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Wer muss eine Steuererklärung abgeben?

2016 gilt: Liegt Ihr Einkommen über 8.652 Euro pro Jahr, müssen Sie eine Steuererklärung abgeben – sonst droht ein Zwangsgeld und ein Verspätungszuschlag.

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Wer muss eine Steuererklärung abgeben?

8.652 Euro – das ist im Steuerrecht eine magische Grenze. Denn: Wer als Single ein höheres Einkommen pro Jahr hat, muss eine Steuererklärung ausfüllen und beim Finanzamt abgeben. Für Ehepaare gilt der doppelte Wert, nämlich 17.304 Euro.

Ist man zur Abgabe einer Steuererklärung verpflichtet, nennt sich das im Steuerrecht übrigens "Pflichtveranlagung". Das bedeutet: Die ausgefüllte Steuererklärung muss bis zum Stichtag 31. Mai im Finanzamt eingegangen sein. Ist das nicht der Fall, droht im schlimmsten Fall ein Zwangsgeld und ein Verspätungszuschlag. Alle Fragen rund um die Abgabefrist beantwortet Ihnen unser Steuer ABC Bis wann muss die Steuererklärung abgegeben werden?

Die wichtigsten Informationen schnell auf einen Blick? Schauen Sie sich unser Video an:

Pflichtveranlagung: Weitere Regeln für Arbeitnehmer und Rentner

Für Arbeitnehmer und Rentner gibt es weitere, besondere Regeln, wenn es um die Abgabe der Steuererklärung geht. Wir haben Ihnen alle Regeln übersichtlich auf einen Blick zusammengestellt:

Als Arbeitnehmer müssen Sie unter anderem eine Steuererklärung abgeben, wenn...

  • ...Sie neben Ihrem Gehalt Lohnersatzleistungen wie zum Beispiel Arbeitslosengeld, Kurzarbeitergeld, Elterngeld oder Krankengeld von mehr als 410 Euro im Jahr bekommen haben.
  • ...Sie von mehreren Arbeitgebern Lohn erhalten haben, der nicht pauschal versteuert wurde.
  • ...Sie und Ihr Ehepartner Arbeitslohn bezogen haben und einer von Ihnen die Steuerklasse III oder V hat.
  • ...das Finanzamt Ihnen oder Ihrem Ehepartner Freibeträge eingetragen hat.
  • ...Sie geschieden wurden und Sie oder Ihr Ex-Partner im gleichen Jahr wieder geheiratet haben.

Als Rentner müssen Sie eine Steuererklärung abgeben, wenn...

  • ...der Besteuerungsanteil Ihrer Rente 730 Euro im Monat übersteigt.

Wer zur Abgabe einer Steuererklärung verpflichtet ist, zeigt Ihnen auch unsere Infografik anschaulich auf einen Blick:

Pflichtveranlagung bei Kapitalerträgen mit Kirchensteuer

Wer Kapitalerträge – also zum Beispiel Zinsen oder Dividenden – hat, der muss Abgeltungssteuer und gegebenenfalls Kirchensteuer bezahlen. Behält die Bank die Kirchensteuer automatisch ein, müssen Sie keine Steuererklärung machen. Behält die Bank aber keine Kirchensteuer ein, müssen Sie eine Steuererklärung abgeben – denn dann müssen Sie die Anlage KAP ausfüllen. Seit 2015 hat sich dieser Punkt aber erledigt, denn dann ziehen Banken die Kirchensteuer automatisch ein. Lesen Sie mehr dazu in unserem Überblick Pflicht ab 2015: Bank zieht Kirchensteuer auf Kapitalerträge ein. Wer nicht Mitglied einer Kirche ist, bekommt natürlich auch keine Kirchensteuer abgezogen.

Antragsveranlagung: Die freiwillige Abgabe der Steuererklärung

Sie geben viel Geld für den Job aus, zum Beispiel weil Sie täglich eine lange Strecke pendeln? Oder Sie hatten die Handwerker im Haus? Oder Sie hatten hohe Krankheitskosten, zum Beispiel für Medikamente, ein Zahnimplantat oder eine Brille? Dann kann es sich lohnen, eine Steuererklärung abzugeben – auch wenn Sie gar nicht dazu verpflichtet sind. Denn Sie können sich unter Umständen Geld vom Finanzamt zurückholen.

Wenn Sie eine Steuererklärung beim Finanzamt abgeben, obwohl Sie nicht müssen, nennt sich das im Steuerrecht Antragsveranlagung.

Freiwillige Abgabe bei fehlenden Freistellungsaufträgen

Wie gesagt: Bei Kapitalerträgen wird Abgeltungssteuer fällig. Zumindest, wenn die Kapitalerträge höher sind als 801 Euro pro Jahr. Denn 801 Euro darf jeder Sparer an Gewinnen einfahren, bevor Steuern fällig werden. Doch dafür müssen Sie bei Ihrer Bank einen sogenannten Freistellungsauftrag beantragen. Haben Sie das versäumt, zieht Ihnen die Bank Abgeltungssteuer ab. Ist Ihnen das passiert, können Sie freiwillig eine Steuererklärung abgeben und sich so Ihr Geld zurückholen.

Steuererklärung bis zu vier Jahre rückwirkend abgeben

Bei einer Antragsveranlagung, also der freiwilligen Abgabe der Steuererklärung, können Sie sich mit der Abgabe ein wenig mehr Zeit gönnen. Sie können Ihre Steuererklärung nämlich bis zu vier Jahre rückwirkend abgeben. Das bedeutet: Die Steuererklärung für 2012 können Sie bis zum 31.12.2016 ausfüllen und beim Finanzamt einwerfen. Früher nannte man die freiwillige Steuererklärung übrigens auch Lohnsteuerjahresausgleich.

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