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Kindergeld: Die Antworten auf die sechs häufigsten Fragen

Kindergeld 2019 ganz einfach: Wer Anspruch hat, wie hoch es ausfällt und wo sie es bekommen.

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In den ersten sechs Lebensjahren kostet ein Kind durchschnittlich 587 Euro pro Monat. Je älter das Kind wird, desto höher werden auch die monatlichen Kosten. Für Kinder ab 12 Jahren nehmen Eltern bereits durchschnittlich 784 Euro pro Monat in die Hand. Das hat das Statistische Bundesamt ermittelt.

Um Familien zu fördern und Eltern unter die Arme zu greifen, gibt es vom Staat eine monatliche Finanzspritze: das Kindergeld. Der Staat möchte dadurch sicherstellen, dass Eltern immer genug Geld für lebenswichtige Dinge wie Essen oder Kleidung für ihr Kind haben.

Wer bekommt Kindergeld?

Grundsätzlich haben Eltern minderjähriger Kinder – also Kinder unter 18 Jahren – einen Anspruch auf Kindergeld. Unter bestimmten Voraussetzungen allerdings auch darüber hinaus, nämlich bis zur Vollendung des 25. Lebensjahres.

Bis zum 25. Geburtstag Ihres Kinders bekommen Sie Kindergeld, wenn ...

  • ... Ihr Kind für einen Beruf ausgebildet wird oder studiert – auch bei der zweiten Ausbildung oder dem Zweitstudium.

  • ... Ihr Kind auf einen Ausbildungs- oder Studienplatz warten muss.

  • ... Ihr Kind einen Freiwilligendienst wie das freiwillige soziale Jahr oder den Bundesfreiwilligendienst leistet.

  • ... Ihr Kind eine Pause von höchstens vier Monaten zwischen zwei Ausbildungen macht. Die Familienkasse spricht hier von einer „Zwangspause“.

Besondere Regelungen gibt es für Kinder mit Behinderung.

Der staatliche Zuschuss wird immer an die Person ausgezahlt, die das Kind in ihrem Haushalt aufgenommen hat. Das können neben den leiblichen Eltern auch die Stiefeltern, die Großeltern oder die Pflegeeltern sein.

Für Großeltern gibt es eine Sonderregelung: Auch wenn das Kind nicht im Haushalt der Großeltern lebt, sie dem Enkelkind aber eine Unterhaltsrente zahlen, steht Ihnen unter Umständen das Kindergeld zu. Damit das Kindergeld auf das Konto der Großeltern überwiesen wird, sollte der Elternteil, der bisher das Kindergeld bekommen hat, einen Antrag bei der Familienkasse stellen. Oder aber die Großeltern stellen den Antrag selbst und der Elternteil stimmt in einem formlosen Schreiben zu.

ÜBRIGENS:

Ein adoptiertes Kind unterscheidet sich – rein rechtlich gesehen – nicht vom leiblichen Nachwuchs. Also steht Ihnen auch für ein adoptiertes Kind das monatliche Kindergeld zu.

Wie viel Kindergeld gibt es?

Egal ob Tellerwäscher oder Millionär, jeder bekommt in gleicher Höhe Kindergeld. Denn der staatliche Zuschuss richtet sich nur nach der Anzahl der Kinder, nicht nach der Höhe des Einkommens. Für das erste und zweite Kind bekommt man seit 1. Juli 2019 monatlich je 204 Euro. Für das dritte Kind erhöht sich das Kindergeld auf 210 Euro, für jedes weitere Kind gibt es 235 Euro.

Ein Beispiel: Familie Schmidt hat drei Kinder. Sie bekommen monatlich 204 Euro + 204 Euro + 210 Euro, also insgesamt 618 Euro Kindergeld. Im Juli 2019 erblickte das vierte Kind der Familie das Licht der Welt. Das Kindergeld erhöhte sich damit für die gesamte Familie um 235 Euro auf 853 Euro monatlich.

Das Kindergeld wird regelmäßig erhöht. Nach der Kindergelderhöhung wird das Kindergeld automatisch auf die neuen Beiträge angepasst, als Kindergeldberechtigter müssen Sie sich um nichts kümmern. Die nächste Erhöhung ist für 2021 geplant.

Wann wird das Kindergeld ausgezahlt?

Es gibt mehrere mögliche Auszahlungstermine für das Kindergeld. Die Auszahlung kann sowohl zu Beginn, Mitte oder Ende des Monats erfolgen.

So finden Sie heraus, wann Sie mit der Auszahlung rechnen können: Die Familienkasse, manchmal auch Kindergeldstelle genannt, teilt Familien schriftlich eine Kindergeldnummer zu. Die Endziffer dieser Zahlenkolonne zeigt Ihnen, zu welchem Zeitpunkt die Überweisung des Kindergeldes erfolgt. Endet die Kindergeldnummer auf 0 oder 1, bekommen Sie das Geld am Monatsanfang überwiesen. Bei den Endziffern 2 bis 7 geht das Geld Mitte des Monats bei Ihnen ein, endet die Zahl auf 8 oder 9, am Monatsende.

Auf der Webseite der Bundesagentur für Arbeit finden Sie einen Überweisungsplan. Der dort angegebene Überweisungstag ist gleichzeitig auch der Buchungstag, an dem das Kindergeld auf Ihrem Konto gutgeschrieben wird. 

Das Kindergeld wird grundsätzlich immer auf Ihr Konto überwiesen. Es gibt keine Möglichkeit der Barauszahlung. Außerdem kann das Kindergeld für ein Kind nicht auf mehrere Konten aufgeteilt werden.

Sie kennen Ihre Kindergeldnummer nicht? Kein Problem. Die Familienkasse schickt Ihnen einen Bescheid zu, nachdem das Kindergeld bewilligt wurde. Auf diesem Bescheid finden Sie auch die Kindergeldnummer. Aber keine Panik, falls Sie den Bescheid nicht zur Hand haben: Ihre Kindergeldnummer können Sie auch auf Ihrem Kontoauszug ablesen.

Das Kindergeld und die Steuererklärung

Viele Dinge ändern sich im Leben von frischgebackenen Eltern – auch die Steuererklärung wird mit Kind etwas umfangreicher. Denn zusätzlich zu den Formularen, die Sie bisher ausgefüllt haben, müssen Sie als Eltern noch die Anlage Kind ausfüllen. Das Kindergeld ist zwar an und für sich steuerfrei, Sie müssen es trotzdem in Ihrer Steuererklärung eintragen. Damit stellen Sie auch sicher, dass das Finanzamt die Günstigerprüfung machen kann.

Wo und wie muss ich das Kindergeld beantragen?

Das Kindergeld gibt es leider nicht automatisch ab der Geburt des Kindes. Sie müssen es in der Regel bei der Familienkasse der Agentur für Arbeit beantragen. Die benötigten Formulare gibt es direkt bei der Familienkasse oder auf der Internetseite der Bundesagentur für Arbeit.

Ihr Anspruch auf Kindergeld endet automatisch mit Ablauf des Monats, in dem Ihr Kind das 18. Lebensjahr vollendet. Sie können zwar unter den oben genannten Voraussetzungen auch über den 18. Geburtstag Ihres Kindes hinaus Kindergeld bekommen, müssen dafür aber der Familienkasse einen Nachweis bringen und das Kindergeld erneut beantragen. Die Familienkasse schickt Ihnen dann einen schriftlichen Kindergeldbescheid zu.

Beim Beantragen des Kindergeldes sollten Sie Ihre Steuer-ID griffbereit haben. Denn diese Nummer ist für den Antrag zwingend erforderlich. Dadurch möchte die Familienkasse Doppelzahlungen vermeiden. Sie können Ihre Steuer-Identifikationsnummer nicht finden? Unser Artikel Was ist eine Steuer-ID und wo bekomme ich die her? erklärt Ihnen, wie Sie an Ihre Steuer-ID kommen.

Wer vor lauter Aufregung über das Baby vergessen hat, den Antrag zu stellen, kann das auch nachträglich tun. Doch Sie müssen sich beeilen: Seit 1. Januar 2018 kann das Kindergeld nur noch sechs Monate rückwirkend ausbezahlt werden.

Für die meisten Angehörigen des öffentlichen Dienstes und Empfänger von Versorgungsbezügen gibt es eine Besonderheit beim Antrag auf Kindergeld. Zuständig ist in der Regel die mit der Festsetzung der Bezüge befasste Stelle des jeweiligen öffentlich-rechtlichen Arbeitgebers beziehungsweise des Dienstherrn. Auch die Familienkassen des öffentlichen Dienstes zahlen Ihnen das Kindergeld monatlich aus.

Was gibt es für Besonderheiten bei einem erwachsenen Kind?

Nehmen wir einmal an, Ihr Kind ist über 18 Jahre alt, steckt mitten im ersten Studium und jobbt nebenbei in einem Café, um sich etwas dazuzuverdienen. Gute Nachricht für Sie als Eltern: Ist das Studium die erste Berufsausbildung Ihres Kindes, ist es egal, wie viel Geld es im Nebenjob verdient. Sie haben auf jeden Fall Anspruch auf Kindergeld.

Anders sieht die Sache allerdings aus, wenn Ihr Kind eine zweite Berufsausbildung macht. Wenn Sie als Eltern weiterhin Kindergeld erhalten wollen, darf der Nachwuchs nicht mehr als 20 Stunden in der Woche arbeiten. Sonst gilt der Nebenjob als Haupttätigkeit – damit entfällt der Anspruch auf Kindergeld.

Bis zum 21. Lebensjahr bekommen Sie auch für ein Kind, das arbeitslos ist, Kindergeld. Voraussetzung: Ihr Kind ist bei der Agentur für Arbeit als arbeitssuchend gemeldet.

Ist Ihr Kind unter 25 Jahren alt, erlernt gerade einen Beruf und heiratet, steht Ihnen trotzdem Kindergeld zu. Ob Ihr Kind verheiratet ist oder nicht, spielt keine Rolle. Das hat der Bundesfinanzhof, Deutschlands höchstes Gericht für Steuern, entschieden. Doch hier gelten die gleichen Regeln wie oben: Ist das Kind in der ersten Ausbildung, kann es nebenbei so viel verdienen, wie es möchte – Sie bekommen weiterhin Kindergeld. Steckt das Kind allerdings in der zweiten Ausbildung und arbeitet mehr als 20 Wochenstunden, erlischt Ihr Anspruch auf Kindergeld.

Was ist der Unterschied zwischen Kindergeld, Kinderfreibetrag und Kinderzuschlag?

Wer Kindergeld bekommt, hat auch das Recht auf den sogenannten Kinderfreibetrag. Allerdings kann man nicht beides haben: Entweder Sie bekommen Kindergeld oder den Kinderfreibetrag. Das Finanzamt prüft im Rahmen einer sogenannten Günstigerprüfung, was für Sie finanziell günstiger ist.

Sie können sich grob an folgende Faustregel halten: Für Alleinerziehende lohnt sich der Kinderfreibetrag ab 37.500 Euro zu versteuerndem Einkommen pro Jahr, für Ehepaare ab 75.000 Euro.

Der Kinderzuschlag ist eine zusätzliche finanzielle Unterstützung für Geringverdiener. Kinderzuschlag gibt es, ähnlich dem Kindergeld, für Kinder unter 25 Jahre, die unverheiratet sind und im Haushalt der Eltern leben. Außerdem müssen Sie folgende Voraussetzungen erfüllen, um den Kinderzuschlag zu erhalten:

  • Sie müssen Anspruch auf Kindergeld haben.

  • Sie als Eltern erreichen die Mindesteinkommensgrenze von 900 Euro für Ehepaare, bzw. 600 Euro für Alleinerziehende.

  • Ihr Einkommen übersteigt nicht Ihre persönliche Höchsteinkommensgrenze, die die Familienkasse individuell berechnet.

  • Sie dürfen kein Arbeitslosengeld II bekommen.

Haben Sie Anspruch auf Kinderzuschlag, können Sie den Antrag bei der Familienkasse stellen und bekommen seit 01.01.2017 bis zu 170 Euro je Kind und Monat zusätzlich ausbezahlt. Wie viel Geld Sie tatsächlich bekommen, hängt unter anderem vom Einkommen und Vermögen von Ihnen, Ihrem Partner und Ihres Kindes ab.

Der Kinderzuschlag wird in der Regel für sechs Monate bewilligt.

 

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Quellen

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