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Was bedeutet AfA, also Absetzung für Abnutzung?

Stark vereinfacht bedeutet Absetzung für Abnutzung (AfA), dass Sie teure Anschaffungskosten über einen längeren Zeitraum hinweg von der Steuer absetzen.

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Was bedeutet AfA, also Absetzung für Abnutzung?

Nehmen wir mal an, Sie kaufen sich eine Digitalkamera für 1.000 Euro. Diesen kleinen, aber feinen Fotoapparat nutzen Sie hauptsächlich beruflich – deshalb können Sie die Kosten dafür als Werbungskosten in Ihrer Steuererklärung eintragen.

So weit, so gut. Da die Kamera allerdings teurer als 410 Euro (ohne Mehrwertsteuer) ist, können Sie die Kosten nicht auf einen Schlag von der Steuer absetzen – hier kommt die Absetzung für Abnutzung, kurz AfA, ins Spiel. Das bedeutet: Sie müssen die Anschaffungskosten gleichmäßig verteilt auf eine bestimmte Nutzungsdauer abschreiben.

übrigens:

Absetzen und abschreiben – diese Begriffe klingen sehr ähnlich, beschreiben aber einen unterschiedlichen Vorgang. Etwas "von der Steuer absetzen" heißt, dass Sie zum Beispiel Ihre Werbungskosten wie die tägliche Fahrt zur Arbeit in einer Steuererklärung angeben. Das umgangssprachliche "etwas abschreiben" bedeutet, dass Sie die Kosten für zum Beispiel Ihren Laptop über mehrere Jahre verteilt in der Steuererklärung eintragen.

Wie funktioniert die AfA genau?

Jedes Gut, jeder Gegenstand, der netto teurer als 410 Euro ist, hat eine sogenannte betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer. Das ist der Zeitraum, in dem der Gegenstand voraussichtlich genutzt werden kann. Bei der AfA schreiben Sie die Anschaffungskosten verteilt auf eben diese Nutzungsdauer ab. Das klingt recht kompliziert, ist aber in der Praxis einfach. Deshalb zurück zur Digitalkamera: Der Fotoapparat kostete in der Anschaffung 1.000 Euro. Nun geht das Finanzamt bei einer Kamera von einer gewöhnlichen Nutzungsdauer von sieben Jahren aus. Sie rechnen:

1.000 Euro : 7 Jahre = 142,86 Euro pro Jahr

In Ihrer Steuererklärung geben Sie jetzt also sieben Jahre lang je 142,86 Euro an. Das ist die "lineare AfA" – die Höhe der Abschreibung bleibt während der ganzen Abschreibungsdauer gleich.

üBrIGENS:

Kaufen Sie innerhalb dieser sieben Jahre ein neues Objektiv für die Kamera, dann müssen Sie dieses als Teil der Kamera mit abschreiben. Das gilt für alle Sachen, die nicht selbstständig nutzbar sind, sondern nur mit dem ursprünglichen Gerät.  

Warum muss ich die Kosten auf die Nutzungsdauer verteilen?

Ob PC oder Büromöbel, diese Dinge kosten oft viel Geld – und nutzen sich auf längere Sicht ab. Anders ausgedrückt: Sie verlieren an Wert. Diese Wertminderung soll die AfA abbilden, indem der Käufer einen Teil der Anschaffungskosten verteilt auf die Nutzungsdauer absetzen kann.

Woher weiß ich, wie lange ein Gut genutzt werden kann?

Das Bundesministerium für Finanzen hat online ein Hilfsmittel zur Verfügung gestellt: Die AfA-Tabellen. In diesen Tabellen können Sie schnell und unkompliziert ablesen, wie lange Sie Güter und Gegenstände nutzen können. Ein Auto hat zum Beispiel eine Nutzungsdauer von sechs, ein Laptop von drei und Büromöbel von 13 Jahren. Hier geht’s zum Bundesministerium für Finanzen: AfA-Tabellen.

Übrigens:

Bei manchen Gegenständen ist die Nutzungsdauer nicht genau festgelegt, Sie müssen die Dauer schätzen. Für die Beraterinnen und Berater der VLH gehört eine solche Schätzung zum Tagesgeschäft.

Muss ich auch einen Bürostuhl für 300 Euro abschreiben?

Nein, alle Güter unter 410 Euro können Sie direkt im Jahr der Anschaffung in voller Höhe in Ihrer Steuererklärung eintragen. Man nennt diese Gegenstände im Steuerrecht auch "geringwertige Wirtschaftsgüter" (GWG).

Und was ist eine Poolabschreibung?

Alle Güter, alle Gegenstände, die selbstständig nutzbar sind und deren Anschaffungskosten jeweils zwischen 150 Euro und 1.000 Euro liegen, können jährlich in einem Sammelposten zusammengefasst werden. Dieser sogenannte Pool kann dann fünf Jahre lang gleichmäßig abgeschrieben werden, also 20 Prozent in jedem Jahr.

Das klingt kompliziert, ist aber eigentlich ganz simpel: Sie kaufen zum Beispiel im Frühling 2016 einen Bürostuhl für 300 Euro und im Sommer 2016 noch einen Schreibtisch für 300 Euro dazu. Beide Gegenstände liegen preislich unter 410 Euro. Dennoch wollen Sie die Büromöbel über mehrere Jahre hinweg abschreiben. Sie bilden also einen „Pool 2016“ mit dem Betrag 600 Euro. Diesen Sammelposten können Sie nun 5 Jahre lange mit je 120 Euro pro Jahr in Ihre Steuererklärung eintragen.

Übrigens:

Entscheiden Sie sich für die Poolabschreibung, dann müssen Sie alle Gegenstände, die Sie 2016 beruflich kaufen und die zwischen 150 Euro und 1.000 Euro Kaufpreis liegen, in diesen „Pool 2016“ aufnehmen.

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