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Geringwertiges Wirtschaftsgut – was ist das?

Güter, die Sie für Ihren Job kaufen, können Sie direkt von der Steuer absetzen. Das gilt aber nur für geringwertige Wirtschaftsgüter (GWG).

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Geringwertiges Wirtschaftsgut - was ist das?

Wer auch außerhalb des Büros arbeitet und beruflich sein Smartphone, Laptop, bestimmte Computerprogramme oder Büromöbel nutzt, kann die Kosten dafür anteilig als Werbungskosten noch im Jahr der Anschaffung von der Steuer ansetzen.

Einzige Voraussetzung: Es muss sich um ein sogenanntes geringwertiges Wirtschaftsgut (GWG) handeln. Denn anders als normale Wirtschaftsgüter, die generell über Ihre Nutzungsdauer abgeschrieben werden müssen, gelten für GWG andere steuerliche Regeln.

Wann ist ein Wirtschaftsgut geringwertig?

Ob das Finanzamt ein Wirtschaftsgut als geringwertig anerkennt, ist an folgende Bedingungen geknüpft:

  • Es ist „abnutzbar“ und „beweglich“.

    Das Wirtschaftsgut oder die Sache verliert im Laufe der Nutzung an Wert und kann außerdem bewegt werden. Beispiele dafür sind ein Telefon, Datenträger oder ein Kopiergerät. Nicht bewegliche Wirtschaftsgüter sind beispielsweise Gebäude oder Gebäudeteile, aber auch Patente oder Nutzungsrechte.

    Doch keine Regel ohne Ausnahme: Grundsätzlich gelten alle Softwareprogramme als nicht beweglich. Computerprogramme unter 410 Euro werden jedoch als „Trivialprogramme“ angesehen und vom Finanzamt als beweglich anerkannt.
  • Es ist „selbstständig nutzbar“.

    Die Sache oder das Wirtschaftsgut kann eigenständig genutzt werden, ohne andere Geräte. Ein Drucker oder ein Monitor zum Beispiel ist nicht selbstständig nutzbar. Beide funktionieren nur gemeinsam mit einem Computer. Ein Laptop dagegen ist selbstständig nutzbar. Ebenso ein Multifunktions- oder Kombinationsgerät, das beispielsweise nicht nur als Drucker, sondern auch eigenständig als Faxgerät oder Kopierer verwendet werden kann.

    Schaffen Sie eine Büromöbelkombination aus Schreibtisch, Stuhl oder Rollcontainer an, gilt jedes einzelne Teil als selbstständig nutzbar und wird in der Regel als GWG anerkannt.

  • Die Anschaffungs- und Herstellungskosten bleiben unter einer bestimmten Grenze.

    Das bedeutet: Liegen die Anschaffungs- und Herstellungskosten unter 410 Euro (Nettobetrag, ohne Mehrwertsteuer) haben Sie die Wahl. Sie können die Kosten entweder noch im Jahr der Anschaffung als Werbungskosten steuerlich geltend machen oder über die Nutzungsdauer abschreiben.

Wirtschaftsgüter, die nicht selbstständig nutzbar oder teurer als 410 Euro (ohne Mehrwertsteuer) sind, müssen Sie gesondert über die Nutzungsdauer abschreiben. Mehr dazu erfahren Sie in unserem Artikel Was bedeutet AfA, also Absetzung für Abnutzung?

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