen einzelnen Personen zuordnen und es fällt schneller auf, wenn der Sparerpauschbetrag überschritten ist. Seit 01.01.2016 müssen Sie Ihre und die Steuer-ID Ihres Kindes beim Antrag auf Kindergeld angeben. Hintergrund: So möchte die Familienkasse Doppelzahlungen vermeiden. Es kann aber auch sein, dass aber auch passieren, dass Sozialversicherungsträger wie Krankenkassen oder die Bundesagentur für Arbeit nach Ihrer Steuer-ID fragt. Denn sie alle nutzen die Identifikationsnummer, um den Finanzbehörden steuerlich wichtige Informationen zu übermitteln.

Wo beantrage ich eine Steuer-ID?

Sie müssen die Steuer-ID nicht beantragen. Das BZSt sollte Ihnen Ihre Nummer 2008 in einem Brief mitgeteilt haben. Wenn Sie dieses Schreiben nicht mehr finden, können Sie die Zahlenkolonne beispielsweise auf Ihrem letzten Steuerbescheid oder auf Ihrer letzten Lohnsteuerkarte ablesen. Auch das BZSt informiert Sie über Ihre Steuer-Identifikationsnummer. Senden Sie dazu online das Formular zur Mitteilung der Steuer-Identifikationsnummer ab. Das BZSt teilt Ihnen Ihre Steuer-ID aus Gründen des Datenschutzes dann schriftlich mit.

Was macht man damit?

Sie sollten Ihre Steuer-ID immer bei Anträgen, Erklärungen oder Mitteilungen an das Finanzamt angeben, am besten gleich in den Betreff. Auch beispielsweise bei Ihrer Steuererklärung tragen sie diese elf Ziffern ein. Bei Rentnern wird die Nummer bei der Übermittlung der Rentenbezugsmitteilung benötigt.

Unser Video gibt einen schnellen Überblick zum Thema Steuer-ID:

Wer kann auf meine Daten zugreifen?

Aus Gründen des Datenschutzes dürfen die Daten, die mit Ihrer Steueridentifikationsnummer verknüpft sind, nur von den Finanzbehörden verwendet werden. Anderen Stellen, wie zum Beispiel Renten- und Krankenversicherungsträgern, wird nur die Steueridentifikationsnummer mitgeteilt – weitere Daten bekommen diese Stellen nicht.

Wie komme ich an die Steuer-ID meiner Kinder?

Das BZSt schickt Ihnen nach der Geburt Ihres Kindes automatisch die Steuer-ID per Post zu. Falls Sie das Schreiben in Ihren Unterlagen nicht mehr finden können, schickt Ihnen das BZSt das Schreiben erneut zu. Füllen Sie dafür einfach das oben genannte Formular zur Mitteilung der Steuer-Identifikationsnummer aus.

Die Mitteilung der Steuer-ID erfolgt immer an die aktuelle Meldeadresse des Kindes. Das ist auch im Falle einer Trennung beziehungsweise Scheidung der Eltern der Fall. Benötigt der Elternteil, bei dem das Kind nicht gemeldet ist, ebenfalls die Steuer-ID des Kindes, sollte er das oben genannte Formular ausfüllen und dem Schreiben einen Nachweis über das Sorgerecht – zum Beispiel eine Kopie des Scheidungsurteils – beilegen. Nähere Informationen, sowie die Adresse, an die das Schreiben gesendet werden muss, finden Sie auf der Webseite des Bundeszentralamts für Steuern.

Wie erhalte ich als Ausländer eine Steuer-ID?

Sobald Sie sich beim Einwohnermeldeamt gemeldet haben, sollten Sie automatisch vom BZSt Ihre Steuer-Identifikationsnummer per Post erhalten. Diese müssen Sie Ihrem Arbeitgeber weitergeben, damit er den Lohnsteuerabzug machen kann.

Steuerpflichtige Personen, die nicht in Deutschland gemeldet sind, hier aber Einkünfte erzielen, müssen beim zuständigen Finanzamt nachfragen. Das Finanzamt fordert Ihre Steuer-ID dann beim BZSt an. Sie selbst können diese nicht beim BZSt beantragen.

Steuer-ID verloren: Was tun?

Wenn Sie Ihre Steueridentifikationsnummer vergessen haben oder den Brief dazu nicht mehr finden können, schauen Sie einfach auf Ihrem letzten Steuerbescheid oder Ihrer Lohnsteuerbescheinigung nach. Auch dort ist die Steuer-ID vermerkt.

Haben Sie gar keine Unterlagen mehr, können Sie sich an das BZSt wenden. Den Link dorthin finden Sie weiter oben im Text. Das BZSt teilt Ihnen Ihre Steuer-ID aus Gründen des Datenschutzes dann schriftlich mit.

Und was ist die Steuernummer? Wofür brauche ich die?

Bevor die Steuer-ID eingeführt wurde, also vor 2008, gab es die sogenannte Steuernummer. Sobald man seine erste Steuererklärung abgegeben hatte, teilte das Finanzamt dem Steuerzahler eine persönliche Steuernummer zu. So weit, so gut. Es gab da nur ein Problem mit der Steuernummer: Da man aus der Steuernummer auch ablesen konnte, wo der Steuerzahler wohnt und welches Finanzamt zuständig ist, hat sich die Steuernummer nach einem Umzug auch immer geändert. Viel Aufwand für das Finanzamt und ganz schön anstrengend für den Steuerzahler.

Das ist auch der Grund, warum 2008 die einmalige und unverändliche Steuer-Identifikationsnummer ins Leben gerufen wurde. Wer jetzt erst seine erste Steuererklärung abgibt, muss auch nur die Steuer-ID eintragen und bekommt keine Steuernummer mehr zugeteilt. Das bedeutet: Die Steuernummer wird nun nach und nach „aussterben“.

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